Bericht aus den Streiflichtern von Florian Kübber
Bei der Pfarrgemeinde St. Viktor durch Anja Ruffer
Dülmen. Seit dem 1. Februar ist Anja Ruffer die leitende Pfarrsekretärin der sechs Gemeindebüros in der Pfarrgemeinde St. Viktor.
"Ich bin die erste Ansprechpartnerin des leitenden Pfarrers und kümmere mich um Anliegen, die alle Gemeinden betreffen", erläutert Anja Ruffer. Die 43-Jährige ist seit dem 1. Juni 2012 bereits im Gemeindebüro als Pfarrsekretärin tätig und übt die Tätigkeit 30 Stunden in der Woche aus. Dabei pendelt sie zwischen St. Joseph und St. Viktor, wo im Pfarrbüro ein neuer Arbeitsplatz für die neue Leiterin entstanden ist. Dabei ist die Mutter von zwei Kindern, die in Börnste wohnt, aber auch im Frontoffice“ anzutreffen.
Dienstags bin ich etwa den ganzen Tag im Frontoffice und kümmere mich um die Belange der Besucher. Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag bin ich im neuen Backoffice in St. Viktor tätig.“ Und auch im Gemeindebüro St. Joseph ist Anja Ruffer noch anzutreffen. Wir haben allerdings ab sofort das Gemeindebüro St. Joseph am Donnerstagvormittag geschlossen.“
Insgesamt sechs Pfarrsekretärinnen arbeiten in der Pfarrgemeinde St. Viktor, und zweimal im Jahr findet gemeinsam mit den Kirchenmusikern und den Küstern eine Klausurtagung im Kloster Hamicolt statt.
Und noch eine Neuerung gibt es in den Gemeinden. Das mündliche Publikandum wird durch ein Faltblatt, das in allen sechs Kirchen ausliegt, mit allen Terminen der sechs Gemeinden ersetzt“, erläutert Ruffer. Jeweils für eine Woche sind dort Termine, Veranstaltungen und Gottesdienstzeiten abgedruckt.
Info aus der Dülmener Zeitung
Im Gottesdienst am Christkönigssonntag wurden mit Jonas Töns, Mirjam Falley, Lukas Kissenkötter, Gabriel Tolic, Mika Daldrup, Klara Rensing und Collien Küper , die an dem Tag verhindert war, sieben Jungen und Mädchen in die Messdienergemeinschaft des Gemeindeteils St. Viktor aufgenommen. Auf eindrucksvolle Weise präsentierten sie dabei das von ihnen und ihren Betreuern einstudierte und von Christoph Falley an der Orgel begleitete Anspiel über den Heiligen Tarsitius, dem Schutzpatron aller Ministranten. Ferner wurden im Gottesdienst bisherige Messdiener von St. Viktor feierlich verabschiedet. Zum Dank für ihr Engagement erhielten die Jugendlichen gestaltete Kerzen mit dem Pfarrlogo von St. Viktor.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Sigird Muddemann
Rorup. Stimmig und feierlich war die Verabschiedung von Pfarrer Alois Rohlmann und die Pfarrkirche in Rorup war am Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Bannerabordnungen der Roruper Vereine und Verbände waren sehr zahlreich erschienen und der Kirchenchor brillierte mit seinem Gesang. In Konzelebration hielt Pfarrer Markus Trautmann den Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Alois Rohlmann.
Ludger Streyl vom Kirchenvorstand sagte: „Wir feiern diesem Gottesdienst mit Wehmut, aber auch mit Freude. Wehmut, weil Pfarrer Alois Rohlmann als Pfarrverwalter verabschiedet wurde, mit Freude sicher aber auch, Markus Trautmann in Rorup als Pfarrer zu begrüßen. Vielen Rorupern hatte die heilige Messe mit Untermalung des Kirchenchores besonders gut gefallen. Ein Highlight setzten in der heiligen Messe die Kindergartenkinder und die Erzieherinnen. Sie trugen ein anmutiges Lied mit Bewegungen vor, Rohlmann machte ganz spontan mit. Während der Kommunion sang der Kirchenchor „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“.
Trotz der Verabschiedung bleibt Pfarrer Rohlmann schon noch den Rorupern treu. Alle Laudatoren fanden lobende und anerkennende Worte, die Rohlmann immer wieder mit einem zufriedenen Lächeln entgegennahm. Drei Jahre war Rohlmann als Pfarrverwalter in Rorup tätig gewesen. „Durch Deine Fröhlichkeit und Deine herzliche Art hast Du die Roruper einfach mitgenommen,“ so Streyl.
Nach der heiligen Messe war die gesamte Gemeinde im Bürgerhaus zu einem Empfang eingeladen. Dieser Einladung waren dann etwa 150 Gäste gefolgt. Auch Ortsvorstehen Dieter Klaas und der Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier kamen, um sich von Rohlmann zu verabschieden. Eine richtige Überraschung bereiteten die Messdiener aus Rorup dem Pfarrer. In einem sehr schönen Stall schenkten sie ihm mehrere Hühner. Die Augen von Pfarrer Rohlmann leuchteten. „Und gestern habe ich im Internet noch nach Hühnern geschaut,“ freute sich der Pfarrer.
Alle Vereine und Verbände machten Rohlmann auch eine tolle Überraschung. Sie schenken ihm einen Gutschein über eine Bank mit Tisch. „Ludger Reckmann hat schon Hobel und Säge parat, Du musst nur noch sagen, wie groß die Bank sein soll,“ sagte Hermann Richter vom Pfarrgemeinderat. Sehr herzlich, offen und mit nettem Witz bedankte sich auch Pfarrer Heinz Golder bei Rohlmann. „Ich war so froh, dass Du die Lücke damals geschlossen hast, als ich krank geworden bin. Die Zeit hier mit Dir, sie hat mich positiv verändert,“ lobte Golder. „Die Zeit hat nicht nur Ihnen gut getan, sie hat auch mir gut getan. Und ich bin sehr froh, dass ich auch weiterhin noch etwas tun kann,“ meinte Rohlmann zum Abschluss.
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Meine Heimat sind deine Altäre, o Herr der Scharen,
Für die Familie
Traueranschrift: Familie Wilhelm Herpers, Am Katenberg 21, 46284 Dorsten |
Die Kirchengemeinde bietet einen Bustransfer von der Karthaus zum Requiem in St. Viktor an.
Die Abfahrt des Busses auf der Karthaus ist um 8.30 ab der Klosterschänke. Im Anschluss an das Requiem fährt der Bus zur Beisetzung wieder zurück zur Karthaus.
Der Transfer ist kostenlos. Eine Anmeldung für den Bus ist bis Dienstag, 13.00 Uhr im Pfarrbüro St. Viktor, Tel. 02594 98131, und bei Astrid Brinkmöller, Tel. 02594 5113, möglich.
Info aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan und Martin Mensing
Rorup. „Wenn ich nicht Priester geworden wäre, wäre ich Schreiner geworden“, sagt Pater Heinrich Preun von sich. Denn handwerklich würde er sich gerne mit Holz beschäftigen. In seiner kleinen Werkstatt arbeitet Preun zum Beispiel mit der Bandsäge. Doch statt Handwerker wurde der gebürtige Roruper Priester. Am 17. Oktober 1964 empfing er in St. Augustin seine Weihe. Am kommenden Sonntag feiert Heinrich Preun sein goldenes Priesterjubiläum in seinem Wohnort Heek. Doch besonders wichtig war es dem 79-Jährigen, auch in seinem Geburtsort Rorup zu feiern. Und dies macht er mit der St.-Agatha-Gemeinde am Sonntag, 2. November.
