Bericht aus den Streiflichtern von Anna Tiffe / Foto: Kirchengemeinde St. Viktor
10 Jahre Seligsprechung Anna Katharina Emmerick
Coesfeld/Dülmen. „Wir wollen das Andenken an Anna Katharina Emmerick lebendig erhalten“, das liegt Peter Nienhaus, Pfarrer in der Dülmener Gemeinde Heilig Kreuz, auf dem Herzen. In diesem Jahr gibt es Gelegenheit dazu: Zum 10-jährigen Jubiläum der Seligsprechung von Anna Katharina Emmerick soll der gebürtigen Coesfelderin und Nonne gedacht werden – und das in großem Rahmen.
„Wir wollen Gemeinschaft ermöglichen“
Die Gemeinden Heilig Kreuz in Dülmen und Anna Katharina in Coesfeld haben sich einiges ausgedacht, um das Jubiläum zu feiern. Messen, Wallfahrten, die Große Kreuztracht, eine Lichterprozession, Lesungen und Konzerte ergeben insgesamt ein buntes Programm. „Neben ihrem Geburtshaus werden wir ein Zelt aufbauen“, verrät Dechant Johannes Hammans, Pfarrer in der Gemeinde Anna Katharina. Das Zelt soll Platz bieten für Messen und Feste. „Durch die Feierlichkeiten wollen wir Gemeinschaft ermöglichen“, betont Hammans.
So, wie auch 2005 Gemeinschaft unter dem Namen Emmericks geschaffen wurde. Zum 1. Januar 2005 fusionierten vier Coesfelder Pfarreien zur Gemeinde Anna Katharina. „Unter der Namenspatronin konnten die Gemeinden gut zusammenfinden, weil durch sie etwas Neues in die fusionierte Gemeinde gebracht wurde. Die Seligsprechung war für uns ein Glücksfall“, erinnert sich der Dechant.
Es steht außer Frage: Anna Katharina Emmerick ist die weltweit bekannteste Coesfelderin. Und auch die Gemeinde Anna-Katharina ist etwas Besonderes: Ihr Name ist weltweit einzigartig. „Ich bekomme jeden Tag Mails aus der ganzen Welt“, erzählt Hammans. „Da sind Anfragen nach Andenken an die Selige dabei. Oft kommen interessierte Mails aus Kanada oder von den Philippinen.“ Anna Katharina Emmerick verbindet auch nach ihrem Tod im Jahr 1824 noch – Menschen und Gemeinden.
„Sie wollte Menschen mit Gott verbinden“
Genau deshalb stehen die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Seligsprechung von Anna Katharina Emmerick in der Dülmener Gemeinde Heilig Kreuz auch unter diesem Motto: „Verbunden“.
„Die Gemeinden Heilig Kreuz und Anna Katharina arbeiten zusammen. Hier in Dülmen ist ihre Grabstätte, in Flamschen ihr Geburtshaus“, sagt Nienhaus. „Wir haben das Motto auch gewählt, weil Anna Katharina selbst es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschen mit Gott zu verbinden.“ Die Lebensumstände waren zu Emmericks Lebzeiten hart. Kirchen und Klöster wurden aufgelöst – und trotzdem ist Anna Katharina Emmerick nicht von ihrem Glauben abgewichen. Das ist für Hammans das Spannende an der Person Emmerick. „Heute befinden wir uns in ähnlichen Umbrüchen. Und trotzdem können wir uns in Gott festmachen“, so Hammans.
Für die Gemeinde Anna Katharina gibt es in diesem Jahr nicht nur die Seligsprechung Emmericks zu feiern. „Auch die Fusion ist ein Grund zu feiern“, freut sich Hammans. „Nach zehn Jahren Bestehen haben wir uns in Coesfeld etabliert.“
„Höhepunkt ist der dritte Oktober“ – Feierlichkeiten starten mit Wallfahrten
Dülmen. Die Feierlichkeiten zu Ehren Anna Katharina Emmericks starten in Dülmen am Sonntag, 7. September. Um 8 Uhr beginnt eine Radwallfahrt nach Coesfeld-Flamschen und um 9.30 Uhr geht die Familienwallfahrt los – zu Fuß oder per Bahn. Ab 17 Uhr soll eine Lichtfeier stattfinden. Zum Patronatsfest gibt es am Samstag, 13. September, ab 17 Uhr und am Sonntag, 14. September, ab 8 und ab 11 Uhr Messen in der Kreuzkirche.
Zum „Kreuzverhör“ kommt es am Sonntag um 15 Uhr im Hospiz Anna Katharina zwischen Ludger Hinse, Martin Suschek und Dr. Bernward Kröger. Am Freitag, 19. September, wird ab 19 Uhr ökumenischer Gottesdienst gefeiert.
Weiter geht es am Freitag, 26. September, um 18 Uhr mit einem Vortrag im Hospiz Anna Katharina zum Thema „Erlösung durch eine Kreuzigung“. Der Chor St. Michael Rödder gibt ab 19.30 Uhr ein geistliches Konzert.
„Höhepunkt ist der 3. Oktober“, sagt Pfarrer Peter Nienhaus. Am Tag der Seligsprechung wird ab 17 Uhr Messe mit Weihbischof Dieter Geerlings gefeiert. Ab 19.30 Uhr geht es mit einer Lichterprozession zum Grab der Seligen. Am Mittwoch, 8. Oktober, referiert Prof. Dr. Arnold Angenendt zum Thema „Kreuz, Erlösung, Messopfer“.
Kinderbibeltag ist am Dienstag, 14. Oktober. Am Montag, 20. Oktober, findet um 19 Uhr eine geistliche Lesung mit der Schriftstellerin Petra Fietzek in Coesfeld statt. Am Sonntag, 2. November, wird abschließend ein Gottesdienst mit Totengedenken für alle Verstorbenen der Gemeinde seit dem Allerseelentag 2013 gefeiert.
Fernsehgottesdienst, Feste und Kreuztracht – Am 31. August starten Feierlichkeiten
Coesfeld. Die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum beginnen in Coesfeld am Sonntag, 31. August, ab 9.30 Uhr. „Gemeinschaft trägt“ heißt es dann beim Fernsehgottesdienst in der Pfarrkirche Anna Katharina. Das Zweite Deutsche Fernsehen überträgt den Gottesdienst live. Am Freitag, 5. September, beginnt der Festtag um 9.30 Uhr mit einer Messe im Zelt am Emmerickhaus. Ab 19 Uhr wird mit einem Jugendgottesdienst an der Fabrik das Festival „Rock am Turm“ eröffnet. Am Samstag, 6. September, kommen auch die Kleinsten nicht zu kurz: Mittags steht eine Fahrradrallye auf dem Programm.
Ab 20 Uhr wird es musikalisch im Emmerickhaus. „Wir haben einen Jazz-Abend mit Live-Musik geplant“, verrät Pfarrer Johannes Hammans. Am Sonntag, 7. September, wird ab 11 Uhr im Zelt Messe mit Bischof Felix Genn gefeiert. Außerdem stehen eine Kinderkirche und ein Familienfest der katholischen Kindergärten Coesfelds auf dem Programm. Weiter geht es am Montagmorgen, 8. September, mit einem Kindergottesdienst im Zelt. Ab 19 Uhr wird es im Emmerickhaus wieder voll: Hier findet die Geburtstagsmesse statt. „Danach veranstalten wir einen brasilianischen Abend“, so Hammans. „Wir haben nämlich Gäste aus unseren Partnergemeinden.“
Am Dienstagmorgen, 9. September, feiern die Laurentius- und Ludgerigrundschüler Gottesdienst im Zelt. Der Seniorennachmittag im Zelt findet am Mittwoch, 10. September, ab 14.30 Uhr statt. Am 14. September rundet die Große Kreuztracht die Feierlichkeiten in Coesfeld ab. Los geht es um 7.30 Uhr an der Lambertikirche.
