Info aus der Dülmener Zeitung von Louis Rauert / Foto: Georg Winkler
Hunderte Gläubige begingen das zehnjährige Jubiläum der Seligsprechung in Heilig Kreuz
Dülmen. Am 3. Oktober 2004 sprach der damals todkranke Papst Johannes Paul II die Dülmener Ordensschwester und Mystikerin Anna Katharina Emmerick in Rom selig. „Ein überwältigendes Ereignis für alle, die an jenem Tag mit uns in Rom waren“, erinnert sich Weihbischof Dieter Geerlings während des Jubiläumsgottesdienstes in Dülmen. Enorme Leistungen hat die im Jahre 1824 verstorbene Frau zu Lebzeiten vollbracht. Geerlings hält die Seligsprechung daher für überaus angemessen: „Sie war ein Leben lang mittellos und konnte trotzdem immer schenken.“ Vor allem ihre Standfestigkeit habe die Emmerick ausgezeichnet.
Prall gefüllt mit Besuchern aus der gesamten Umgebung ist die Heilig Kreuz-Kirche am Freitag. Gekommen sind auch viele Anhänger der Coesfelder Kirchengemeinde Anna Katharina, die mit dem Fahrrad über den 17 Kilometer langen, nach der berühmten Nonne benannten Pilgerweg angereist sind.
Über den Köpfen schwebt ein riesiges, buntes Splitterkreuz, das von einem Emmerick-Gemälde an der gegenüberliegenden Seite beobachtet wird. „Damit verleihen wir unserer Verbindung zu ihr Ausdruck“, erklärt Heilig Kreuz-Pastor Peter Nienhaus.
Besonders freue sich der Pfarrer über einen Brief der Nonne an Schriftsteller Clemens Brentano, der pünktlich zum Jubiläum wieder aufgetaucht ist. „Im tiefsten Bayern haben wir den gefunden, schon bald wird er in unserer Kirche zu bestaunen sein.“
Für die eindrucksvolle, musikalische Untermalung der Messe sorge ein 100-köpfiger Chor, bestehend aus Coesfeldern und Dülmenern, dessen geballte Stimmkraft schon bei den Feierlichkeiten vor zehn Jahren begeistert hatte. „Da möchte man ja gleich einsteigen“, beschreibt Geerlings den melodischen Kirchengesang.
Mit dem Ende des Gottesdienstes ist das Jubiläumsfest aber noch längst nicht vorbei. Bei „römischem Wetter“, wie Nienhaus betont, werden Grillwürstchen und Getränke an die Pilger aus Coesfeld und Umgebung verteilt. Und die Emmerick-Gedenkstätte steht den ganzen Tag für Besucher offen, die sich über die einzigartige Geschichte der seligen Ordensfrau informieren und zahlreiche, antike Schriftstücke bewundern wollen.
Eine Geste der romantischen Art: Singend und ausgestattet mit jeweils einem Teelicht, begibt sich die noch immer große Gruppe am Abend um die Kirche herum in Richtung Emmerick-Grab im Innern des Gotteshauses. „Mit der Lichterprozession wollen wir den Tag abrunden“, sagt Nienhaus. Abgestellt werden die Kerzen rund um den Grabstein, um im sanft beleuchteten Raum ein gemeinsames Gebet für die tapfere Nonne zu sprechen.
Anna Katharina Emmerick hatte kein Geld und Zeitzeugen zufolge auch keine blendende Intelligenz. „Lange Zeit sehr krank, war sie trotzdem allzeit bereit, das Leid zu tragen, das nicht abtragbar ist“, brachte Geerlings zum Ausdruck. „Ich wünsche mir sehr, dass sie eines Tages in Rom auch noch heilig gesprochen wird.“
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Info aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Strahlende Sonne, blauer Himmel - vielleicht ein Wink von oben, mutmaßte Pfarrer Markus Trautmann. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass „der altehrwürdigen Gemeinde Rorup und dem neuen Gemeindehaus eine gute Zukunft bevorsteht“, sagte der Geistliche in seiner Predigt. Im Anschluss an die gut besuchte Festmesse weihte er mit Weihwasser und Weihrauch die Räume des Neubaus neben der St.-Agatha-Kirche ein.