„Ich habe noch immer einen starken Bezug zu Rorup“, berichtet Preun. Hier wuchs er als Zweitjüngster von zehn Geschwistern auf. Und hier traf er 1947 auch seinen Onkel Theo Kalwei. Der war zuvor als Steyler Missionar in China tätig gewesen, dem Neffen berichtete er von seiner Arbeit dort. „Das war für mich der Anstoß, mich für den Missions- und Priesterberuf zu entscheiden“, erinnert sich Preun. 40 Jahre nach seinem Onkel wurde er zum Priester geweiht, wie dieser wurde er Steyler Missionar. Kalwei war auch dabei, als der Neffe in der St.-Agatha-Kirche seine Primiz, seine erste Messe nach der Weihe, feierte. An diesen Gottesdienst könne er sich heute noch sehr gut erinnern, sagt Preun. Auch daran, dass damals die Straßen geschmückt worden waren.
Zwar verließ er für sein Studium sein Heimatdorf, doch der Kontakt riss nie ab. Nichten und Neffen würden heute noch dort leben, sagt Preun, eine Schwester wohnt in Dülmen. Hin und wieder werde er in die St.-Agatha-Gemeinde eingeladen. So hielt er etwa zum Jubiläum des Heimatvereins eine Messe auf Plattdeutsch. „Das ist meine erste Sprache, die ich zu Haus gelernt habe“, sagt der Sohn eines Schusters schmunzelnd. Gerade die älteren Einwohner würde er noch kennen. Wobei: „Als ich zum Studium ging, hatte Rorup 500 Einwohner, heute sind es über 2000.“
Bis zum kommenden März wird Heinrich Preun, übrigens bekennender Schalke-Fan, noch als Vicarius Cooperator in Heek tätig sein. Mit der Vollendung seines 80. Lebensjahres zieht er nach St. Wendel ins Saarland. „Im ordenseigenen Seniorenheim gibt es für mich noch sehr viel zu tun“, betont Preun.
Davor wird jedoch erst einmal das Priesterjubiläum gefeiert. Der Festgottesdienst mit Bannerabordnungen am 2. November in Rorup beginnt um 9.30 Uhr, im Anschluss findet ein Empfang im Gemeindehaus statt. Dazu sei jeder willkommen, betont der Jubilar. Mit seinen Verwandten werde er später im Kloster Hamicolt zu Mittag essen. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Kollekte der Jubiläumsmesse: Mit der soll die Arbeit eines Mitbruders unterstützt werden, der sich auf den Philippinen um sogenannte „Müllkinder“ kümmere, erläutert Preun. Statt Geschenke bittet er um Spenden.
Der gebürtige Roruper Heinrich Preun begann 1957 in St. Augustin mit seinem Studium, das er in Rom fortsetzte. Nach seiner Priesterweihe war der Steyler Missionar von 1968 bis 1973 Internatsleiter und Religionslehrer in Ingolstadt, im Anschluss wurde er Novizenmeister in St. Augustin. Nach zwei Stellen als Pfarrverwalter ging er 2005 als Vicarius Cooperator in die Heilig-Kreuz-Gemeinde Heek.
Info aus der Dülmener Zeitung von Ann-Marleen Hoolt
Zu seinen Ehren wehten Wimpel von den Türmen der St.-Agatha-Kirche. Pater Heinrich Preun feierte am Sonntag mit der Roruper Gemeinde sein Goldenes Priesterjubiläum. Am 17. Oktober 1964 hatte der gebürtige Roruper in St. Augustin seine Weihe empfangen. Nachdem er vor zwei Wochen das 50-jährige Jubiläum in seinem Wohnort Heek begangen hatte, ließ er es sich nun nicht nehmen, auch in seinem Heimatdorf Rorup zu feiern.
Nach einem Gottesdienst in der St.-Agatha-Kirche lud die Gemeinde zu einem feierlichen Sektempfang ein, der ebenso wie die Messe vom Kirchechor musikalisch begleitet wurde. Die Kinder des Roruper Kindergarten überraschten den Jubilar dabei mit einem Ständchen. Dafür bedankte sich der ehemalige Roruper mit einem Handschlag bei jedem der jungen Sänger. Von den Messdienern bekam der bekennende Schalke-Fan zudem ein Trikot mit der Aufschrift „Preun 50“. „Darin schlafe ich jetzt jede Nacht“, witzelte Preun.
„In dem Schalke-Trikot schlafe ich jetzt jede Nacht.“
Glückwünsche gab es auch von Ortsvorsteher Dieter Klaas. „Sie haben noch immer ein festes Verhältnis zu Rorup, und die Roruper zu ihnen“, sagte er. Dies zeigte sich deutlich. Wiederholt blieb Pater Preun stehen, um mit ehemaligen Nachbarn und Freunden ein Pläuschchen zu halten. „Ich wohne jetzt seit 60 Jahren nicht mehr in Rorup“, gab Heinrich Preun ein wenig entschuldigend zu. „Die Gesichter kenne ich noch, aber die Namen fallen mir oft nicht mehr ein.“
Bei dem Empfang bildete sich schnell eine lange Schlange von Gratulanten, viele richteten Glückwünsche aus oder übergaben Geschenke an den Pater. Dieser nahm sich für jeden Einzelnen Zeit und erheiterte die Gäste immer wieder mit kleinen Anekdoten und Geschichten. „Trotz seines Alters ist er immer lustig und jung geblieben“, sagte seine Nichte Hedwig Schmalacker. Im Frühjahr nächsten Jahres wird Heinrich Preun sein 80. Lebensjahr vollenden und in den Ruhestand gehen.
„Ich bin überrascht, wie schön und feierlich der heutige Tag ist“, freute sich Heinrich Preun über die vielen Gratulanten. „Es hat sich einiges verändert, seit ich Rorup verlassen habe. Damals hatte das Dorf nur 500 Einwohner. Doch ich komme immer wieder gern zurück.“
Info aus der Dülmener Zeitung
Ich habe einfach immer mehr gespürt, dass ich an meinem Leben vorbeigelebt hätte, wenn ich diesen Weg nicht gegangen wäre“, ist sich Schwester Oliva aus dem Benediktinerinnen-Kloster in Herstelle, einem kleinen Ort der Klosterregion in Ostwestfalen im Landkreis Höxter, rückblickend sicher. Am 23. November feiert die aus Dülmen stammende Schwester dort ihre goldene Ordensprofess. Seit dem 10. März 1962 lebt sie in dem Kloster und legte im November 1964 das ewige Gelübde ab.