Info aus der Dülmener Zeitung von
Mehrere Wochen nach der ersten Vermisstmeldung kam der Brief. Der Leutnant der Kompanie, in der Marias damals etwa 20 Jahre alter Großonkel während des Zweiten Weltkrieges diente, schickte schlechte Neuigkeiten: Karl Winkelmann war gefallen.
„Meine Oma hat mir das Schreiben mal gezeigt“, erklärt Maria. „Und als wir uns in der Schule näher mit dem Krieg beschäftigt haben, ist mir der Brief wieder eingefallen.“
Die rund 70 Jahre alte Botschaft ist längst nicht das einzige Relikt von damals, das Maria und ihre Schulkollegen in letzter Zeit entdeckt haben.
Die Viertklässler der Kardinal-von-Galen-Grundschule wissen mittlerweile genau, welche Spuren die beiden Weltkriege in Merfeld hinterließen. Von ihren gewonnenen Kenntnissen und Erfahrungen erzählen sie bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Merfeld.
„Besonders die Soldatennamen auf den Holztafeln in der Friedhofskapelle haben uns überrascht“, betont Lena. „Unter den weit über 100 gefallenen Menschen aus Merfeld fanden wir auch einige Familiennamen unserer Klassenkameraden.“
Juliana fügt hinzu: „Langsam bekamen die Namen ein Gesicht. Es waren Menschen mit einer Familie und einem eigenen Leben, das sie gerne noch lange führen wollten.“ Für absolute Stille sorgen die zwölf Schüler am Sonntag. Ein dickes Lob für den nachdenklichen Vortrag gibt es von Ortsvorsteher Helmut Temming: „Die Kinder haben das viel besser gemacht, als es Erwachsene jemals geschafft hätten.“
Anfangs sei in ihrer Klasse nur wenig über die Kriegszeit bekannt gewesen, so Lehrerin Irmgard Knoke, die ihren Religionsunterricht für das Geschichtsprojekt nutzte. Ein Zeichen des Friedens wollen die jungen Experten durch ihren kleinen, mit zahlreichen weißen Papiertauben geschmückten Baum setzen, der nun auf dem Boden der Kriegergedächtniskapelle steht - direkt neben zwei großen Kränzen, die vom Merfelder Schützenverein sowie der Stadt Dülmen gestiftet wurden.
Info vom aus der Dülmener Zeitung von Christoph Falley / Foto: Kirchengemeinde St. Viktor
Zehn Jahre nach der Seligsprechung: Bischof Genn predigt im Festzelt über Anna Katharina Emmerick
Dülmen/Coesfeld Rund 100 Dülmener machten sich am Sonntag, teils zu Fuß und teils mit dem Fahrrad auf den Weg nach Flamschen zum Geburtshaus von Anna-Katharina Emmerick: Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums ihrer Seligsprechung fand dort eine Festmesse der ebenfalls zehn Jahre alten Anna-Katharina-Gemeinde aus Coesfeld statt.
Bischof Felix Genn sprach in seiner starken Predigt von der Barrierefreiheit des Wortes Gottes, das gerade in der Fähigkeit des intensiven Mitfühlens einer Anna-Katharina Emmerick unsere menschlichen Barrieren überwindet – er rief die zahlreichen Christen im restlos gefüllten Festzelt dazu auf, sich gerade in der aktuellen Weltlage eines extrem bedrohten Friedens diese Fähigkeit zum intensiven Mitfühlen möglichst täglich anzueignen, um auch für scheinbar weit entfernte Krisengebiete Hoffnung und Gebet zu verbreiten.
Nach der Messe gab es vielseitige Gelegenheiten für Coesfelder und Dülmener, miteinander ins Gespräch zu kommen, an den zahlreichen Verpflegungsständen, bei pfiffigen Spielen für die Kinder und beim Besichtigen des Emmerick-Hauses.
Die Chöre der Anna-Katharina-Gemeinde, die den Festgottesdienst mitgestaltet hatten, luden abschließend zu einem offenen Singen mit Liedern aus dem neuen Gotteslob ein, ehe es auf den Heimweg ging.
Die Fußpilger aus St. Viktor nutzten das schöne Wetter für eine ausgiebige Spiel- und Picknickpause an der Berkel, die Radwallfahrer aus Heilig Kreuz, die bereits auf dem Hinweg Stationen an den Kirchen in Merfeld und Lette gemacht hatten, fuhren zurück zur Grabkirche der Emmerick, wo ein festlicher Tag voller Begegnungen und Verbundenheit mit einer Lichtfeier ausklang.
Info aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Im ersten Raum haben sich die Kommunion-Katechten bereits eingerichtet. Raum zwei nutzen die Firm-Katecheten, Nummer drei die Frauengemeinschaft. Im kleinen Zimmer im Obergeschoss hortet der Kirchenchor seine Noten, im Saal im Erdgeschoss wird geprobt. Die kleine Küche ist ebenfalls schon genutzt worden. Keine Frage: Das neu gebaute Pfarrhaus in Rorup wird von den Gruppen der St.-Agatha-Gemeinde bereits gut genutzt. Auch wenn das Gebäude offiziell erst am morgigen Sonntag, 28. September, eingesegnet wird.
Im Juni vergangenen Jahres waren die Arbeiten gestartet. Mit dem Neubau wollte die Gemeinde die Raumknappheit im Pfarrheim, das im benachbarten Bürgerhaus untergebracht ist, endlich beseitigen. Tagte dort der Pfarreirat, so erinnert sich Ludger Streyl, langjähriger Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Agatha und heute im Verwaltungsrat von St. Viktor, dann saßen die Teilnehmer in Zweierreihen. „Das war kein Zustand.”
Daher gab es schon lange Pläne, das der Gemeinde gehörende Haus neben der Kirche für einen Neubau abzureißen. Die wurden konkreter, als 2012 die letzten Bewohner, eine Flüchtlingsfamilie, auszogen. Die Roruper suchten das Gespräch mit dem Bistum. Das genehmigte schließlich eine Investition von 380.000 Euro für ein Pfarrhaus, erläutert Streyl. Diese Summe konnte auch eingehalten werden. „Die Erdarbeiten haben wir aber in Eigenregie gemacht, sonst wäre es etwas eng geworden”, berichtet er. Im Sommer 2013 begannen die Arbeiten, die dank des milden Winters problemlos liefen. „Für uns war es wichtig, dass das Haus, für den Fall, dass die Kirche es nicht mehr braucht, so geplant und gebaut wird, dass man es mit wenigen Arbeiten zum Einfamilienhaus umbauen kann”, betont Streyl.
Erst einmal wird der Neubau jetzt jedoch von der Gemeinde bezogen. Viele der neuen Nutzer haben sich schon eingerichtet. „Es fehlt aber noch das eine oder andere Bild”, sagt Hermann Richter, der als damaliger Pfarrgemeinderatsvorsitzender das Haus mit auf den Weg gebracht hat. Ein geliehenes Bild von Stefanie Ring, eine farbige Darstellung der St.-Agatha-Kirche, hängt bereits im Eingangsbereich. „Es soll auch auf Dauer so sein, dass im Haus Leihgaben zu sehen sind”, betont Michael Döveling, Sprecher des Ortsausschusses, und zwar Werke möglichst von Rorupern.
Doch nicht alle Gruppen der Gemeinde ziehen in den Neubau. So nutzen die Senioren weiterhin den großen Saal im Bürgerhaus. Auch die Messdiener bleiben dort und können dort jetzt zwei statt nur einen Raum nutzen. Auch die Landjugend bleibt in ihrem Keller im Bürgerhaus. Ein Raum wurde von der Gemeinde vermietet, hier wird eine Band proben.