Es passte, dass die Einsegnung des Gemeindehauses am Sonntag mit dem Erntedankfest zusammenfiel. Denn Dankesworte, die gab es viele.
So hob zu Beginn des Festgottesdienstes Robert Wulf vom Verwaltungsrat der Großgemeinde St. Viktor das Engagement von Hermann Richter und Ludger Streyl hervor, die mit fachlichem Wissen und Fingerspitzengefühl die gesamte Bauzeit gut begleitet hätten. Es sei ein Ort entstanden, an dem sich die Gemeinde einfach wohlfühlen könne. Auch den Nachbarn, die den Baulärm monatelang ertragen mussten, dankte Wulf. Dessen eigenen Beitrag am Neubau würdigte wiederum Michael Döveling, Sprecher des Roruper Ortsausschusses. Döveling dankte zudem den Helfern aus den unterschiedlichen Vereinen, die einerseits die Kirche für Erntedank geschmückt hätten, andererseits beim Fest zur Einweihung mit anpackten. So war neben dem Neubau ein Zelt für die Besucher aufgebaut worden.
Die nutzen die Gelegenheit und sahen sich ausgiebig um in den neuen Räumlichkeiten. „Das ist richtig schön geworden“, war dabei ein oft gehörter Kommentar. Auch Pfarrer em. Heinz Golder konnte sich diesem Urteil anschließen. „Das Haus fügt sich sehr gut in die Umgebung ein“, stellte Golder fest, der unmittelbar hinter dem Neubau wohnt. Die leicht versetzten Klinkerreihen würden die Außenfassade gut auflockern, lobte er.
„Es quietscht und knarrt noch in der einen oder anderen Ecke“, machte Michael Döveling klar, alles müsse sich erst noch etwas einspielen. So präsentierten sich die Innenräume, darunter ein großer Gemeindesaal für rund 40 Personen, am Sonntag noch ein bisschen karg. Noch. Denn einige Gäste waren zur Einweihung nicht mit leeren Händen gekommen. So überreichte beispielsweise ein Handwerkerunternehmen eine Pflanze an die Gemeindevertreter, die Landfrauen hatten für die Dekoration zwei große Herzen mitgebracht.
Info der Dülmener Zeitung von Ulla Bönig
Bei der Vigilfeier in der Schlosskapelle von Haus Merfeld, konnten Rudolph Herzog von Croy und Pfarrer Dieter Hogenkamp viele Besucher zur beginnenden 75 Jahrfeier der St. Antonius Kirche begrüßen.
Ausführlich sprach der Herzog über die Entstehung und die lange Zeit der Restaurierung der Kapelle, die 1466 gebaut wurde, und damals den Merfeldern als Gotteshaus diente. Clemens August Kardinal von Galen hielt hier viele Messen, die er später in der neuen St. Antonius Kirche zelebrierte. Die St. Antonius Kirche wurde am 15. August 1939 eingeweiht.
Nach einer Lesung, Musik und Gebeten gingen die Gläubigen in einer Prozession zur St. Antonius Kirche. Eine wunderschöne, mit vielen Sonnenblumen geschmückte Kirche und die Chorgemeinschaft St. Antonius unter der Leitung von Thomas Drees, sorgten für eine stimmungsvolle Feier. Das anschließende Sternenpicknick auf dem Kirchplatz wurde durch das beginnende herbstliche Wetter etwas gestört. Trotzdem machten viele Familien mit.
Am Sonntag begann der Festgottesdienst um 9.30 Uhr unter Leitung von Pfarrer Markus Trautmann, Pfarrer Peter Michler und Diakon Robert Schüttert. Die voll besetzte Kirche wurde musikalisch von der Chorgemeinschaft St. Antonius unter Leitung von Thomas Drees beschallt. Viele Ehrengäste, wie die Bürgermeisterin Lisa Stremlau, Pfarrerin Susanne Falcke, die Familie von Croy, der Ortsvorsteher Helmut Temming, Fahnenabordnungen Kirchengemeinden und die Vereine, sorgten für einen eindrucksvollen Rahmen. Nach der Messe wurde auf dem Kirchplatz gefeiert. „Sorgt dafür, dass ihr Merfelder eine lebendige Gemeinde bleibt, treu im Glauben und im Leben nach dem Glauben“, das waren die Worte von Bischof Clemens August von Galen bei der Einweihung der Kirche, erinnerte Helmut Temming.