„Seit dem Eintritt spürte ich, dass ich angekommen bin“, erklärt Schwester Oliva heute ihre Gefühle. „Und nun im Nachhinein fühlt es sich so an, als sei ich in meinem Leben vorher immer auf der Flucht gewesen.“ Vorher, das war vor über 50 Jahren. Zu dieser Zeit lebte die als Hedwig Kuhmann am 10. März 1941 in Dülmen geborene junge Frau ein ganz normales Leben und konnte sich nach eigener Aussage nie vorstellen, mal ins Kloster zu gehen. „Ich fand den Gedanken zunächst ganz furchtbar und hätte mir diese Lebensweise für mich nicht vorstellen können.“ Bei ihrer ersten Reise nach Herstelle mit 17 Jahren reiste sie nach wenigen Tagen bereits wieder ab. „Ein Jahr später fragte mich eine Bekannte, ob ich nicht die Ferien dort mit ihr im Dorf verbringen würde“, erinnert sie sich. Und auch danach führte sie ihr Weg immer wieder nach Herstelle. „Doch ein Eintritt ins Kloster war für mich immer noch keine Option, besonders nicht Herstelle.“ Es war wohl einfach ihr Schicksal, als sie mit 20 für drei Wochen ins oberbayrische Tutzing gehen wollte und ihr Vater es ihr verbot. „Ich wollte dort zu den Missionsbenediktinerinnen gehen, aber da ich noch nicht 21 war, war meinem Vater eine Reise so weit weg nicht geheuer.“ Eine Reise nach Herstelle dagegen erlaubte er ihr, also führte sie ihr Lebensweg abermals dorthin. „Die ebenfalls aus Dülmen stammende Schwester Beate lebte zu dieser Zeit schon dort und war überrascht mich zu sehen. Sie fragte, was ich dort wollen würde.“ Das wusste Kuhmann zu diesem Zeitpunkt selbst auch nicht. „Doch nur einen Tag später habe ich gewusst, hier gehöre ich hin!“ Von da an war ihr Entschluss gefasst. Sie wollte sich prüfen lassen, ob sie wirklich auf der Suche nach Gott ist.
Das Leben im Kloster war zunächst sehr ungewohnt, da es vor 50 Jahren dort noch recht streng zuging. Der Kontakt sei auf Eltern und die engsten Verwandten beschränkt gewesen. „Umso interessanter war es zu sehen, wie viele Kontakte im Laufe der Jahre wieder aufgelebt sind. Mich haben auch schon sehr viele Dülmener hier besucht.“ Die Verbindung zu ihrer Heimat sei nie abgebrochen, im Gegenteil. Besonders über den Kontakt zu Pfarrer Trautmann aus der St.-Viktor-Gemeinde, der auch schon bei ihr in Herstelle gewesen sei, freut sie sich. Und wenn die Sehnsucht nach Dülmen mal besonders groß ist, gibt es immer noch das kleine Dülmener Konvent. „Schließlich kommen von unseren 39 Schwestern sechs aus Dülmen. Da ziehen einen die Übrigen schon manchesmal mit auf“, schmunzelt sie.
Gemeinsam mit ihnen und über 30 weiteren Gästen wird sie am 23. November in einem Festgottesdienst ihr Gelübde erneuern. Im Anschluss folgt eine Feier. Auch ihre Schwester Mathilde Hölscher wird gemeinsam mit ihrem Mann Schwester Oliva an diesem Tag besuchen. „Ich freue mich auch darauf, bekannte Gesichter zu sehen. Gleichzeitig weiß ich aber, ich bin glücklich genau diesen Weg gegangen zu sein.“
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan / Foto: Kirchengemeinde St. Viktor
Für die Viktor-Gemeinde gestaltet die Karthaus ganz besondere Osterkerzen
Dülmen. Der Auftrag ist einfach: Sechs Kerzen verzieren. Mit Kreuz, Alpha- und Omega-Schriftzeichen und Jahreszahl. Die Herausforderung: Die Kerzen sind 1,20 Meter lang - und daher schlichtweg sehr schwer. Und: Alle sollen gleich aussehen. Denn angesichts der Fusion zum Jahresbeginn werden die sechs früheren Gemeinden, die jetzt St. Viktor bilden, eine besonders verzierte Osterkerze bekommen.
Gestaltet werden die Kerzen von den Werkstätten Karthaus. Um die XXL-Objekte zu verzieren, hat Christiane Schenk, Gruppenleiterin im Laden Karthaus am Tor, ihren Arbeitsplatz erst mit einer Stoffschicht gepolstert. Darüber kommt noch Seidenpapier. Damit das Wachs nicht durch Unebenheiten um Holz beschädigt werden kann.
Auf dem Tisch neben ihr liegen bereits die insgesamt zehn Bestandteile für das geschwungene Kreuz, das Symbol der fusionierten Gemeinden. Aus extra georderten Wachsplatten in Gelb, Orange und Rot hat Schenk diese herausgeschnitten. Für jedes Einzelteil hat die 51-Jährige eine Schablone hergestellt. Bereits fertig sind die Jahreszahlen sowie die griechischen Schriftzeichen Alpha und Omega, die Anfang und Ende des Lebens symbolisieren. Diese hat Schenk von einer Firma aus Hopsten geordert, bei der Gemeinden auch komplett gestaltete Osterkerzen erstehen können.
Von dort kommen auch die 1,20 Meter langen Wachs-Rohlinge. Zwar stellen auch die Beschäftigten im Karthäuser Laden am Tor Kerzen her. Doch für solche XXL-Varianten fehlten einfach die passenden Formen, erläutert Schenk. Wobei Osterkerzen durchaus zum Sortiment gehören - allerdings im deutlich kleineren Format. „Die Nachfrage der Kunden ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben“, berichtet die Gruppenleiterin. Viele würden sich auch heute noch zu Ostern eine Kerze kaufen, die das Jahr über zu besonderen Anlässen brenne - wie übrigens auch zu Hause bei Christiane Schenk.
Dann gibt die Dülmenerin noch einen Tipp zum Abbrennen. Diese sollten immer eine längere Zeit am Stück an sein, mindestens bis der gesamte Kerzenteller flüssig ist. So brenne eine Kerze gleichmäßig ab und unschöne Ränder werden vermieden.
Die 51-Jährige erhitzt jetzt die Plättchen für das Kreuz vorsichtig. „Wenn Kerze und Wachsplättchen eine etwas höhere Temperatur haben, dann halten sie besser“, erläutert Schenk. Dabei verziert sie mit dem Kreuz das untere Drittel der langen Kerze. Denn diese wird bis zum nächsten Osterfest bei allen Messen in ihrer Kirche brennen - und das Motiv, das ein Streifen aus Gelb und Gold abschließt, soll schließlich möglichst lange erhalten bleiben. Unten lässt sie zudem zehn Zentimeter Freiraum für den Kerzenständer.
Die sechs Osterkerzen für St. Viktor sind fast fertig. Fehlen nur noch die fünf Wundmale Jesu, symbolisiert durch spitze rote Dreiecke an jeder Kreuzecke und in der Mitte. Auch die wurden in Hopsten bestellt und auf kleinen Nägeln geliefert. Die werden erst in der Osternacht angebracht. Die passenden Löcher, berichtet Schenk, bohre Viktor-Küster Albert David. Auf keinen Fall sollte dabei ein Stück Wachs absplittern. Das sei schwer zu kitten, so Schenk.
Die sechs Kerzen haben den letzten Schritt gut überstanden. Sie liegen jetzt in den Gemeinden bereit - und warten darauf, in der Osternacht zum ersten Mal angezündet zu werden.
Info aus der Dülmener Zeitung von Claudia Marcy
Eine Freundin – Pfarrer Peter Nienhaus über die Bedeutung, die Anna Katharina Emmerick für uns haben kann.
Dülmen . Am Pfingstmontag wird anlässlich des zehnten Jahrestages der Seligsprechung von Anna Katharina Emmerick der neue Pilgerweg Anna Katharina Emmerick eingeweiht. Der gut 60 Kilometer lange Radrundwanderweg verbindet Coesfeld, wo das Geburtshaus der Seligen steht, und Dülmen, wo Grab- und Gedenkstätte der Emmerick in der Heilig-Kreuz-Kirche sind, miteinander. Über die Bedeutung von Anna Katharina Emmerick, über ihre Wirkung und die Auseinandersetzung mit ihr sprach DZ-Redakteurin Claudia Marcy mit Peter Nienhaus, Pfarrer der Gemeinde Heilig Kreuz sowie Vorsitzender des Emmerick-Bundes.
Erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung mit Anna Katharina Emmerick?
Nienhaus: Es war 1992. Ich kam als Diakon in die Gemeinde Heilig Kreuz. Hier hat mich Pfarrer Dr. Clemens Engling mit Anna Katharina Emmerick und der Arbeit des Emmerick-Bundes bekannt gemacht. Von meiner Mutter, die ja Dülmenerin ist, hatte ich schon vorher von der Emmerick gehört. Aber ich wusste wenig von ihr.
Das hat sich dann in Dülmen schnell geändert?
Nienhaus: Es ist verblüffend, wie viel von Anna Katharina dokumentiert ist - und dennoch entdeckt man immer wieder Neues. Was Skeptiker überzeugt hat und was auch heute noch an ihr fasziniert: Emmerick hat sich Lebensthemen gestellt. Sie hat sich mit Leid, Tod oder Beziehungen beschäftigt. Sie war ein reflektierter Mensch, sehr sensibel, empfänglich für Zwischentöne. Und sie hatte ein äußerst feines Gespür dafür, welchen Verlockungen Menschen - auch sie selbst - erliegen können, zum Beispiel den Verlockungen durch Ansehen und Macht. Es ist sicherlich falsch, sie als naives Duldergeschöpf zu sehen. Das war sie nicht.
Würden Sie Anna Katharina Emmerick als Freundin bezeichnen?
Nienhaus: Max Frisch hateinmal gesagt, es sei gut, auch Freunde unter den Toten zu haben. Für mich ist die Emmerick - neben anderen - eine Freundin unter den Toten. Sie hilft mir dabei, Beziehungen zu der jenseitigen Welt und zu Gott zu suchen und zu halten.
Vor zehn Jahren wurde Anna Katharina Emmerick selig gesprochen. Was hat sich seitdem in der Gemeinde Heilig Kreuz verändert?
Nienhaus: Die Seligsprechung hat Anna Katharina Emmerick in den Mittelpunkt des Interesses gerückt - und zwar weltweit. Gerade in der ersten Zeit nach der Seligsprechung kamen sehr viele Gruppen zu ihrem Grab hier nach Dülmen. Das ist inzwischen weniger geworden, aber das Interesse ist ungebrochen. Wir schätzen, dass jährlich zwischen 1000 und 2000 Pilger ihr Grab besuchen.
Viele Menschen legen Zettel mit Wünschen und Bitten auf ihr Grab ...
Nienhaus: ... und erfahren Hilfe. Es gibt immer wieder Zeugnisse, dass sie geholfen hat.
Sind die Bitte um Hilfe oder Fürsprache bei Gott Ausdruck einer Volksfrömmigkeit?
Nienhaus: Ja. Ebenso wie Lichterprozessionen oder Andachten, die in unserer Gemeinde stattfinden. Aber bei aller Verehrung, die Anna Katharina Emmerick zuteil wird, muss man sagen: Sie ist eine sperrige Selige. Das, was ihre Zeitgenossen befremdet hat - ihre Visionen, ihre Wundmale, ihre Nahrungslosigkeit - macht sie uns auch heute fremd und nicht leicht verständlich.
Spielte Anna Katharina Emmerick für den Fusionsprozess der Gemeinden Heilig Kreuz und Maria Königin hier in Dülmen eine Rolle?
Nienhaus: Man kann es vielleicht so ausdrücken: Anna Katharina Emmerick war eine stille Begleiterin der Fusion. Ihre Gedenkstätte wurde lange von den Augustinermönchen in Maria Königin betreut, während die Grabstätte in Heilig Kreuz war. Als 2004/2005 die Kirche Heilig Kreuz renoviert, das Grab umgestaltet und unter der Krypta die Anna-Katharina-Emmerick-Gedenkstätte eingerichtet wurde, wurden ihre Gebeine vorübergehend nach Maria Königin gebracht.
Hat sich die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Anna Katharina Coesfeld seit der Seligsprechung verstärkt?
Nienhaus: Es gab immer viele Berührungspunkte - zwischen dem Emmerick-Bund in Dülmen und dem Anna-Katharina-Emmerick-Verein in Coesfeld, der sich für das Geburtshaus verantwortlich fühlt. Zur Seligsprechung 2004 wurde der Radpilgerweg zwischen Dülmen und Coesfeld ausgearbeitet, der jetzt zum Rundweg erweitert worden ist. In Coesfeld wird nicht nur der zehnte Jahrestag der Seligsprechung, sondern auch der zehnte Jahrestag der Fusion zur Gemeinde Anna Katharina gefeiert. Die Coesfelder nehmen in ihrem Namen und ihrem Leitbild ganz direkt Bezug auf Anna Katharina.
Es sind gemeinsame Veranstaltungen geplant?
Nienhaus: Wir besuchen die Coesfelder zum zehnjährigen Fusionsjubiläum, die Coesfelder kommen umgekehrt nach Dülmen zum Jahrestag der Seligsprechung. Wir haben die gemeinsamen Veranstaltungen unter den Begriff „Verbunden“ gestellt. Er ist mehrdeutig gebraucht. So nimmt er auf die Verbundenheit unseren Gemeinden Bezug, auf die Verbundenheit der Emmerick zu uns, die Verbundenheit zwischen den Menschen und Gott, und schließlich auf die Emmerick selbst, die wir von Bildern ja nur als mit Wickeln Verbundene kennen.
Der Radwanderweg Anna Katharina wird von dem Marketingvereinen in Dülmen und Coesfeld eher weltlich vermarktet: die Emmerick als Frau mit einer ungewöhnlichen und interessanten Biografie. Stört Sie das?
Nienhaus: Nein, überhaupt nicht. Ich freue mich sehr, wenn ein Interesse an Anna Katharina Emmerick besteht, sie als Person der Zeitgeschichte gesehen und gewürdigt und noch bekannter gemacht wird.
Anna Katharina Emmerick (1774-1824) wurde am 3. Oktober 2004 von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen. Ein erster Seligsprechungsprozess, der im 19. Jahrhundert eingeleitet worden war, wurde 1928 beendet.
Info aus der Dülmener Zeitung von Lina Fromme
Hohen Besuch erhielt am Wochenende die Andheri Kinder- und Leprahilfe, denn der Vorstand konnte Burkhard Wilke (Bundes-Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen) in Dülmen willkommen heißen. Der Verein erhielt von ihm erneut vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Frage das Spendensiegel.
„Seit 1992 sind wir ununterbrochen Träger dieser Auszeichnung - das ist schon eine Leistung“, verkündete der Vorsitzende Bernd Schmitz stolz. „Ohne Vertrauen keine Spenden, so ist es nun mal,“ erklärte Schmitz. Das Spendensiegel werde Organisationen verliehen, die den Siegelstandards entsprechen. Einer dieser Standards sei, dass die Spender sichergehen könnten, dass ihr gespendetes Geld satzungsgemäß verwendet wird. „Für viele Spender ist das sehr wichtig bei der Auswahl einer Organisation“ so Schmitz.
In diesem Jahr sei eine „beträchtliche Summe“ zusammengekommen, berichtete der Vorsitzende. Die Spenden reichten hierbei von zwei Euro bis in fünfstellige Bereiche. Genauso verschieden wie die Summen seien auch die Spender - vom Schüler über Familie bis zu Rentnern.