Das neue Pfarrhaus soll nicht nur kirchlichen Organisationen zur Verfügung stehen. „Es soll ein Haus für die ganze Gemeinde sein”, betont Michael Döveling. So könnten auch andere Vereine, etwa Brukteria Rorup, den großen Saal mit Platz für bis zu 40 Leuten zum Beispiel für Versammlungen mieten. Auch familiäre Veranstaltungen könnten dort stattfinden. „Was wir aber nicht wollen ist, dass hier irgendwelche Feten gefeiert werden”, ergänzt Streyl. Das Pfarrhaus sei auch keine Konkurrenz zum Bürgerhaus, fügt Döveling hinzu.
Die Einsegnung des Pfarrhauses beginnt am Sonntag, 28. September, um 11 Uhr mit einem vom Kirchenchor musikalisch gestalteten Festgottesdienst, gehalten von Pfarrer Markus Trautmann. Im Anschluss findet die Einsegnung statt, gefolgt von einem gemütlichen Beisammensein samt Grillen, für Kinder gibt es eine Hüpfburg.
Info aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Neuer Standort für die Marienfigur: Direkt neben dem Haupteingang der St.-Agatha-Kirche wird bald die Madonna stehen, die zuvor nahe dem neuen Pfarrhaus ihren Platz hatte. Um die Figur vor Witterungseinflüssen zu schützen, habe es schon lange Überlegungen für einen überdachten Standort gegeben, erläutern Hermann Richter und Ludger Streyl, beide Mitglieder im Ortsausschuss.
„Das Podest steht schon“, berichtet Streyl. Ein Spitzdach im gleichen Winkel wie das des Haupteingangs soll demnächst an der Kirche befestigt werden, ergänzt Richter.
Die Roruper Madonnenfigur, die Maria als Himmelkönigin mit dem kleinen Jesuskind auf dem Arm zeigt, ist mehr als 100 Jahre alt. „Sie ist aus Sandstein gearbeitet und ist ein typisches Beispiel für die Marienbildnisse der Zeit um 1900“, heißt es in einer Beschreibung der Skulptur im Buch Sakrale Denkmäler in Dülmen.
Info aus der Dülmener Zeitung
Seit einigen Wochen setzen die Seelsorgerinnen Schwester Monika und Reinhild Wrublick auf den Stationen der Christophorus-Kliniken an den Standorten Coesfeld und Dülmen Veeh-Harfen ein.
„Mit der Musik der Veeh-Harfe möchten wir unsere seelsorglichen Möglichkeiten ausweiten.“
Schwester Monika:
Das sind vereinfachte Harfen, die durch das Unterlegen von speziellen Notenschablonen von jedem gespielt werden können, ohne dass Vor- oder Notenkenntnisse vorhanden sind.
„Mit der Musik der Veeh-Harfe möchten wir unsere seelsorglichen Möglichkeiten ausweiten und der Seele von schwerkranken, behinderten und sterbenden Patienten Raum geben“, erklärt Schwester Monika Niehues.
Ihre Kollegin Reinhild Wrublick ergänzt: „Wenn Menschen krank werden, leidet nicht ausschließlich der Körper, sondern auch die Seele hat häufig Schweres zu ertragen. Wir wissen, wie sehr ein offenes Herz, offene Ohren und ein richtiges Wort die Situation für einen Moment erträglicher machen können. Wir erleben in derartigen Begleitungen aber auch immer wieder Grenzen und eine große Sprachlosigkeit, gerade auch bei komatösen oder sterbenden Menschen.“ Hier könnte laut Aussage der beiden Seelsorgerinnen der Klang der Veeh-Harfe einsetzen: Die Musik könne sich einen Weg zu den Gefühlen der Patienten eröffnen, schöne Erinnerungen wach rufen und positive Erfahrungen schaffen. Ihr gelinge es, Energien freizusetzen und motivierend zu wirken.
Durch eine großzügige Spende konnten für die Christophorus-Kliniken zwei Veeh-Harfen und einige Noten erworben werden. „In Coesfeld hat der Möbelladen der Caritas die Harfe komplett allein finanziert“, freut sich Schwester Monika. Sie und ihre Kollegin bieten künftig in Absprache auf den verschiedenen Stationen der Christophorus-Kliniken das Harfenspiel für Patienten an.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Julia Twiehoff
Dülmen. „Sagenhaft und legendär“ – das war nicht nur das Motto der Lesenacht in der Pfarrbücherei St. Jakobus Karthaus, das ist auch die Lesenacht selbst. Zum zehnten Mal in fünf Jahren hat sie am Dienstag stattgefunden.
Zweimal pro Jahr, in den Oster- und den Herbstferien, findet diese Ferienveranstaltung für Kinder statt und immer steht sie unter einem anderen Motto. Sie wird für Kinder vom ersten bis zum sechsten Schuljahr angeboten, ab der siebten Klasse können die Schüler selber als Betreuer dieser Veranstaltung mitwirken.
Dienstag wurden die rund 20 Kinder von der Loreley, dem Rattenfänger von Hameln, Rübezahl, dem heiligen Christophorus, der Hexe aus der Einhornhöhle im Harz und von dem Kindermädchen Christin aus der Sage der Karthaus begrüßt. Sie mussten zahlreiche Aufgaben lösen, wie auf Stelzen einen Fluss überqueren, Möhren schälen und in Holzschuhen tanzen.
Als Belohnung gab es für die Kinder kleine Geschenke, dann setzten sie sich mit Brezeln und Laugenstangen um ein Lagerfeuer und ließen sich die Sage der Karthaus erzählen, die momentan auch als Musical am Anna-Katharinen-Stift aufgeführt wird.
So erfuhren die Kinder am warmen Feuer im dunklen Garten von der Sage, dass es früher auf dem Gelände eine Burg gab, die später ein Kloster der Karthäuser Mönche wurde und wer Gerhard von Keppel ist, der in der St.-Jakobus-Kirche begraben liegt. Wenn es spannend wurde, kuschelten sich die Kinder eng zusammen und hörten gebannt zu.
In dieser Lesenacht gab es sogar einen Überraschungsgast: Pastor Markus Trautmann las den Kindern aus dem kürzlich erschienenen Buch über Anna Katharina Emmerick vor, an dem er selbst mitarbeitete (DZ berichtete).
Die beiden Hauptorganisatorinnen Mariele Pelz und Karin Wesseling aus dem Büchereiteam freuen sich, dass dieses Ferienangebot verwirklicht werden konnte: „Seit es diese Nacht in der Bücherei gibt, wird sie sehr gut angenommen, wir haben immer rund 20 Kinder hier, und mehr können wir auch gar nicht unterbringen.“ Denn die Kinder übernachten in der Pfarrbücherei.
In drei nach Alter getrennten Schlafräumen können die Kinder ihre Luftmatratzen und Schlafsäcke ausbreiten.
„Auf das gemeinsame Frühstück freuen sich die Eltern oft sogar noch mehr als die Kinder.“ Mariele Pelz
Manche Kinder sind schon so lange bei dieser Nacht dabei, wie es sie gibt – also seit fünf Jahren.
Und viele freuen sich schon darauf, bald selbst Betreuer werden zu dürfen.
Nele und Emelie sind in diesen Ferien das erste Mal dabei.
Die beiden Sechsjährigen finden die Lesenacht gut: „Wir möchten hier nächstes Mal wieder hin“, sind sie sich einig. Vor allem das Mäusespeck-Grillen über dem Lagerfeuer hat ihnen gefallen.
Zum Ende des Abends hin freuen sie sich aber auch auf ihr Bett. Mama und Papa vermissen sie nicht – schließlich gibt es schon am nächsten Morgen ein großes Frühstück mit den Eltern zusammen.
„Darauf freuen sich die Eltern oft sogar noch mehr als die Kinder“, so Pelz.
Und selber freut sie sich über das große Engagement seitens der Eltern.