Inzwischen zog schon Duft der Grillwürstchen über den Kirchplatz, Getränke wurden ausgeschenkt und Kaffee und Kuchen standen bereit. Die Kinder konnten sich an der Hüpfburg und auf dem Spielmobil austoben, das von dem Familienmesskreis betreut wurde. Die kfd Merfeld unterhielt mit Sketchen auf der Bühne vor der Kirche die Besucher.
Im Gemeindehaus konnte man einen Film von Kardinal von Galen ansehen und die ausgestellten Fotos der Ferienlager bewundern.
Ein Höhepunkt war die Kirchturmführung mit Willi Espeter. Über die Orgelbühne ging es über viele steile, enge Holztreppen Etage für Etage langsam nach oben. „Diese Pendeluhr ist ein Schmuckstück, aber leider nicht mehr im Dienst, denn heute wird alles elektronisch betrieben“, erzählte Espeter vor dem letzten Aufstieg zu den Glocken im Turm.
Beeindruckend war die 1750 Kilo schwere Antonius Glocke, die ebenso wie die Viktor-Glocke, die Marienglocke und die Ludgerusglocke 1951/52 installiert wurden.„Diese vielen Aktivitäten konnten nur dank der Helfer, die auch aus der Kirchengemeinde St. Viktor kamen, durchgeführt werden“, bedankt sich Hildegard Stegehake vom Kirchenvorstand.
Foto: Stadt Dülmen
Beim Neujahrsempfang der Stadt Dülmen wurde der Gruppenpreis für ehrenamtliches Engagement an die sieben Katholischen öffentlichen Büchereien (KöB) aus Dülmen-Mitte und den Ortsteilen vergeben. Dazu gehören die Bücherei-Teams von St. Viktor, Heilig-Kreuz, St. Agatha, St. Georg, St. Jakobus, Maria Königin und St. Pankratius.
Etwa 100 Helferinnen und Helfer von Jung bis Alt kümmern sich um die Ausleihe, Neuanschaffungen und Aktionen, wie z.B. Lesenächte.
Die ehrenamtlichen Teams leisteten auf diese Weise „einen wertvollen Beitrag zur Bildungs- und Jugendarbeit“ in Dülmen, so die Begründung in der Urkunde.
Info aus der Dülmener Zeitung von Nina Domnick / Foto: Kirchengemeinde St. Viktor
Kindgerechte Mystikerin
Dülmen. Clemens Brentano sitzt an seinem Schreibtisch, vor sich eine Rolle Pergament, die Feder in der rechten und ein Bild von Anna Katharina Emmerick in der linken Hand. Gut habe er sie gekannt, erzählt der Dichter. Lange Gespräche und viele intensive Stunden haben sie miteinander verbracht und ihre Lebensgeschichte habe neben vielen anderen Gläubigen auf der ganzen Welt auch ihn stark bewegt. Und diese faszinierende Geschichte näher kennenzulernen, dazu lädt der berühmte Schriftsteller alle Interessierten zu Anfang des neuen Bilderbuches „Anna Katharina Emmerick“ ein. Auf über 40 Seiten wird der Leser mit leicht verständlichen Texten und ansprechenden Bildern durch eine spannende und faszinierende Welt geführt, die uns eigentlich längst versunken scheint. Brentano bildet dabei als Erzähler den Rahmen des Buches.