Das Geld gelangt direkt zu den Helpers of Mary, die ihre Stationen in Indien, Kenia und Äthiopien haben. Die Nonnen, die ein Armutsgelübde abgelegt haben, leben vor Ort mit den Menschen in den Slums. Die Andheri-Hilfe setzt sich besonders für die Mädchen in den Ländern ein, es werden Schule gebaut, Kleidung verteilt und den Kindern im Alltag geholfen. „Es ist übermenschlich, was die Schwestern dort leisten“, betonte Bernd Schmitz. Es gebe jedoch immer noch reichlich Handlungsbedarf, und die Dülmener Andheri-Hilfe hofft daher auch weiterhin auf Spenden für ihre Arbeit.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Claudia Marcy
Bischof Felix Genn kam zur Einsegnungsfeier Haus Jakob zur Karthaus und dankte den Bewohnern
Dülmen. Blumen, Wärme, Tiere, Obst, aber auch ein kuscheliges Bett, Gebet und Engelsflügel: Die Bewohner von Haus Jakob haben ihre Wünsche für ihr neues Zuhause in einem großen Bild zusammengetragen. Am Samstag war es in der Kapelle des Anna-Katharinenstifts, zu dem Haus Jakob gehört, im Einsegnungsgottesdienst für das Haus ausgestellt. Dr. Felix Genn erkannte in diesem farbenfrohen Bild „keine Spur von Traurigkeit“, sondern entdecke hier „die Fülle des Lebens“. Für dieses Geschenk der Bewohner bedankte sich der Bischof, der extra zur Einsegnung von Haus Jakob aus Münster gekommen war.
Bunt und lebendig war auch der von Mitarbeitern und Bewohnern sorgfältig vorbereitete Gottesdienst. Unbefangen gingen die Bewohner mit dem Gast aus Münster um, der zusammen mit Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp und Pater Klaus die Messe zelebrierte. Freimütig gestanden sie ihm, dass es auch unter ihnen mal Zank gebe, ganz so wie bei dem Namenspatron ihres Hauses, dem biblischen Jakob.
Genn betonte in seiner Predigt, wie wichtig eine Einrichtung wie Haus Jakob, also ein Alten- und Pflegeheim für behinderte Menschen, sei und wünschte sich, dass der Streit der Politik darüber, wer die Kosten übernehme, nicht auf den Rücken der Bewohner ausgetragen werde. „Genau!“, kam da laute und spontane Zustimmung aus der Bewohnerschaft. Und auch der Applaus für Georg Breitkopf und den Mitarbeiterchor samt Musikern für die schöne Gestaltung des Gottesdienstes erfolgte spontan und herzlich.
Nach der Messe übergab Architektin Anne Linnemannstöns einen gläsernen Schlüssel an Gisela Wiels-Heckmann, Leiterin der Gesamteinrichtung, Uwe Schmitz, Leiter von Haus Jacob, und Bewohnerin Ursula Rückes. Gläsern sei der Schlüssel deshalb, weil er Transparenz und Offenheit symbolisieren solle, die in der Arbeit und im Umgang miteinander herrsche, sagte sie. Überhaupt lobte sie die „sehr angenehme“ Zusammenarbeit mit dem Anna-Katharinenstift in der Planungs- und Bauphase.
Im Anschluss segnete der Bischof die neuen Räume ein. Neben den Bewohnern gab es weitere Gäste - unter anderem Dülmens stellvertretende Bürgermeisterin Annette Holtrup sowie Vertreter anderer Einrichtungen der Behindertenhilfe. Vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) als Träger des Anna-Katharinenstifts und Haus Jakob waren SkF-Bundesgeschäftsführerin Renate Jachmann-Willmer gekommen sowie SkF-Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus aus Würzburg.
Info aus der Dülmener Zeitung von Louis Rauert
„Gealtert ist die Einrichtung in den 50 Jahren kein bisschen“, erklärt Heino Korste, Vertreter der Gemeinde St. Viktor. „Die Kinder sind mit Sicherheit immer noch genauso munter wie damals.“ 1964 öffnete der katholische Kindergarten St. Anna zum ersten Mal seine Pforten - ein halbes Jahrhundert liegt das jetzt zurück. „Ich freue mich auf weitere 50 Jahre mit Euch“, sagt Miriam Schmidt, Leiterin des Familienzentrums. Auch die Erste Beigeordnete Christa Krollzig gratuliert. „Der Kindergarten stand immer wieder vor großen Herausforderungen, die allesamt gemeistert wurden“, betont sie.
Das Jubiläum ist natürlich ein triftiger Grund zum Feiern. Zahlreiche Eltern haben gemeinsam mit den elf Erzieherinnen das Fest zum Geburtstag organisiert, das am Sonntag gefeiert wird. Kaffee und Kuchen stehen auf einem üppig bestückten Bufftetisch bereit, Fritten und Würstchen können am Grill gegen ein paar Wertmarken eingetauscht werden. „Die Kinder sollen heute bespaßt werden“, erklärt Schmidt. Das lassen sich die Kleinen nicht zweimal sagen. Munter flitzen fröhliche Kinder über das gesamte Gelände.
Wolfgang Krämers Eis-Mobil steht im Hinterhof und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Kleinen. Die Kugeln sind schließlich gratis. Und wie schmeckt es? „Guuuut“, betont Finn, der gemeinsam mit seinem Bruder am Spielplatz steht und genüsslich an seiner erfrischenden Eiskugel schleckt.
Nach der Abkühlung geht es direkt weiter zum riesigen Strohberg, der neben der St.-Viktor-Kirche aufgebaut ist. Da können die zwei Jungs sich richtig austoben, zwischen den Ballen hin und her klettern und von oben herunterrutschen, ehe sich das Duo eine zweite Kugel Eis zur Regeneration gönnt.
Gegenüber vom Eis-Mobil gibt es verschiedene Preise zu gewinnen. Mit etwas Glück steht demnächst ein kostenloser Besuch im düb, Allwetterzoo oder Joy’n us an. Letzteres ist bei Tobi der Fall. „Ich habe erst einmal am Glücksrad gedreht und sofort eine Freikarte für die Spielehalle gewonnen“, freut er sich. Für Schwester Gina ist diesmal nur eine rote Kappe rausgesprungen: „Aber Tobi hat gesagt, ich darf mitkommen!“
Überall wimmelt es nur so von kleinen Tigern, Feen und Spinnen - und es werden immer mehr. Um den Schminkstand hat sich längst eine große Traube von interessierten Kindern gebildet, vielen erstaunten Blicken ist abzulesen: „Das will ich auch.“ Um zu wenig Arbeit müssen sich die beiden Damen vom Schminkstand vorerst also keine Sorgen machen.
Eines wird bei dem bunten Kindergartenfest auf jeden Fall klar: Munter sind die Kleinen - genauso wie vor 50 Jahren.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Dülmen. In zwei großen Paketen, Aufschrift „Vorsicht zerbrechlich“, sind die neuen Kirchenbücher angekommen. Behutsam packt Pfarrsekretärin Annette Becker sie aus. Zum Vorschein kommen drei große Einbände, sie sind als Tauf-, Ehe- und Sterberegister gedacht. In zwei kleineren Büchern werden Erstkommunionkinder und Firmlinge notiert. Dazu kommt ein Heft für Kirchenaustritte. Noch gibt es überall leere Seiten. Doch schon bald soll hier das Leben in der neuen Großgemeinde St. Viktor dokumentiert werden.
Am kommenden Samstag, 11. Januar, findet um 17 Uhr der offizielle Fusionsgottesdienst in der St.-Viktor-Kirche statt. Dabei wird es voll werden im Altarraum. Bis zu zehn Priester werden als Konzelebranten bei der von Pfarrer Markus Trautmann gehaltenen Messe dabei sein. Dazu 24 Messdiener, jeweils vier aus jedem Gemeindeteil. Nicht zu vergessen die Fahnenabordnungen.