So bekommen Pelz und Wesseling viel Unterstützung von Jane Gövert, Mutter von sechs Kindern, die mit ihrem Nachwuchs jedes Mal bei der Lesenacht tatkräftig mithilft.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Markus Michalak
Schwestern der Helpers of Mary feiern 40 Jahre Andheri-Hilfe in Dülmen
Dülmen. Das Erstaunlichste für den westlichen Besucher in den Armenvierteln, den Ziegelfabriken oder den Straßen von Bombay: Die Menschen sind voller optimistischer Lebensfreude. Auch in bitterster Armut strahlen die Augen und die Gesichter, wie der Dokumentarfilm „Indiens Zukunft in Frauenhänden“, den die Andheri-Hilfe zu ihrem 40. Geburtstag in Dülmen zeigt, eindrucksvoll belegt.
Auch Schwester Stella, Oberin der „Helpers of Mary“ und Schwester Reshni, die zum 40. Geburtstag ihrer Dülmener Förderer in die Heimatstadt der Ordensgründerin Priscilla gekommen sind, haben diese Lebensfreude nach Dülmen mitgebracht. Aber neben aller Freude haben sie auch sehr ernste Themen im Gepäck.
Schwester Stella nutzt die Gelegenheit beim Festgottesdienst in St. Viktor, um den vielen Besuchern der Kirche klarzumachen: Das Elend in Indien und Afrika, es ist nicht besiegt. „Die Gewalt gegen Frauen in Indien nimmt zu. 32.000 Vergewaltigungen finden im Jahr statt, dazu kommen 5000 Mitgift-Morde“, findet die freundliche Ordensschwester deutliche Worte. Und auch die neue indische Regierung sei eine Gefahr für den katholischen Orden, wie überhaupt für alle religiösen Minderheiten. „Auch wenn es so aussieht, als wachse der Reichtum in indien, und als benötige das Land Ihre Hilfe nicht mehr: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist gewaltig.“ Und in Afrika, wo die Helpers of mary ebenfalls die Frauen und Mädchen, Kranken und Armen unterstützen, sei die Situation sogar noch viel erbärmlicher.
Dank der flüssigen Übersetzung von Gerlinde Amshoff, die mit ihrem Mann Ewald vor 40 Jahren die Andheri-Hilfe Dülmen gegründet hatten, erreichen die Worte in der gut besuchten Kirche die zahlreichen Freunde und Förderer mühelos. Im Dialog mit Pfarrdechant Markus Trautmann und später mit Erik Potthoff, versicherten die Schwestern aus Indien: Jeder Euro, den die Dülmener spenden, wird gebraucht. „Die Schwestern brauchen unsere Hilfe und wir wollen zum 40-jährigen Bestehen 40 Förderer finden, die im Monat je 40 Euro für die wichtige Arbeit der Helpers of Mary spenden“, hat sich Bernd Schmitz, Vorsitzender der Andheri-Hilfe Dülmen, zum Ziel gesetzt. „Bis zum Herbst schaffen wir das auch“, ist er optimistisch. Selbst Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat ein Grußwort geschickt, um die ehrenamtliche Arbeit der Dülmener zu würdigen.
Spendenkonto 18019000, Sparkasse Westmünsterland, Bankleitzahl: 40154530.
Andheri in Zahlen
- 4200 Kinder werden in 17 Kinderheimen in Indien, Äthiopien und Kenia versorgt.
- 5600 Kinder aus den Slums lernen lesen, schreiben und rechnen.
- Mehr als 200 aidskranke Kinder werden gepflegt.
- 140.000 Kranke werden jährlich in 28 Ambulanzen medizinisch versorgt.
- 11.000 Leprakranke werden behandelt und geheilt.
- 25.000 Frauen bekommen Hilfe bei persönlichen Problemen und erhalten Rechtsberatung.
- Alte und Sterbende werden in drei Altenheimen betreut.
Info aus der Dülmener Zeitung von Julia Tweihoff
Rund vier Jahre hat es gedauert, bis die Renovierungsarbeiten an der Kapelle am Haus Merfeld vollständig abgeschlossen waren. Von archäologischen Untersuchungen des Bodens über die Stabilisierung des Dachstuhls bis hin zur Wiederherstellung sämtlicher Farben an Wänden, Statuen, Altar und Tabernakel wurde alles restauriert.
Einem kleinen Kreis von rund 30 Personen wurde es am deutschlandweiten „Tag des offenen Denkmals“ ermöglicht, an einer Führung mit Dr. Ulrich Reinke um und in dieser Kapelle in Merfeld teilzunehmen. Dieser Tag fand nach 2011 zum zweiten Mal in der Kapelle statt. 2011 liefen die Renovierungsarbeiten noch. Damals war vor allem über die archäologischen Befunde berichtet worden, die sich bei den Bodenuntersuchungen ergeben hatten.
Die Kapelle steht auf dem Privatanwesen der Familie von Croy und ist, abgesehen von Hochzeiten und der Fronleichnamsprozession, normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Reinke ist beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) tätig und für die Denkmalpflege in Dülmen und Umgebung zuständig gewesen, er hatte die Renovierungsarbeiten von Anfang an fachlich begleitet. Mit dem Abschluss der Arbeiten ist auch er nun in Rente gegangen und begeistert von seinem abschließenden Auftrag: „Diese Kapelle ist ein kostbarer Schatz, sowohl geschichtlich, als auch kirchlich. Und natürlich von ihrer Ästhetik her.“ Sogar die deutsche Stiftung für Denkmalschutz habe diese Renovierung wegen der Bedeutung der Kapelle bezuschusst.
Trotz der Vielfalt an Farben wirkt die Kapelle einheitlich. Bei der Restaurierung wurde sie komplett frisch gestrichen, aber genau so, wie es zuvor ausgesehen hatte. Unter den abgeblätterten Farbresten und dem Putz fanden sich zahlreiche Hinweise auf die innere Gestaltung dieses Gotteshauses. So harmonieren hier nun Blau, Rot und Gelb in verschiedenen Farbtönen. Auch die Statuen sind vollständig restauriert worden. „Dies Gebäude ist ein Zeugnis mehrerer Jahrhunderte. Ohne Pflege und Engagement bleibt nichts erhalten. Deshalb bin ich sehr froh, dass die Familie von Croy sich für die Renovierung weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Vier Jahre sind lang, und am Ergebnis sieht man oft nicht die vielen Mühen, die dahinterstecken. Aber das Ergebnis ist wichtig. Schließlich sollen sich an dieser Kapelle noch viele Generationen erfreuen“, so Reinke.
Außerdem wird es noch einen weiteren Termin für eine solche Führung geben. „Uns ist so großes Interesse entgegen gekommen, dass wir nicht jeden einladen konnten“, so Kerstin Apke-Lobmeyer, die ebenfalls bei der Denkmalbehörde tätig ist. Sie verspricht: „Dank der Offenheit und des Engagements des Herzogs von Croy und seiner Frau wird der deutschlandweite Tag des offenen Denkmals hier auf jeden Fall noch einmal stattfinden.“
Ein Blick in die Historie
1466 ist die Kapelle erbaut worden, schon damals war sie keine Gemeindekirche, sondern immer in Privatbesitz. So, wie sie heute ist, ist sie eine Fassung aus dem 19. Jahrhundert. In der Zeit davor ist sie deutlich kleiner und schmaler gewesen. Erweitert wurde sie, weil die Sonntagsmessen von der damaligen Bauernschaft gut besucht waren. Zu der St. Viktor Kirche in Dülmen war es für viele zu weit, weshalb diese Kapelle jahrhundertelang eine große Rolle für die Anwohner spielte. Im 19. Jahrhundert kamen die Orgel und der Beichtstuhl hinzu. Auch im Innenraum ist das Meiste aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Ein Teil der Bänke und der Tabernakel stammt noch aus der Barockzeit (1680-1780).