„Doch er erzählt diese Geschichte nicht nur für Kinder“, erklärt Markus Trautmann, Pfarrdechant der Gemeinde St. Viktor und Autor der Texte. „Die Besonderheit des Bilderbuches ist es, dass es sich an Jung und Alt richtet.“ Die Balance zwischen kindgerechter Aufbereitung des Themas und einem Buch, das auch Erwachsene anspricht sei bei dem Projekt die größte Herausforderung gewesen. „Das Interesse bei Kindern für Emmerick besteht, dennoch ist es ein schmaler Grad Themen wie Leid und Mystik für Kinder passend darzustellen.“
Doch gerade durch die ansprechende Illustration sei dies sehr gut umgesetzt worden. „Unsere Illustratorin Bärbel Stangenberg hat genau den richtigen Weg gefunden“, lobt Trautmann. Stangenberg ging es darum nicht zu kindlich, aber auch nicht zu ernst die passenden Bilder zu den Texten zu zeichnen. Und so entstand in Zusammenarbeit mit Christiane Daldrup als Layouterin und dem Emmerick-Bund als Herausgeber ein Buch für kleines Geld. „Es sollte ein preiswertes Format entstehen, welches in Kindergärten oder auch in der Kirche ausliegen kann. Kein dicker Wälzer, sondern eine kleine Geschichte gespickt mit den wichtigsten Informationen.“ Durch die in die Seiten eingebetteten Themenkästen wird verdeutlicht, dass es sich aber nicht nur um eine fiktive Erzählung handelt. Kleine komprimierte Infos ergänzen so die chronologische Geschichte. „Durch die Themenkästen kommt auch direkt ein bisschen Heimatkunde mit ins Buch“, erklärt Daldrup.
So erfährt der Leser zum Beispiel, dass der letzte Rest des im 15. Jahrhundert gegründeten Augustinerinnen-Klosters Agnetenberg der „Nonnenturm“ ist. Und die qualvollen Momente in Emmericks Leben werden kindgerecht dargestellt. „Eins der Geheimnisse von Anna Katharina Emmerick war das Mitfühlen mit anderen und genau diese Fähigkeit haben auch gerade Kinder“, so Trautmann. Daher eignet sich ihre Lebensgeschichte auch für die Kleinen.
Um das Projekt zu verwirklichen, wurden Seelsorger mit Verbindung zu Dülmen angesprochen. „Es haben sich sehr viele davon durch Spenden an den Kosten beteiligt, was ein großartiges Zeugnis der Solidarität ist“, freut sich Trautmann. Durch die Unterstützung kann das Buch ab dem Fest zum zehnjährigen Jahrestag der Seligsprechung Emmericks am 3. Oktober für 1,90 Euro erworben werden.
Auch Buchläden interessierten sich für das Bilderbuch. Zunächst gibt es eine Auflage von 3000 Exemplaren. „Der Dialogverlag plant aber schon weiter“, schmunzelt Trautmann. So wird Brentano wohl vielen jüngeren und älteren Lesern von der Geschichte Emmericks berichten können.
Anna Katharina Emmerick – Ein Bilderbuch für Jung und Alt
Dialog-Verlag Münster
ISBN – 978-3-944974-02-6
Preis 1,90 Euro
Bericht aus den Streiflichtern
Gut 50 Sternsinger folgten der Einladung und freuten sich über das vom Team vorbereitete Popcorn, eine Reihe von Süßigkeiten und verschiedene Getränke.
Ingrid Weppelmann bedankte sich bei den jungen Leuten für ihr Engagement und stellte ihnen drei Filme zum Anschauen zur Wahl. Das Votum fiel auf den Animationsfilm „Ich – Einfach un- verbesserlich“, Teil 2.
Das Fazit der Teamleiterin: „Die Kinder haben sehr viel Spaß gehabt.“ Ihre Bitte: „Kostüme, die noch nicht zurückgebracht worden sind, können im Pfarrbüro Heilig Kreuz abgegeben werden.“ Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags 10 bis 12 Uhr, montags bis donnerstags 14 bis 18 Uhr und freitags 14 bis 16.30 Uhr.
Tolles Sammelergebnis
Wie Lisa Warmeling, Leiterin der Buchhaltung der Zentralrendantur Coesfeld/Dülmen, mitteilte, ergab die Sternsinger-Aktion auf dem Dülmener Stadtgebiet folgende Ergebnisse (in Klammern
die Ergebnisse von 2013 in Euro; Cent-Beträge jeweils gerundet):
St. Joseph 5 988 Euro (2013: 6 287),
Heilig Kreuz 15 444 Euro (14 539),
St. Viktor 8 351 Euro (8 653),
St. Mauritius Hausdülmen 2 980 Euro (3 098),
St. Jakobus Karthaus 2 014 Euro (1 936),
St. Pankratius Buldern 5 599 Euro (3 684),
St. Georg Hiddingsel 3 382 Euro (3 374),
St. Antonius Merfeld 2 884 Euro (2 740)
St. Agatha Rorup 2 473 Euro (2 472).