Ein Ausschuss mit Vertretern aus allen Gemeindenteilen habe den Gottesdienst vorbereitet, berichtet Pastoralreferent Christian Rensing. Gleich an mehreren Stellen werde symbolisch darauf eingegangen, dass aus sechs Gemeinden nun die Pfarrei St. Viktor wird. So bringen Abgeordnete aus jedem Gemeindeteil eine Kerze mit Abbildungen der Patrone der Filialkirchen zum Altar, wo Weihbischof Dieter Geerlings im Anschluss eine Fusionskerze, die das Logo der neuen Pfarrei ziert, entzünden wird. „Die Kerzen sind in den Werkstätten Karthaus hergestellt worden“, berichtet Rensing. Auch später im Gottesdienst soll anhand von sechs Symbolen gezeigt werden, dass jede frühere Gemeinde ihre Stärken und Begabungen mit in die neue Großpfarrei einbringen wird. Und der Projektchor, den Thomas Drees leitet, besteht aus Sängern sowohl von St. Viktor und St. Joseph als auch Merfeld, Rorup, Karthaus und Hausdülmen.
Im Anschluss an die Messe gehen die Feierlichkeiten in einem beheizten Zelt auf dem Kirchplatz weiter, so der Pastoralreferent. „Am Beginn wird dann Raum für Grußworte sein“, erläutert Rensing. „Dann besteht Zeit zur Begegnung.“ Angeboten werden ein Imbiss und eine Suppe, musikalisch wollen Christoph Falley am Saxofon sowie das Duo Rico und Franzi aus dem Jugendchor St. Joseph das Geschehen begleiten.
Mit der offiziellen Fusionsfeier endet übrigens die Arbeit des Lenkungsausschusses noch nicht, betont Christian Rensing. Weitere Treffen sind geplant, und zwar bis zu den Pfarreiratswahlen am 11. Mai. „Dann wird der neue Pfarreirat die Arbeit offiziell weiterführen“, erläutert der Pastoralreferent.
Umgestaltung des Pfarrbüros St. Viktor
Im Pfarrbüro St. Viktor wird es zeitnah einige Veränderungen geben, erläutert Pastoralreferent Christian Rensing. So wird in einem bisherigen Besprechungszimmer ein neuer Büroarbeitsplatz eingerichtet. So sollen zwei Personen gleichzeitig im Sekretariat arbeiten können. Denn auch personell wird es Veränderungen geben: Annette Becker, bisher Pfarrsekretärin von St. Viktor, wird Unterstützung von Anja Ruffer bekommen, die bislang im Pfarrbüro St. Joseph tätig ist. Ruffer wird mehr Stunden als bislang für die Gemeinde als Pfarrsekretärin tätig sein und auch im Büro von St. Viktor eine Präsenzzeit haben. Becker wiederum soll auch im Pfarrbüro von St. Joseph zum Einsatz kommen, erläutert Christian Rensing. An den Öffnungszeiten der beiden Pfarrbüros werde sich erstmals nichts ändern.
Info aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Den Aufgang zur früheren Kapelle, an den kann sich Architekt Franz-Josef Dreier noch gut erinnern. „Wir haben versucht, alles möglichst in den Ursprungszustand zu bringen“, erläutert der Dülmener Architekt mit Blick auf das Treppenhaus. Die großen Fenster im Obergeschoss wurden ausgebaut, dafür gibt es zwischen den Balken jetzt Holzgeländer. Auf der Treppe wurde der Teppichboden entfernt, der zuvor die Fliesen verdeckte. Und neu hinzugekommen ist ein Aufzug in einem gläsernen Schacht.
„Hell, freundlich und kommunikativ“, so fasst Johannes Hammans, Pfarrer der Anna-Katharina-Gemeinde Coesfeld, sehr passend seine Eindrücke von der umgebauten, jetzt barrierefreien Zentralrendantur zusammen. Diese ist nach der Fusion der Rendanturen in Dülmen und Coesfeld zum Jahresbeginn in Trägerschaft der Coesfelder Gemeinde, hat ihren Sitz jedoch neben der früheren Maria-Königin-Kirche in Dülmen. Die bisherigen Räume dort sind nun durch zwei Durchbrüche zum früheren Emmericksaal und Jugendhaus erweitert worden, um Platz zu schaffen für die sieben Coesfelder Mitarbeiter. Diese sind Ende der Woche in ihre neuen Büros gezogen. Noch stehen überall Umzugskartons. „Wir werden noch ein paar Tage brauchen, bis wir uns eingerichtet haben“, sagt der stellvertretende Leiter Andreas Groll.
Rund 350.000 Euro waren für die Umbauarbeiten eingeplant worden, berichtet Dreier. „Wir hoffen aber, dass es etwas weniger wird“, erläutert der Architekt. Bauherr war der Vermieter, die Heilig-Kreuz-Gemeinde, die Zuschüsse vom Bistum bekam. Neben dem Kosten- konnte auch der Zeitrahmen eingehalten werden.
Mit Emmericksaal und Jugendhaus konnte die Zentralrendantur ihre Fläche jetzt auf von 250 auf 568 Quadratmeter mehr als verdoppeln. So teilen sich etwa die Friedhofsverwaltungen Dülmen und Coesfeld jetzt ein Büro, die Mitarbeiter können sich gegenseitig vertreten. In den großzügigen Büros der einzelnen Sachgebiete sei jeweils ein zusätzlicher Arbeitsplatz für Auszubildende eingerichtet worden, erläutert Groll. Alles sei jetzt auf dem neusten Stand der Technik. So wurden auch die bisherigen Räume, an denen es kaum bauliche Veränderungen gab, umfassend saniert, nachdem die Dülmener Mitarbeiter in die bereits fertigen neuen Büros gezogen waren.
Während im Obergeschoss des Jugendhauses ein Sozialraum für die Mitarbeiter entstand, befindet sich unter dem früheren Emmericksaal nun ein großes Versammlungszimmer. Dies könne, erläutert Groll, dank einer Zwischentür auch außerhalb der Öffnungszeiten der Rendantur genutzt werden.
Offiziell eingeweiht wird die umgebaute Zentralrendantur am 7. März 2015 mit einem Tag der offenen Tür.
Info aus der Dülmener Zeitung von Christoph Falley
Fronleichnamsprozession von St. Viktor nach St. Joseph zeigte: Großgemeinde ist auf gutem Weg
Dülmen. Die erste gemeinsame Fronleichnams-Prozession der bisherigen Gemeinden St. Joseph und St. Viktor fand in diesem Jahr unter lebhafter Beteiligung der Gläubigen statt. Zahlreiche Aktive aus Vereinen und Verbänden beider Gemeinden waren bei der Vorbereitung beteiligt gewesen, so dass eine bunte Mischung aus allen Generationen gemeinsam auf dem Weg war.
Auftakt war der Festgottesdienst in St. Viktor, mitgestaltet vom Gemischten Chor der Kantorei St. Joseph. Von der Viktorkirche zog die Prozession über vier Stationen nach St. Joseph.
Alle vier Zwischenstationen waren sehr liebevoll vorbereitet, angefangen am Segensaltar auf dem Overbergplatz über die Station am Kreuz an der Coesfelder Straße, eine besonders gestaltete Station am Ida-Kindergarten hin zum Garten des Maria-Ludwig-Stiftes.
An den Segensaltären sang zunächst der Gospelchor St. Viktor, ehe es nach dem Evangelium und den Fürbitten immer einen sakramentalen Segen gab. Die Kinder und Erzieherinnen des Ida-Kindergartens hatten mit der Erzählung von der Arche Noah und dem Regenbogen als Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen eine ganz besondere Station gestaltet.