Info aus der Dülmener Zeitung von Matthäus Kemke
Dülmen (mke). Kicken, was das Zeug hält, können jetzt die Kinder und Jugendlichen im Kinderwohnheim (Kiwo) dank einer großzügigen Spende der katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) der Gemeinde St. Viktor. 350 Euro ließen die Damen dem Kiwo zukommen. Andreas Völker, pädagogischer Leiter des Kiwo, demonstrierte, dass das Geld vor allem den Mädchen und Jungen des Wohnheims hilft: 20 Fußbälle kaufte die Einrichtungsleitung für die Nachwuchskicker. Das Geld wurde beim Kleidermarkt „Ladies Night“ im April gesammelt.
Info der Dülmener Zeitung von Christoph Falley
An die 40 Jahre gab es das schon nicht mehr auf dem freien Gelände bei der Kirche in Karthaus, am Sonntag fand das Karthäuserfest dort wieder einmal statt. Und trotz unsicherer und immer wieder auch recht windiger Wetterlage kamen Jung und Alt hier in froher Runde zusammen, genossen die tolle Atmosphäre, die auf diesem schönen Gelände natürlich noch viel schöner zu genießen ist, als in einem hermetisch abgeschlossenen Festzelt.
Die bewährte musikalische Unterstützung kam auch in diesem Jahr wieder von der Blaskapelle Laer, die auch schon bei den Zeltfesten regelmäßig aufgespielt hatte. Vom Anna-Katharinen-Stift wurde die überdachte Bühne zur Verfügung gestellt. Die Besucher waren eben windfest gekleidet und konnten ja bei kleinen Schauern unter den Bäumen und am Bierstand enger zusammenrücken.
Mit Dosenwerfen und einem „heißen Draht“ war für gute Unterhaltung auch bei den Kindern gesorgt, und die ganz Wagemutigen konnten mit dem Aufzug auf den eingerüsteten Kirchturm fahren, die beeindruckende Fernsicht (trotz Wolken) genießen, nur herunter musste man doch die Treppen steigen. Also ein abwechslungsreiches Programm, vor allem aber eine frohe und gesellige Begegnung aller Generationen.
Ein wunderschön gestaltetes Erinnerungsbuch an das 100-jährige Jubiläum im vergangenen Jahr konnte auch erworben werden, auch an diesem Stand bildeten sich stets Schlangen.
Das Erinnerungsbuch ist für 8 Euro (Mitglieder 5 Euro) erhältlich bei den jeweiligen Bauerschaftskassierern sowie bei Ludwig Hetrodt, Martin Wieskus und Markus Bagert.
Bericht aus der Dülmener Zeitung
Goldkommunionkinder tauschten Erinnerungen aus
Merfeld (rsm). In Erinnerung an den Tag ihrer Erstkommunion am Weißen Sonntag vor 50 Jahren in ihrer Pfarrkirche St. Antonius trafen sich am Sonntag zwölf Jubilare mit ihren Partnern in ihrer Heimatpfarre. 1964 feierten insgesamt 34 Jungen und Mädchen den Tag ihrer Erstkommunion. Der Jubeltag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Pfarrheim. Anschließend feierten sie mit der Gemeinde und den diesjährigen Erstkommunionkindern in der Pfarrkirche den Festgottesdienst, den Pastor Davis Puthussery zelebrierte. Danach trafen sich die Goldkommunikanten wieder im Pfarrheim zu einem unterhaltsamen Austausch. Besondere Erinnerungen hatten die Teilnehmer an die gemeinsamen Schul- und Jugendjahre. Für die Bewirtung der Jubilare und deren Partner kümmerten sich Mitglieder des Pfarrgemeinderates.
Lena Gerstenkamp aus der Gemeinde St. Joseph berichtet von ihrem Aufenthalt in Thula/Mexiko, wo sie sich seit Ende August 2013 aufhält.
Organisiert und durchgeführt wird dieses Auslandsjahr vom Bistum Münster in Verbindung mit Weltwärts, dem Auslandshilfsdienst der Bundesregierung.
Wer ich bin: Lena Gelsterkamp
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Was ich gerne mag: Reisen, Freunde treffen, Singen, Badminton spielen, Joggen, Inliner fahren, Mexiko
Was ich gar nicht mag: Kälte, schlechte Laune, Langeweile
Das Projekt: Nun habt ihr ja schon einiges über meine Erlebnisse in der Gemeinde und in Mexiko gehört. Lange Zeit war diese Seite leer, doch nun werde ich euch einfach mal ein wenig über das Projekt in Mexiko erzählen, damit auch Fragen von Projektinteressierten beantwortet werden.
Wer ist der Träger des Projektes? Der Träger dieses Projektes ist das Bistum Münster, welches seit vielen Jahren eine enge Freundschaft mit dem Partnerbistum, dem Bistum Tula (Mexico), pflegt. Vor zwanzig Jahren sind hier die ersten Freiwilligen angekommen und helfen hier in sämtlichen Gemeindeaktivitäten. Organisiert wird eigentlich alles über das Bistum Münster, jedoch ist das Projekt seit einigen Jahren von „weltwärts“ gefördert und erhält dadurch u.a. auch finanzielle Unterstützung.
Wo und wie ich hier lebe: Die Freiwilligen leben hier ausschließlich in Pfarrhäusern, gemeinsam mit den jeweiligen Pfarrern.
Was ich hier mache: Ich bin hier, um die Arbeit in der Gemeinde zu unterstützen und das Gemeindeleben hier kennenzulernen.Der Dienst steht sozusagen unter dem Motto “Leben, Beten und Arbeiten”. Meine Aufgaben sind folgende: Messdienerarbeit, die Arbeit in der Katechese, Sprachunterricht, Mitarbeit in Messen, Kindergruppen….
Jedoch variieren die Aufgaben in jeder Gemeinden und jeder Freiwillige hat die Möglichkeit eigene Ideen und Talente mit einfließen zu lassen.
Was ich vorhabe: In meinem Blog möchte ich euch gerne über meine Arbeit und mein Leben in Mexico informieren. Euch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen und das Leben in einer anderen Kultur präsentieren.
(Auszug aus dem Blog. Den gesamten Blog finden Sie unter https://www.tula-muenster1314.de/lena)
Bericht aus den Streiflichtern von Florian Kübber
Dülmen. Mit dem Festgottesdienst am Samstag um 17 Uhr in der St.-Viktor-Kirche haben sich die sechs Gemeinden St. Agatha, St. Mauritius, St.Jakobus, St. Joseph, St. Antonius und St. Viktor auf den Weg gemacht zur neuen Großgemeinde St. Viktor. In seiner Predigt dankte Weihbischof Dieter Geerlings allen Beteiligten, die den Prozess begleitet und gestaltet haben.
„Es gibt noch viele offene Fragen, die wir in den Prozess mitnehmen. Ich danke aber dafür, dass Sie den Weg so gut wie bisher gegangen sind.“ Dabei stärkte er aber auch die Filialkirchen: „Es soll so viel wie möglich in den Gemeinden vor Ort gemacht werden und so viel wie nötig gemeinsam“, so Geerlings.
Als Zeichen der neuen Gemeinschaft brachten während des Gottesdienstes Vertreter der sechs Gemeinden Kerzen, die sechs neuen Kirchenbücher und eine charakteristische Gabe der alten Gemeinde zum Altar.
Stellvertretend für alle Seelsorger wurde dem neuen leitenden Pfarrer Markus Trautmann anschließend die Ernennungsurkunde vom Weihbischof Geerlings überreicht.
Zum Abschluss wünschte der Weihbischof den beteiligten „Dynamik und Ausdauer, viel Fantasie und Experimentierfreudigkeit in der Zusammenarbeit.“ Nach der Messe, die von einem mehr als 100-köpfigen Projektchor und Bannerabordnungen von 38 Vereinen geprägt war, fand im Festzelt auf dem Kirchplatz noch eine gemeinsame Feier statt.