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Nina Domnick
Hausdülmen. Eine kleine Reise zurück in die Weihnachtszeit versprach Verena Voß, Leiterin der Musikschule, am Sonntagabend dem Publikum in der St.-Mauritius-Kirche in Hausdülmen. Beim Chorkonzert „Die Kindheit Jesu“ präsentierten der Chor Ars Musica und das Jugend-Symphonieorchester der Musikschule einen Ausschnitt aus dem Oratorium von Johann Christoph Friedrich Bach.
„Eigentlich geht die Weihnachtszeit ja auch bis zum Lichtmesstag am 2. Februar, von daher passt das heute doch auch gut“, fand Voß mit Blick auf die Krippe in der Kirche, wo mit diesem Konzert zum ersten Mal ein Auftritt von Musikschülern stattfand. „Ich freue mich sehr, genau dieses Oratorium in einem so schönen Ambiente präsentieren zu dürfen.“
Johann Christoph Friedrich Bach, Sohn des berühmten Komponisten Johann Sebastian Bach, war laut seinen Brüdern der Begabteste unter den Nachkommen. Durch die Freundschaft zum Theologen und Philosophen Johann Gottfried Herder kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen dem Komponisten und dem Dichter, wodurch auch das Oratorium „Die Kindheit Jesu“ entstand. Die verschachtelten Texte und Facetten des Werkes wurden vom Chor und dem Orchester in der qualitativ hochwertigen Art, wie man es von den Musikschülern gewohnt ist, präsentiert.
Jürgen Sultz sowie Dietmar Kolpatzik sangen dabei die Passagen der Hirten. Sultz übernahm zudem den Part des Simon bei dessen Begegnung mit dem jungen Jesus im Tempel. Margit Hegemann sang im Sopran die Passagen des Engels und Birgit Conrad die Maria im Mezzosopran.
„In der sehr bedeutsamen Arie Marias ,Schlummere sanft‘ lässt sich erkennen, dass Maria bereits ahnt, was ihrem Sohn wiederfahren wird“, erklärte Voß, welche auch die Leitung des Chors innehatte.
Unter der Leitung von Britta Butgereit hatte sich das Jugend-Symphonieorchester auf den Auftritt vorbereitet, der die Geschichte von Jesus Geburt bis zum Treffen mit Simon umfasst. Und anhand des Applauses lässt sich mit Sicherheit sagen, dass das Publikum großen Spaß daran hatte, zurück in die weihnachtliche Stimmung entführt zu werden.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Matthäus Kemke
Gedenkveranstaltung zur NS-Zeit in Dülmen mit berührendem Zeitzeugenbericht
Dülmen. „Ich höre die Schreie heute noch.“ Es waren bewegende Erinnerungen, an denen Klara Töns am Dienstagabend im Pfarrheim Heilig Kreuz die Zuhörer teilhaben ließ. Die heute 90-Jährige lebte während des NS-Regimes in Dülmen und hat die Bilder von damals noch so klar vor Augen, als wenn dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte erst einen Wimpernschlag entfernt liegen würde.
Die Bevölkerung hat sich sehr aufgeregt, als es hieß, dass das Stadtwappen verändert werden soll.“
Unter dem Titel „Kreuz und Hakenkreuz“ lud der CDU-Stadtverband gemeinsam mit allen Dülmener Kirchengemeinden zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich der Aufhebung des Stadtwappens durch die Nationalsozialisten ein. Während der Abend musikalisch von Bernhard Weimann am Klavier eingeleitet wurde, erwarteten die rund 100 Gäste, unter denen sich auch Bürgermeisterin Lisa Stremlau befand, vor allem die Erzählungen der eingeladenen Zeitzeugin mit großer Spannung. „Die Bevölkerung hat sich dermaßen aufgeregt, als es hieß, dass das Stadtwappen verändert werden soll“, erinnert sich Töns.