Nach dem Abschlusssegen in St. Joseph waren die Teilnehmer noch zum Beisammensein bei Grillwürstchen und Getränken eingeladen. Der große Zuspruch, den diese gemeinsame Prozession fand, war ein erneutes ermutigendes Zeichen, dass das Zusammenwachsen der Gemeinden auf einem offenen und guten Weg ist.
Info aus der Dülmener Zeitung
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens lädt die Pfarrbücherei St. Agatha Rorup am Sonntag, 26. Oktober, zu einer Jubiläumsfeier samt Buchausstellung ein. Als finanziellen Zuschuss erhielt sie nun eine Spende von 400 Euro von der Volksbank Lette-Darup-Rorup von Niederlassungsleiter Michael Bleister. Über das Geld freuten sich Jutta Arzdorf, Irene Angelkotte und Claudia Segbert vom Büchereiteam.
Info aus der Dülmener Zeitung, von Kristina Kerstan
In ihren 100 Jahren hat die Pfarrbücherei Rorup schon so manchen Umzug mitgemacht. 1914 öffnete sie in der damaligen Vikarie an der Schulstraße. 1967 folgte der Umzug in die Küsterei am Kirchplatz. Als die 1988 erweitert wurde, war die Bücherei übergangsweise in einer Arztpraxis im Bürgerhaus untergebracht. 2008, als die Küsterei einer Wohneinrichtung für Senioren wich, ging es zurück zur Schulstraße, in Räume der Mariengrundschule. 2009 zog die Bücherei wiederum innerhalb des Gebäudes um, jetzt stehen die rund 1800 Medien in einem früheren Klassenraum mit Blick auf den Schulhof.
Es ist Leiterin Anne Schulte, die die Geschichte der katholischen öffentlichen Bücherei Rorup erläutert. Gemeinsam mit dem Team plant sie derzeit das Jubiläum, das am Sonntag, 26. Oktober, im neuen Pfarrhaus gefeiert wird. Beginn ist um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst. Im Anschluss findet ab circa 10.30 Uhr ein Sektempfang im Pfarrhaus, vor dem zusätzlich ein Zelt aufgestellt wird, statt. Es gibt eine Cafeteria, zwei Lesungen mit Autor Markus Walther, Musikuntermalung, einen Zauberer und, nach einigen Jahren der Pause, wieder eine Buchausstellung.
Dass das Jubiläum stattfindet, ist einem Zufall zu verdanken. 2004 entdeckte eine Mitarbeiterin in alten Unterlagen das Gründungsjahr der Roruper Bücherei, berichtet Anne Schulte. „Von der Fachstelle in Münster hätten wir das wohl nicht erfahren”, fügt sie schmunzelnd hinzu.
Seit 1987 ist Schulte in der Bücherei aktiv, die sie gemeinsam mit Irene Angelkotte leitet. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen hätten wir das alles nicht aufrecht erhalten können”, lobt Angelkotte das Team. Teilweise seien heutige Helfer bereits als Kinder in die Bücherei gekommen, um sich dort mit Lektüre zu versorgen, ergänzt Schulte.
Apropos Kinder: Seit dem Umzug 2008 hat sich die Zusammenarbeit mit der Grundschule intensiviert. „Wir öffnen jeden Freitag von 9.30 bis 10 Uhr in der ersten großen Pause”, erläutert Teammitglied Doro Klaas-Peter. Das Angebot werde von den Grundschülern gut genutzt. „Einige Kinder frühstücken sogar bei uns”, berichtet Klaas-Peter. „Die fühlen sich wohl in der Bücherei”, fügt Jutta Arzdorf hinzu, ebenfalls Mitglied im elfköpfigen Leiterteam. Und zu den anderen Öffnungszeiten würden die Kinder dann mit ihren Eltern wiederkommen. „Unser Ziel ist es, die Bücherei so lange wie möglich in Rorup zu erhalten“, betont Angelkotte.
Zum Kundenstamm gehörten vor allem junge Familien, Klein- sowie Kindergartenkinder und die Grundschüler, berichtet Anne Schulte. „Wir sind immer dabei, aktuelle Neuerscheinungen für die Bücherei einzukaufen”, entweder im örtlichen Buchhandel oder über den Borromäusverein. Auch Wünsche von Lesern greife man auf. Neben Büchern für unterschiedliche Altersgruppen gehören Hörbücher, CDs und Spiele zum Angebot.
Und was wünschen sich die Ehrenamtlichen zum 100. Geburtstag der Pfarrbücherei? „Es wäre schön, wenn wir einen eigenen Eingang hätten”, sagt Irene Angelkotte. Auch über ein computergestütztes Ausleihsystem würden sich die Mitarbeiter freuen. Denn wer wann welche Lektüre ausgeliehen hat, das wird immer noch per Hand eingetragen - wie wahrscheinlich schon in der ersten Roruper Pfarrbücherei, vor genau 100 Jahren.
Info aus der Dülmener Zeitung
Die Pfadfinderinnen aus St. Joseph verbrachten einige Tage in der Jugendbildungsstätte Baustelle in Daldrup. Das Treffen stand unter dem Motto „Hexen, Mythen, Sagen“. Den Morgenimpuls gab die neue Stammeskuratin und Pastoralreferentin Ursula Benneker-Altebockwinkel. Anschließend bastelten die Mädchen hexentypische Utensilien. Außerdem gestalteten sie das Bild für den Adventskalender im Rathaus, welches am 2. Dezember enthüllt wird. Das Treffen schloss mit einem Fotonachmittag, zu dem alle Eltern der Pfadfinderinnen eingeladen waren, um sich Fotos und Videos von sowohl vergangenen als auch aktuellen Aktionen anzuschauen, so eine Mitteilung über das Treffen.
Info aus den Streiflichtern von Yvonne Reher
Gemeindehaus in Rorup wird am 28. September eingeweiht
Rorup. Noch ein wenig kahl sind die Wände im neuen Gemeindehaus Rorup. Doch das soll sich spätestens am 28. September ändern, wenn das Gebäude feierlich eingeweiht wird. „Von den Firmlingen sind Bilder gestaltet worden“, informiert Schwester Agatha Bölke, Mitglied im Pfarreirat. Wo sie ihren Platz finden werden, steht noch nicht fest. Darüber hinaus wird in jedem Raum des Hauses ein Kreuz aufgehängt. „Einige ältere Kreuze wurden ausgesucht“, sagt Ludger Streyl, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses. Und auch ein modernes Kreuz wird, wie Robert Wulf, Mitglied des Verwaltungsausschusses ergänzte, „seinen Platz finden“.
Das Gemeindehaus soll allen Menschen in Rorup zur Verfügung stehen. Das ist nicht nur Hermann Richter, dem ehemaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und heutigen Pfarramtshelfer, wichtig. Gemeinsam mit Pfarrer Heinz Golder gab er im Kirchenvorstand den Anstoß für das Gemeindehaus im Schatten von St. Agatha, zu dessen Vollendung sich der Pfarrverwalter Aloys Rohlmann eingesetzt hat. An der heutigen Stelle stand laut Urkataster von 1826 ein Haus, das 1909 durch einen Neubau ersetzt wurde. Zuletzt diente dieses als Wohnraum für eine Familie.
Die erste Idee, das Gebäude vom Baujahr 1909, das inzwischen leer stand, umzubauen, wurde nach reichlicher Überlegung verworfen. „Es war nur sehr wenig historische Bausubstanz vorhanden“, so Streyl. „Eine Renovierung ist wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen“, sagt Robert Wulf.