Der neue leitende Pfarrer Markus Trautmann zog eine durchweg positive Resonanz nach der feierlichen Messe. „Ich bin sehr froh, dass es solch ein schöner Auftakt war. Die Resonanz war durchweg positiv, die Symbole und die Atmosphäre der Messe waren gut für die Gemeinschaft, um sich auch im Gemeindealltag auf dieses schönes Fest zu besinnen.“
Dabei blickt er mit Vorfreude, aber auch mit Respekt auf seine neue Aufgabe: „Natürlich habe ich viel Freude, ich muss mir aber auch die Kräfte bei einer so großen Aufgabe einteilen und versuchen, Aufgaben zu delegieren.“ Am morgigen Donnerstag findet im Kloster Hamicolt eine Tagung vieler hauptamtlicher Mitarbeiter zur weiteren Umsetzung der Fusion statt.
Morgens tagen die Musiker, Pfarrsekretärinnen und das Küsterteam, nachmittags tagen die hauptamtlichen Seelsorger. Dabei sollen auch Personalfragen, Zuständigkeiten für Ortsteile und Sachgebiete abgesprochen werden. Am Donnerstag trifft auch der Verwaltungsausschuss zusammen, der bis November 2015 noch den zukünftigen Kirchenvorstand ersetzt. „Wenn im Mai der neue Pfarreirat gewählt wird, können wir eine erste Linie der neuen Gemeinde festlegen.“
Fotostrecke der Streiflichter >>>
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Claudia Marcy
Dülmen. Ein siebenarmiger Leuchter vor dem Altar in der Kirche St. Viktor, darauf sechs Kerzen mit den Schutzheiligen der Pfarrgemeinden St. Joseph, St. Jakobus, St. Agatha, St. Mauritius, St. Antonius, St. Viktor. Die siebte Kerze in der Mitte des Leuchters ist die Fusionskerze, entzündet von Weihbischof Dieter Geerlings. Mit diesem symbolischen Akt am Samstagabend in der Kirche St. Viktor wurde die Fusion der sechs Pfarrgemeinden zur neuen, großen Gemeinde St. Viktor Dülmen vollzogen.
Der Weihbischof stellte klar, was das bedeutet: Die Kirchengemeinden St. Joseph, St. Jakobus, St. Agatha, St. Mauritius, St. Antonius „hören auf zu existieren“, auch wenn die Kirchen als Filialkirchen weitergeführt werden und „die Gemeinden ein gutes Stück eigenständig bleiben“. Die neue Kirchengemeinde St. Viktor Dülmen müsse nun mit Leben gefüllt werden, appellierte Geerlings an die Gemeindemitglieder, sich dem Wandlungsprozess zu stellen und ihn mit „Dynamik, Fantasie und Experimentierfreudigkeit“ zu gestalten. Der Fusionsgottesdienst, vom Lenkungsausschuss sorgfältig vorbereitet, stieß in der Gemeinde auf großes Interesse. Obwohl zusätzliche Stühle aufgestellt worden waren, fanden viele Besucher nur Stehplätze. Ihnen bot sich ein überwältigender Anblick: Im Altarraum hatten die Bannerabordnungen aus den Gemeinden Platz genommen. Um den Altar hatten sich Messdiener, Priester und Diakone aus allen sechs Gemeinden versammelt, darunter Dr. Hans Döink, früherer Pfarrdechant aus St. Viktor und Vorgänger von Markus Trautmann. Dessen Ernennungsurkunde zum leitenden Pfarrer der neuen Großgemeinde las Weihbischof Dieter Geerlings im Gottesdienst vor und gratulierte Trautmann zu der neuen Aufgabe.
Geerlings, der den Gottesdienst zelebrierte, sprach wiederholt die Sorge der Gemeindemitglieder an, durch die Fusion werde kirchliches Leben vor Ort abgebrochen. „Christus bleibt derselbe“, versicherte Geerlings, dass der Kern der Kirche unangetastet sei. Er machte jedoch auch deutlich, dass die Fusionsprozesse in Dülmen und anderen Gemeinden in eine für das Christentum schwierige Zeit fallen. „Das Christentum schwächelt“, stellte er nüchtern fest, verwies darauf, dass aber auch anderen großen Gemeinschaften wie der EU heute Skepsis entgegenschlage.
Doch trotz aller Ängste und Befürchtungen vor einer Großgemeinde: Am Samstagabend überwogen Zuversicht und das Gefühl, es gemeinsam zu schaffen. Dazu beigetragen hatte der Festgottesdienst mit seiner Klangfülle und Farbenpracht. Vor allem der gemeinsame Chor, zusammengesetzt aus Mitgliedern aller Kirchenchöre und abwechselnd geleitet von den Kantoren Christoph Falley und Thomas Drees, demonstrierte eindrucksvoll und gewaltig Gleichklang und Harmonie und gab dem Gottesdienst eine besondere Note. Bürgermeisterin Lisa Stremlau brachte es beim anschließenden Empfang im Festzelt in ihren Grußworten auf den Punkt: Habe man vorher wegen der Unsicherheit, die eine Fusion mit sich bringe, nicht gewusst, ob man rückhaltlos gratulieren könne - nach diesem Gottesdienst sei das aus vollem Herzen möglich, sagte sie.
SO WURDE DAS ZUSAMMENWACHSEN SYMBOLISIERT
Kerzen: Vertreter der sechs Gemeinden brachten je eine Kerze zum siebenarmigen Leuchter, die mit dem Licht der Osterkerze entzündet wurde. Die siebte, die Fusionskerze, wurde vom Weihbischof entzündet.
Kirchenbücher: Die sechs neuen Kirchenbücher wurden von Vertretern der sechs Gemeinden vor den Kerzenleuchter gelegt: Taufbuch (St. Agatha), Erstkommunionbuch (St. Antonius), Firmungsbuch (St. Mauritius), Eheregister (St. Jakobus), Kirchenaustritte-Heft (St. Viktor), Sterberegister (St. Joseph).
Gaben: Vertreter der Gemeinde legten einen Gegenstand am Leuchter ab, der die alte Gemeinde charakterisiert und zeigt, dass diese Stärke in die neue Großgemeinde übergeht: Kinderspielzeug aus dem Kindergarten St. Antonius für die Lebendigkeit von Familien, Notenständer vom Jugendchor der Kantorei St. Joseph für jugendliches Engagement, Kleidung aus den Werkstätten Karthaus für Integration, Fotoalbum der Senioren St. Mauritius für Geselligkeit, Stern der Sternsinger St. Agatha für das Engagement für Menschen in Not, Sitzungsprotokoll des Kirchenvorstandes St. Viktor für diejenigen, die im Hintergrund arbeiten und Seelsorge ermöglichen.
Dz-Fotos >>>
Info aus der Dülmener Zeitung von Robert Schüttert
Merfelder Dankprozession wird seit 70 Jahren begangen
Merfeld. Mit einem Festgottesdienst in der St.-Antonius-Kirche startete die große Merfelder Dankprozession. Seit nunmehr 70 Jahren begehen die Merfelder jährlich die Prozession aufgrund eines Gelübdes. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Ort von Bombenangriffen und Zerstörung verschont, alle Merfelder gelobten damals mit ihrer Unterschrift, jedes Jahr in einer großen Prozession Gott dafür zu danken.
Von der Antonius-Kirche aus zogen die Gläubigen unter musikalischer Begleitung der von Kantor Thomas Drees geleiteten Chorgemeinschaft und einer Bläsergruppe zum ersten Segensaltar, der Friedenskapelle an der Kirchstraße. Weitere Segensaltäre waren am Friedhof, in der Schlosskapelle am Haus Merfeld und an der Christkönigkapelle an der Rekener Straße.