Vor 75 Jahre wurde das Kleeblattkreuz, das Bezug auf den Stadtpatron St. Viktor nimmt, aus dem Wappen entfernt und durch eine Darstellung des Lüdinghauser Tors ersetzt. Erst 1947 kehrte man zum alten Wappen der Stadt mit christlichem Kreuz zurück. „Die Wiedereinführung des alten Wappens habe ich gar nicht so wirklich mitbekommen“, ging es Töns wie vielen Dülmenern in dieser Zeit. „Wir sind nach Rorup gezogen, weil die Innenstadt komplett zerbombt war. Zurückkehren konnten wir damals nicht, und was sich in der Stadt abspielte, bekam man deshalb auch gar nicht mehr so mit.“
Umso genauer erzählte Töns von der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. Sie berichte vom Brand der Synagoge, die sich ganz in der Nähe ihres Elternhauses auf der Münsterstraße befand, von ihrer Lehre beim Laumann Verlag und der Beschlagnahmung des Unternehmens durch die Nationalsozialisten sowie die Verhaftung des damaligen Direktors. Ein Blick in die Gesichter der Zuhörer verriet, dass die Bilder jener Zeit bei vielen bis heute nicht verblasst sind: Während sich die Einen, angesichts der ungeheuren Brutalität, die Hand vor den Mund hielten, nickten andere und gaben zu verstehen: Ich war dabei, ich erinnere mich.
Leider hielt man unter den Gästen vergebens Ausschau nach Jugendlichen, für die vor allem der zweite Vortrag von besonderem Interesse hätte sein können. Unter dem Titel „Zwischen Kreuz und Hakenkreuz - Christliche Jugend und Nationalsozialismus in Westfalen“, referierte der Historiker Prof. Dr. Markus Köster über die Entchristlichung deutscher Jugendorganisationen durch Mechanismen der NS-Jugendpolitik. Erl zeigte eindrucksvoll, welcher immense politische Druck damals insbesondere auf junge Deutsche ausgeübt wurde.
Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der Gemeinde St. Joseph erscheint eine Festschrift.
Auf Bitten des Pfarrers Davis Puthussery, der der Gemeinde über 10 Jahre vorstand, hat eine Gruppe von Gemeindemitgliedern sich auf den Weg gemacht, um alte Fotos, Berichte und Chronikauszüge zu sichten, um so 50 Jahre Gemeindegeschichte lebendig werden zu lassen.
Neben dem Rückblick, der sich an den Dienstzeiten der jeweiligen leitenden Pfarrer orientiert, wurden zahlreiche Beiträge einzelner Gruppierungen gesammelt, um ein eindrucksvolles Bild des derzeitigen aktiven Gemeindelebens aufzuzeigen.
Die Festschrift mit einer Auflage von 600 Exemplaren wird im Pfarrbüro St. Joseph in zeitlicher Nähe zum Festwochenende am 17./18. Mai zum Preis von 3 Euro angeboten.
Info aus der Dülmener Zeitung von Rieke Wiemann
Knapp 60 Pilger weihen neuen Radrundweg ein / Pastor Johannes Hammans begeistert mit Schauspiel
Dülmen. „Einfach faszinierend“, beschreibt Gudrun Liening die Geschichte der Anna Katharina Emmerick. Stolz ergänzt die Dülmenerin, ihren Blick auf das Emmerickhaus gerichtet: „Bei der Seligsprechung 2004 war ich sogar vor Ort in Rom und habe auf dem Petersplatz gesungen - das ging unter die Haut.“
Im Rahmen der Eröffnung des neuen Pilgerradwegs „Anna Katharina Emmerick“ treffen sich Pfingstmontag rund 60 Interessierte mit ihren Drahteseln an der Geburtsstätte der Mystikerin in Flamschen, um sich gemeinsam auf eine eindrucksvolle Fahrradtour nach Dülmen zu begeben.