Ein Neubau musste her. Die Pläne fertigte Architekt Franz-Josef Dreier vom Architekturbüro AIG Dülmen an. „Ein guter Entwurf“, findet Ludger Streyl mit Blick auf das Ergebnis. Bei der Planung habe ihnen Eric Potthoff, der ehemalige Leiter der Zentralrendantur Dülmen, sehr viel mitgeholfen. Mit den Fensterbänken aus Sandstein und der Zierverblendung ist der Balanceakt gelungen, das Gebäude an die alte Substanz anzupassen. Ansonsten ist es ein modernes Haus. Beheizt werden die insgesamt 160 Quadratmeter großen Räumlichkeiten mit Erdwärme.
380 000 Euro kostete insgesamt der Bau des neuen Gemeindehauses. Damit wurde genau der Betrag ausgegeben, der im Fianzierungsplan des Bistums Münster für dieses Projekt genehmigt worden ist.
Auf positive Resonanz ist das neue Gemeindehaus bereits gestoßen. Genau unter die Lupe nehmen können es alle am Sonntag, 28. September nach dem feierlichen Hochamt in St. Agatha, das an diesem Tag ausnahmsweise um 11 Uhr und nicht wie gewohnt um 9.30 Uhr beginnt. Die Messe zelebriert Pfarrer Markus Trautmann. „Sie wird als Erntedankmesse gefeiert“, informiert Schwester Agatha Bölke.
Für den passenden Schmuck im Gotteshaus sorgt wieder die Landjugend aus Rorup.
Voraussichtlich wirken an diesem Tag auch die Jagdhornbläser des Hegerings Dülmen mit. Nach dem Hochamt findet die Einweihung des Gemeindehauses statt. Danach schließt sich ein buntes Programm an, das genügend Freiraum für Gespräche zwischen den Rorupern bieten soll.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Julia Twiehoff
Dank des Fördervereins konnten neue Geräte für den St.-Antonius-Kindergarten angeschafft werden
Merfeld. Für den St.-Antonius-Kindergarten in Merfeld ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen: Zahlreiche Spielgeräte sind erneuert worden, sogar ein Baumhaus haben die Kinder nun zum Spielen. „Das Einzige, was geblieben ist, sind die Turnstangen. Ansonsten wurde alles neu gemacht“, freute sich Leiterin Sarah Goral. Ermöglicht wurden die Anschaffungen vom Förderverein der Einrichtung, der rund eineinhalb Jahre für dieses Projekt gespart hatte.
Beim Tag der offenen Tür wurden die Spielgeräte jetzt offiziell eingeweiht und von Pfarrer Davis Puthussery gesegnet. Auch den vielen Kindern, die mit ihren Eltern zum Kindergarten gekommen waren und die neuen Geräte gleich ausprobierten, wurde der Segen erteilt. „Wenn es schon ein Neues gibt, dann auch langfristig, und da kann und muss gerne investiert werden“, lobte Puthussery die Anschaffungen.
„Jetzt sind bei uns alle Spielgeräte U3-tauglich, also auch für die ganz Kleinen, aber trotzdem machen sie die Großen noch neugierig“, erläuterte Sarah Goral. Nun könne der Kindergarten von sich sagen, ausschließlich pädagogisch wertvolle und für alle Altersstufen gerechte Spielgeräte zu haben. Die Gestaltung der Spielgeräte hatte Landschaftsarchitekt Teschner aus Dülmen übernommen.
Auch eine besondere Attraktion hat das neu gestaltete Außengelände. Die Vorsitzende des Fördervereins St. Antonius, Sandra Uhlending, überreichte dem Kindergarten ein großes, 150 Kilo schweres Wildpferd aus Holz, das nun ebenfalls draußen für die Kinder bereitsteht. „Die Dülmener Wildpferde sind unser Aushängeschild, also dürfen sie auch im Kindergarten nicht fehlen. Es hat sogar den typischen Aalstrich auf dem Rücken“, so Uhlending. Die Kinder waren von dem Geschenk begeistert und kletterten schon bald darauf herum.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Julia Twiehoff
Merfeld. Eine Art Nationalfeiertag für Merfeld ist das Patronatsfest zu Ehren des heiligen Antonius „Swine Tüns“, dem Schutzpatron der Bauern, Nutztiere, Schweinehirten und Metzger, das am Sonntag gefeiert wurde.
Als besonderer Höhepunkt war zum ersten Mal das fünfköpfige Roruper Alphornensemble dazu eingeladen worden, die Festmesse musikalisch mitzugestalten.
Platziert waren die Alphornbläser mit ihren 3,85 Meter langen Instrumenten und ihr Dirigent Bernd Hülk im Altarraum, damit sich der Klang von dort aus im ganzen Kirchenraum entfalten konnte. So wurde die St.-Antonius-Kirche von imposanten Tönen durchdrungen.
Zum krönenden Abschluss der Messe wurde ein Lied sowohl von der Orgel, als auch von den Alphörnern begleitet und Markus Trautmann, Pastor und Pfarrverwalter der neuen Großgemeinde St. Viktor, lud die bis zur letzten Reihe gut gefüllte Kirche zum städtischen Empfang im Pfarrheim ein.
Zahlreich kamen sowohl die geladenen Gäste wie Bürgermeisterin Lisa Stremlau oder der Herzog von Croy, als auch die Merfelder, die „Swine Tüns“ jedes Jahr feiern.
Alle diesjährigen Festredner konzentrierten sich auf die Gemeindefusion, der inzwischen alle zuversichtlich entgegenblicken.
So sprach Willi Espeter, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Merfeld, vor allem Markus Trautmann an: „Nach dem Fusionsgottesdienst sind Sie heute nun erstmals als Pastor hier gewesen. Ich wünsche uns allen für die zukünftige Zusammenarbeit alles Gute und heiße Sie herzlichst bei uns willkommen.“
Trautmann konnte die freundlichen Worte zurückgeben: „Ich bin sehr froh, dass ich hier angekommen bin.“ Auch die Lacher hatte er auf seiner Seite, als er erklärte, warum er Merfeld näher sei, als man denkt: „Ich bin vor fünf Jahren nach Dülmen gekommen. Zuvor musste ich zu meiner Arbeit jeden Tag durch Merfeld fahren und wurde dabei nicht nur einmal geblitzt.“
Jetzt, da Merfeld nicht mehr nur ein Durchfahrtsort für ihn sei, freue er sich auf viele gemeinsame Veranstaltungen.
Auch Bürgermeisterin Lisa Stremlau feierte Swine Tüns mit den Merfeldern und brachte ebenfalls die Gemeindefusion zur Sprache: „Wir haben zwar Ihre Skepsis und Ihre Ängste mitbekommen, aber nach dem Gottesdienst dachte ich: Es wird funktionieren.“ Sie versprach den Merfeldern, dass sie ihre eigene Identität bewahren würden. Außerdem würde die Kommunalpolitik so gut es geht dabei helfen. Stremlau ist sich sicher: „Dülmens Ortsteile können sich aufeinander verlassen.“
Merfelds Ortsvorsteher Helmut Temming bestätigte, dass der Anfang gut gelungen sei: „Diese Fusion gibt uns Chancen, die wir nutzen sollten. Und ich verspreche euch, dass wir uns alle dabei gemeinsam für Merfeld einsetzen werden.“ Im Anschluss an die Reden gab es für alle Gäste einen Umtrunk und genug Zeit für nette Gespräche und Gelegenheit zum Kennenlernen.