An der Prozession nahmen auch Fahnenabordnungen der kirchlichen und weltlichen Vereine teil. Das Allerheiligste, die Monstranz, trugen Pfarrer Davis Puthussery und Diakon Robert Schüttert zu den einzelnen Altären und spendeten dort den sakramentalen Segen. Traditionell trugen die Vorstandsmitglieder der Schützenvereine den Baldachin. An den Segensstationen gestalteten verschiedene Gruppen die Feier mit, so die diesjährigen Kommunionkinder mit Pastoralreferentin Ursula Bennecker-Altebockwinkel, die Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen sowie die Mitglieder der kfd und KAB.
Besonders erfreut waren die zahlreichen Prozessionsteilnehmer darüber, die altehrwürdige Schlosskapelle am Haus Merfeld nach längerer Restaurierungszeit wieder in neuem Glanz zu sehen (DZ berichtete). Mit einem feierlichen Schlusssegen und dem Singen des Antoniusliedes endete die Prozession.
Info aus der Dülmener Zeitung von Kerstin Kerstan
Der Turm von der denkmalgeschützten St.-Jakobus-Kirche wird für rund 255.000 Euro saniert
Dülmen. Die Fugenanalyse läuft gerade. Im Labor wird genau untersucht, was die Handwerker in den 1870er-Jahren beim Bau des Turmes von St. Jakobus beimischten. Die Ergebnisse kennt Harald Seel noch nicht. Was er aber schon jetzt weiß: Rund 140 Jahre später wird eine andere Mixtur zum Einsatz kommen. Denn einen Fehler seiner Vorgänger will der Bauleiter auf keinen Fall wiederholen: Die alten Fugen bestanden fast nur aus hartem Zement, waren undurchlässig und ließen dem Turmgemäuer keine Chance, zu trocknen. Das rächt sich jetzt.
Seel steht in rund 30 Meter Höhe auf dem Gerüst, das seit rund vier Wochen den Turm der denkmalgeschützten St.-Jakobus-Kirche rundum verkleidet. Mindestens genauso lange, vermutlich eher sechs Wochen, wird es noch stehen bleiben. Denn solange werden, je nach Witterung, die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Karthäuser Kirche noch dauern, berichtet der Bauleiter.
Hintergrund der Arbeiten: Der Klinkerstein wirke mittlerweile wie ein Schwamm, sauge Feuchtigkeit auf, erklärt Markus Bagert vom Kirchenvorstand. Die Zementfugen verhinderten, dass das Gebäude anschließend trocken konnte. Deswegen werde der neuen Fugenmixtur jetzt mehr Kalk beigemischt, berichtet Seel. Der sorge für höhere Durchlässigkeit.
Der Austausch der Fugen ist jedoch nicht die einzige Arbeit am Kirchturm. In Höhe der abgedeckten Fenster zeigt der Bauleiter auf gelbe Markierungen. Die Farbe bedeutet: Dieser Stein wird ausgetauscht. „Wir werden noch einmal rund um den Turm alle Steine überprüfen“, berichtet Seel. Er rechnet mit 1500 bis 1800 Steinen, die ersetzt werden müssen. Wobei ein Alternativ-Klinker nicht einfach zu finden war. In Zusammenarbeit mit Denkmalbehörde, Kirchenvorstand und Generalvikariat wurde ein neuer Stein gesucht. Die Wahl fiel auf zwei Klinkerarten mit unterschiedlichen Farbschattierungen. Durch eine Mischung der beiden soll der Kirchenturm seine Optik behalten.
Ersetzt werden übrigens nicht nur marode Steine, sondern auch sämtliche Klinker, die bei einer früheren Renovierung verbaut wurden. Denn dabei seien keine Vollsteine verwendet worden, begründet Seel. Der Klinker sei nicht dafür gedacht, das Gewicht des schweren Kirchturmes zu halten. Seit Freitag ist zudem ein Steinmetz auf der Baustelle tätig. Er wird die Sandsteinarbeiten am Turm sanieren, gegebenenfalls einige Stellen ausbessern.
Dann geht es weiter am Gerüst in die Höhe. Das Dach kommt in Sicht. Wobei das momentan komplett abgedeckt ist. Eine wasserdichte und atmungsaktive Folie haben die Handwerker überall angebracht. Darauf werde nun walisischer Schiefer verlegt, erläutert Harald Seel. „Der kommt den alten Platten im Aussehen sehr nahe“, betont der Bauleiter. Der ursprüngliche Schiefer sei „einfach auf“ gewesen.
Die Kosten für die Turmsanierung belaufen sich auf rund 255.000 Euro, erläutert Günther Fehmer, Leiter der Zentralrendantur. Zumindest hätte eine Voruntersuchung diese Summe ergeben, während der Arbeiten könne es noch zu Änderungen kommen. „Den Löwenanteil übernimmt das Bistum Münster“, berichtet Fehmer, nämlich rund 240.000 Euro. 12.000 Euro müssen aus Gemeindemitteln beigesteuert werden, 3000 Euro durch Spenden und Kollekten zusammenkommen. Für das kommende Jahr, so Fehmer, sei dann die Sanierung des Langschiffes vorgesehen. Auch die abrutschende Sakristei müsse gestützt werden, ergänzt Markus Bagert.
Doch erst einmal ist der Turm an der Reihe. In der kommenden Woche rechnet Harald Seel mit dem Ergebnis der Fugenanalyse. Apropos Fugen: Auch die an den Sandsteinarbeiten werden erneuert. „Die Rezeptur dafür kennt aber nur der Steinmetz“, verrät Seel mit einem Schmunzeln.
Info aus der Dülmener Zeitung
Werner Sühling heißt der neue Vorsitzende des Freundeskreises der Kantorei St. Joseph. Bei der Mitgliederversammlung trat er die Nachfolge von Karl-Heinz Wübbelt an.
„Unsere älteste Tochter singt seit fast drei Jahren im Jugendchor, unsere beiden jüngsten Kinder haben sich zeitgleich für den Kinderchor St.-Joseph-Lerchen entschieden. Dadurch bin ich auf die großartige Chorarbeit von Kantor Thomas Drees aufmerksam geworden und möchte ihn und die große Sängerschar durch meine neue Aufgabe als Ansprechpartner des Freundeskreises unterstützen“, begründet Sühling sein Engagement.
Seit fast 15 Jahren unterstützt der Freundeskreis die Chöre der Kantorei. Oberste Priorität haben hier die Belange der Kinder und Jugendlichen. „Als wir im September für ein intensives Probewochenende als Vorbereitung zu unserem Kindermusical ‚Felicitas Kunterbunt‘ am Sorpesee waren und zwei Familien den Eigenanteil für die Fahrt nicht aufbringen konnten, ist der Freundeskreis eingesprungen“, nennt Ruth Bünder, Vorsitzende des Kinderchores, ein Beispiel.
Eine Mitgliedschaft im Freundeskreis ist für jährlich 26 Euro möglich, höhere Beiträge oder einmalige Spenden sind willkommen und unterstützen die Chöre der Kantorei St. Joseph. Neuen Mitgliedern biete man zwei Freikarten für das im November stattfindende Kindermusical „Felicitas Kunterbunt“ an, so Sühling. Interessierte können sich an ihn wenden, Tel. 02594/7049096.
43 Jungen und Mädchen aus den Gemeinden St. Viktor, St. Mauritius und St. Jakobus empfingen am Sonntag, den 16. März, in der Viktorkirche das Sakrament der Firmung durch Bischof Dr. Felix Genn.