Ganz schön eng ist es in dem bescheidenen Haus, als die zahlreichen Teilnehmer seine naturgetreu eingerichteten Stübchen mit den tiefen Decken erkunden und sich so ein wirklichkeitsnahes Bild vom Leben im 18. Jahrhundert machen. „Sehr tolles Inventar“, staunt eine 76-jährige Coesfelderin, die nicht zum ersten Mal beeindruckt die Nähstube unter die Lupe nimmt.
Authentisch ist nicht nur das Mobiliar, auch Pastor Johannes Hammans von der Anna-Katharina-Gemeinde begeistert mit einem lebensnahen Szenenspiel aus dem Leben Emmericks: Gekonnt schlüpft er in die Rolle des deutschen Lyrikers, der damals die Visionen der krank gewordenen Mystikerin aufzeichnete, und bringt mit viel Witz das Publikum zum Schmunzeln. „Das ist definitiv Clemens Brentano“, ruft eine Zuschauerin. Noch zwei weitere szenische Darstellungen warten auf die Pilger in Lette und Merfeld, bevor sie die Fahrt bei Kaffee und Kuchen im Pfarrheim Heilig Kreuz in Dülmen ausklingen lassen, so die Veranstalter.
Dorothee Heitz, Pressesprecherin der Stadt und Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins Coesfeld und Partner, schätzt die Kooperation mit Dülmen Marketing sehr: „Mit der Erweiterung des Pilgerwegs bringen wir die Touristik zusammen nach vorne.“
Sabine Pöhling, Geschäftsführerin von Dülmen Marketing, sieht beim neuen Radrundweg das Motto Verbundenheit bestätigt: „Dieses haben sich nicht nur die Kirchengemeinden gewählt, sondern es ist auf die beiden Städte übertragbar. Wir haben von den Teilnehmern eine sehr positive Resonanz erfahren.“
Info aus der Dülmener Zeitung von Nina Domnick
„Die Bücherei der St. Agatha ist eine Bücherei der ersten Stunde“, freut sich Ludger Streyl vom Kirchenvorstand. Nur wenige andere katholische Büchereien im Kreis könnten auf ein längeres Bestehen zurückblicken.
Seit hundert Jahren können Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in die Bücherwelten tauchen.
„Ein Eintrag aus dem Jahr 1914 in einer Statistik der Fachstelle für Büchereien der Diözese Münster belegt, dass in diesem Jahr ein Beitrag von 135 Reichsmark an eine Bücherei ging“, so Anne Schulte vom Büchereiteam. Die erste Erwähnung der Leihbücherei. Am Sonntag feierte die Gemeinde ihre Bücherei in Rorup.
„2009 sind wir in unseren Räumen in der Schule angekommen und heute sehr froh über die vielen positiven Kontakte“, freute sich Schulte. Viele Schüler leihen sich jeden Freitag neue Bücher aus. „Aber das sollte man nicht als Luxus ansehen, sondern als Notwendigkeit“, findet Ludger Streyl. „Trotz E-Books und neuen Medien, das Buch wird bleiben“, zeigte sich Ortsvorsteher Dieter Klaas überzeugt. Besonders lobte Klaas die intensive Arbeit des Teams der Bücherei. „Hundert Jahre Bücherei bedeuten auch hundert Jahre Ehrenamt. Doch genau diese Arbeit bedeutet meist mehr Amt als Ehre.“ Daher hatten es sich alle Helfer verdient nach einem Gottesdienst des Familienmesskreises gemeinsam bei einem Sektempfang anzustoßen und die anschließende Feier zu genießen.
Dazu gehörten auch zwei Lesungen von Markus Walther, der die Zuhörer zum Lachen brachte. Von zerquetschten Wunschelfen bis hin zum bürokratischen Wahnsinn war für jeden etwas dabei. Und auch die kleinen Besucher kamen nicht zu kurz. Ein Zauberer entführte in die Welt der Magie und in einer Ausstellung konnte Kinder- und Erwachsenenliteratur durchgeblättert werden. „Ich bin oft in er Bücherei, um Fußballgeschichten auszuleihen“, erzählt der junge Lesefreund Alexander. Die siebenjährige Katharina findet dagegen eher Gefallen an Feenbüchern. „Ich leihe immer ganz viel aus und dann sagt meine Mama auch mal nein“, weiß Romy zu berichten.