In seiner Ansprache erinnerte der Bischof daran, dass jeder Mensch Erfahrungen bitterer Enttäuschung ebenso wie beglückender Begeisterung kenne. Der Heilige Geist könne helfen, mit turbulenten Gefühlen und ungezügelten Stimmungen besonnen und verantwortungsvoll umzugehen. Der Geist könne helfen, „den Ball flach zu halten“ und sich nicht von Wut und Enttäuschung hinreißen zu lassen. Der Heilige Geist sei eine innere Ressource, die den Menschen befähige, zu lieben – „auch wenn uns im Moment gar nicht danach ist.“
Info aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Etwas komisch sei es schon gewesen, erinnert sich Saskia Peter. Nämlich von der eigenen Mutter in die Büchereiarbeit eingeführt zu werden. „Sie hat zu Hause schon immer das Sagen“, sagt die Tochter lachend. Und Mutter Doro Klaas-Peter gibt zu: „Ich war bei ihr etwas strenger als bei anderen.“ Wie läuft die Ausleihe, wo finden sich welche Bücher, was ist bei Neuanmeldungen zu beachten - all das galt es zu lernen. Rund ein Jahr dauerte die Einarbeitungsphase für die heute 14-jährige Saskia und ihre Freundin. Das Duo macht jetzt alleine Dienst. Meist am Freitagnachmittag, weil an diesem Tag der Unterricht nicht so lange dauert. Und Saskia gibt schmunzelnd zu, dass es auch Vorteile hat, wenn die Mutter ebenfalls bei der Bücherei dabei ist: Kann eine der beiden einmal nicht, wird auf dem kurzen Dienstweg der Ersatz geregelt.
Das Mutter-Tochter-Duo gehört zu den 25 ehrenamtlichen Helfern, die in der Pfarrbücherei St. Agatha Rorup tätig sind. „Wenn man in alte Dienstpläne schaut, dann ist es erstaunlich, wie viele Roruper für die Bücherei gearbeitet haben“, berichtet Anne Schulte, die zusammen mit Irene Angelkotte die Leitung innehat. Jugendliche sind dabei, ebenso junge Mütter, die zum Beispiel über Leseprojekte an der Grundschule zum Team gestoßen sind. Einige, wie Schulte und Angelkotte, sind seit Jahrzehnten dabei. Andere, wie Elke Strietholt, haben nach jahrelanger Pause wieder neu angefangen.
Schon als Kind habe sie die Roruper Bücherei genutzt, berichtet die 41-Jährige. Durch ihre Mutter stieß sie 1988 dann zum Team und übernahm Büchereidienste. Als sie im Folgejahr mit ihrer Lehre anfing, blieb dafür jedoch keine Zeit mehr, Strietholt hörte auf. Um dann vor rund zweieinhalb Jahren wieder einzusteigen. Es habe praktisch einen nahtlosen Übergang mit ihrer Mutter geben, die sich damals aus dem Team zurückzog, erinnert sich die Roruperin. Zwar sei die Bücherei zwischenzeitlich in die Schule gezogen, CDs gehören jetzt zum Angebot und die Spieleauswahl hat sich deutlich vergrößert - das Ausleihsystem sei bis auf Kleinigkeiten jedoch gleich geblieben, berichtet Strietholt.
Übrigens: Einziger Mann im Team ist derzeit Patrick Segbert. Seit einem Jahr ist der Schüler dabei - genau wie seine Mutter Claudia, mit der er zusammen Dienst in der Pfarrbücherei macht.
Zum Auftakt der Jubiläumsfeier findet am Sonntag, 26. Oktober, um 9.30 Uhr ein Gottesdienst in der St.-Agatha-Kirche statt. Um 10.30 Uhr folgt ein Sektempfang im Gemeindehaus, wo es eine Buchausstellung gibt. Dort liest um 11.30 und 13.30 Uhr der Autor Markus Walther, um 14.30 Uhr tritt ein Zauberer auf. Ab 12.30 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen. Neben der Buchausstellung ist eine Kinderbetreuung eingerichtet.
Zum Team der Pfarrbücherei St. Agatha gehören Claudia und Patrick Segbert, Elke Strietholt, Jutta und Julie Arzdorf, Irene Angelkotte, Theresa Kleine Homann, Anne Schulte, Lena Mätze, Doro Klaas-Peter, Lilli Terlau, Saskia Peter, Sophia Gerding, Hannah und Lea Möllers, Marie Röckmann, Julia Günzel, Kira Niehues, Daniela Wewers, Paula Wachsmann, Petra Middendorf, Sina Kaul, Bettina Weber, Estefania Schindler und Celine Derdack.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan / Fotos Soldaten: privat; Gruppenfoto: JOC Ysselsteyn, facebook
Dülmener Jugendliche besuchen mit dem Rad niederländische Kriegsgräberstätte Ysselsteyn
|
Josef Horstklas |
|
Josef David |
|
Karl Baumeister |
|
Theodor Mengelkamp |
Dülmen. Über 350 Kilometer werden hinter den 25 Jugendlichen liegen, die heute Abend wieder in Dülmen zurückerwartet werden. 350 Kilometer, die sie von Dülmen ins niederländischen Ysselsteyn und zurück führten. 350 Kilometer - verbunden mit zahlreichen emotionalen Momenten. Denn die Jugendlichen besuchten bei der Tour der Gemeinde St. Viktor die deutsche Kriegsgräberstätte Ysselsteyn. Dort sind vier im Zweiten Weltkrieg gefallene Dülmener begraben worden, gemeinsam mit weit über 31.000 weiteren deutschen Soldaten.
Theodor Mengelkamp, Josef Horstklas, Josef David und Karl Baumeister waren zwischen 18 und 38 Jahre alt, als sie im Oktober 1944 im Großraum Arnheim beziehungsweise bei den Kämpfen an der Maas ums Leben kamen. Im Vorfeld der Radtour hatten Angehörige Trautmann Bilder der Verstorbenen zur Verfügung gestellt. „Wir haben die Fotos vergrößern und in Folie laminieren lassen“, berichtet der Pfarrdechant von St. Viktor. „Die Fahrt ist ein Stück Erinnerungspädagogik, zumal im Jahr des Gedenkens an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren beziehungsweise des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren.“
Am Donnerstagabend feierte die Gruppe zunächst eine Eucharistiefeier unter freiem Himmel, dann besuchten die Jugendlichen bei einem Fackelzug die vier Gräber der Dülmener. Dort befestigten sie die laminierten Bilder an den Grabkreuzen und stellten ein Grablicht auf. „So bekommen die Toten inmitten der Anonymität ein Gesicht“, betonte Trautmann.
Den gesamten Donnerstag über verbrachte die Gruppe an der Kriegsgräberstätte, wo die Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein Jugendcamp betreibt. Vormittags hatte sie sich dort zunächst in Kleingruppen mit Einzelschicksalen von Gefallenen beschäftigt, zu denen Plakate erstellt wurden. Bereits am Vortag hatten die Dülmener das Gräberfeld bei einer Führung kennengelernt.
Dort fand am Donnerstag eine Beisetzung statt, an der die Jugendlichen und ihre Betreuer teilnahmen. Ein im Krieg gefallener Soldat sei erst kürzlich anhand von DNA-Proben identifiziert worden, so Trautmann. Unter anderem im Beisein seines Sohnes, der jahrelang das Schicksal des Vaters recherchiert hatte, wurden die Gebeine nun von einem anonymen in ein namentlich gekennzeichnetes Grab umgebettet. Die Dülmener gestalteten die Beisetzung, an der auch deutsche und niederländische Soldaten teilnahmen, mit. Dafür sei die Familie sehr dankbar gewesen, berichtet Trautmann. „Es sind viele Tränen geflossen“, beschreibt er den emotionalen Moment. Im Anschluss stand eine Fahrt zum Oorlogsmuseum in Overloon auf dem Programm.
Gestern verließ die Gruppe Ysselsteyn, mit einer Zwischenübernachtung in Xanten geht es zurück nach Dülmen. „Die Gruppenatmosphäre ist großartig“, lobt Trautmann, und auch das fast schon hochsommerliche Wetter sei aufseiten der Radfahrer. „Wir haben alle einen Sonnenbrand“, verrät der Pfarrdechant schmunzelnd.