Info aus der Dülmener Zeitung von Markus Michalak
Papst Franziskus erteilt der Heilig-Geist-Stiftung seinen apostolischen Segen
Dülmen. Wenn nicht zum 600. Geburtstag, wann soll man denn dann eine zünftige Party feiern?
Und so hatte es die Festkoordinatorin, Agnes Maria Terhart, im Blumen geschmückten Festzelt verstanden, eine Geburtstagsfeier zu organisieren, der es an nichts mangelte.
Es gab eine schöne Messe mit dem Weihbischof Dieter Geerlings, Gratulanten waren aus Stadt, Kreis, Land und sogar der Bundespolitik gekommen, der Chor der Kirchengemeinde Heilig Kreuz und die Chorgemeinschaft Dülmen sorgten für den musikalisch-feierlichen Rahmen, und natürlich war zum Jubiläum auch an erfrischende Kaltgetränke und einen üppigen Mittagsimbiss gedacht worden.
Im Mittelpunkt der schönen Geburtstagsfeier, zu der natürlich neben der Prominenz aus Klerus und Politik auch die Bewohner der Stiftung eingeladen waren, stand aber die wechselvolle Geschichte der ältesten katholischen Stiftung im Bistum Münster.
Hubert Deipenbrock, Geschäftsführer der Heilig-Geist-Stiftung brachte zum runden Jubiläum sogar Gratulationen aus dem Vatikan zu Gehör: Papst Franziskus lobte in seinem Schreiben das gute Zusammenleben von Jugend und Alter in der Stiftung und erteilte seinen apostolischen Segen.
Deipenbrock erwähnte auch die enge Zusammenarbeit mit dem Bistum Iasi in Ostrumänien. „Auf jede Spende legt unsere Stiftung im Jubiläumsjahr noch einmal dieselbe Summe oben drauf“, versprach er.
Stadtarchivar Dr. Stefan Sudmann zeigte sich in seinem Festvortrag - wie auch andere Festredner - überzeugt davon, dass die Heilig-Geist-Stiftung schon viel länger als 600 Jahre segensreich in und für Dülmen wirkt. „Zwar findet die Stiftung erstmals 1414 urkundliche Erwähnung, doch schon 1313 ist eine Marienbruderschaft in Dülmen bekannt, und es finden sich für das 14. Jahrhundert Belege, dass es bereits früh eine Armenfürsorge mit Unterstützung des Lübecker Bischofs gegeben hat.“
Nicht einmal die Franzosen hätten im 19. Jahrhundert die Trennung von Stadt und Kirche bei der Verwaltung des Heilig-Geist-Stifts durchgesetzt. „Obwohl der Präfekt die Möglichkeit hierzu durchaus gehabt hätte“, betonte Sudmann.
Erst die Nationalsozialisten machten die Heilig-Geist-Stiftung zu einem städtischen Altersheim, was dem ersten Stadtarchivar Dülmens das Recht verschaffte, im Stift verköstigt zu werden. Auch seine Kleidung wurde hier kostenlos gewaschen. „Aufgrund der guten Versorgung des Stadtarchivars durch die Bürgermeisterin ist das heute aber nicht mehr erforderlich“, versicherte Sudmann, dass er die Zeit insofern nicht zurückdrehen wolle.
Nicht nur Landrat Konrad Püning wies auf die moderne Struktur der Stiftung hin, ob Kurzzeitpflege, Betreutes Wohnen oder auch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht.
Die Heilig-Geist-Stiftung, das wurde deutlich, präsentiert sich als moderne Einrichtung, die auch die kommenden hundert Jahre souverän meistern wird. Natürlich heute wieder unabhängig von Stadt und Kirche.
Deipenbrock gratulierte auch dem langjährigen Vorstandsmitglied Hans Lemmen zu dessen 89-jährigem Geburtstag, und bedankte sich für 40 Jahre gute Zusammenarbeit. Kulinarisch sorgte das Team von Ullis Futterkrippe zum Gelingen des Geburtstagsfestes.