Es war wie ein Ausflug in eine fremde Welt: Mit zahlreichen Bildern entführte Dr. Ricardo Garcia am Mittwochabend, 18. Mai 2016, in der Familienbildungsstätte Dülmen die Zuhörer in die Lebenswirklichkeit der peruanischen Anden. Hier wirkt er als Bischof in Yauyos Canete, einem seelsorglichen Sprengel, der sich von der Pazifikküste bis hinauf ins Hochgebirge der Anden zieht. {multithumb}Besonders eindrucksvoll waren die Schilderungen von den Zerstörungen und den Wiederaufbaumaßnahmen nach dem schweren Erdbeben von 2007.
Auch die von dem Dülmener Friedrich Kaiser 1961 ins Leben gerufene Schwesterngemeinschaft vom lehrenden und sühnenden Heiland wirkt in seinen Pfarreien. „Die Schwestern sind in vielen Ländern Lateinamerikas verbreitet“, berichtete Garcia. „Und wo sie hinkommen, verbreitet sich die Verehrung von Friedrich Kaiser.“
Er selbst habe jüngst, im Zugehen auf Kaisers Seligsprechung, eine offizielle Stellungnahme abgegeben. „Ich habe die guten Früchte gewürdigt, die von der pastoralen Arbeit der Schwestern ausgeht“, so der Bischof. Und er fügte augenzwinkernd hinzu: „Die Schwestern verbinden deutsche Ordnung und peruanische Warmherzigkeit.“ Das sei ein Teil ihres Charismas, für das die Menschen sie schätzen.
Foto: Bischof Dr. Ricardo Garcia (M.) wurde in Dülmen von Pfarrer Markus Trautmann (r.) und Pater Binish
Bericht der bischöflichen Pressestelle Bistum Münster
Bereits zum dritten Mal in zwei Jahren legt der dialog-Verlag Münster ein "Bilderbuch für Jung und Alt" vor. Es beschreibt auf 40 Seiten, leicht verständlich und mit farbenfrohen Grafiken bestückt, das Leben des aus Dülmen stammenden Herz-Jesu-Missionars Friedrich Kaiser.
Dieser, 1903 geboren und 1993 in Lima gestorben, wanderte 1939 nach Peru aus und wirkte ab 1958 als Seelsorger bei den Indios in den Hochanden.
"Die Kleinschrift soll preiswert sein und einen großen Leserkreis in Deutschland erreichen, um Friedrich Kaiser im Zugehen auf dessen Seligsprechung bekannter zu machen", erklärt Christiane Daldrup, Mitglied im Öffentlichkeitsausschuss der Dülmener Gemeinde St. Viktor. Sie hat die Illustrationen von Bärbel Stangenberg aus Wachtendonk und die Texte des Dülmener Pfarrers Markus Trautmann in eine originelle Seitengestaltung gebracht. Neben den kindgerechten Aquarellmotiven gehören auch zahlreiche Fotos und erklärende Themenkästen zum Konzept des quadratischen Büchleins.
"Eine besondere Herausforderung war die Recherche von historischen Details, um die Bildmotive authentisch, aber auch spannend zu gestalten", erläutert Bärbel Stangenberg. Wie waren Kinder vor dem Ersten Weltkrieg gekleidet? Oder welche Szene fasst gut den Alltag in einem Indio-Dorf zusammen? "Wir konnten einige schöne Fotos als Vorlage auch aus der Kindheit Friedrich Kaisers auftreiben", sagt Daldrup, das früheste von 1910. Allerdings sei das Buch nicht einfach historisch oder nostalgisch-verklärend ausgerichtet.
Die Initiatoren sind sich einig: Wer sich mit dem Hiltruper Missionar Friedrich Kaiser und dem Wirken der von ihm gegründeten Gemeinschaft von Seelsorgeschwestern in Südamerika befasst, sieht auch die Situation von Glaube und Kirche hierzulande in einem anderen Licht. "So manche kurzatmig geführte Debatte und Dramatisierung um die Zukunft des kirchlichen Lebens könnte zu etwas mehr Gelassenheit und Kreativität führen, wenn wir die Situation etwa in den Anden anschauen", meint Trautmann. Dann bedeute das Papst-Wort, "an die Ränder" zu gehen, seinen Blick zu weiten und etwas von der typisch deutschen Versorgungsmentalität aufzugeben. "Friedrich Kaiser mutet uns Leidenschaft und Glaubensfreude zu", betont der Geistliche, "sowie die Bereitschaft, für das Miteinander im Glauben auch Opfer zu bringen, statt nur zu nörgeln."
Bericht und Foto der Dülmener Zeitung, Marie Kirstin Kübber
Der sechste ökumenische Stadtkreuzweg der katholischen Gemeinden St. Viktor, Heilig Kreuz, St. Pankratius sowie der evangelischen Kirchengemeinde am Freitagabend stand, passend zum Jahr der Barmherzigkeit, unter dem Thema „Beherzt“. Jung und Alt waren zum Auftakt unter dem Motto „…bekleidet“ in die in buntes Licht getauchte Christuskirche gekommen, der ersten der vier Stationen. {multithumb}
„Matthäus 25, Vers 32 bis 40 - das ist der Kreuzweg, so wie Jesus ihn begangen hat und wir ihn heute begehen“, erläuterte Diakon Ralf Kernbach zum Auftakt. Neben dem Text und andächtigen Orgelklängen gab es eine kurze Gebetsmeditation. Anschließend machten sich alle mit dem von Kantor Thomas Drees begleiteten Lied „Ich will den Weg mit Dir gehen“ auf zur nächsten Station - angeführt von Kreuz- und Fackelträgern. „Wir freuen uns, Sie an die Hand zu nehmen und gemeinsam mit Ihnen den Kreuzweg zu gehen, den Jesus auch gegangen ist“, sagte Kernbach in Richtung der Teilnehmer.
Von der Christuskirche ging es zur Kreuzkirche, in der es um „… beherbergen“ ging. In St. Viktor stand „… beköstigen“ im Mittelpunkt, und der Abschluss des Stadtkreuzwegs fand unter „… begegnen“ in der Aula der Marienschule statt, in der auch die „Werke der Barmherzigkeit“ von Sieger Köder thematisiert wurden.
„Die Grundlage aller Barmherzigkeit ist die Begegnung“, betonte Pastoralreferentin Christiane Zirpel. Gemeinsam mit ihren Kollegen der anderen Gemeinden hatte sie den Kreuzweg organisiert. Mittlerweile sei man ein eingespieltes Team. „Trotzdem hat es drei Vorbereitungstreffen gegeben, weil wir immer ein neues Thema aussuchen“, berichtet Zirpel.
Hoher Besuch konnte am 14. März 2016 beim Vortragsabend der Familienbildungsstätte Dülmen über „Thomas von Kempen und Anna Katharina Emmerick“ begrüßt werden: Generalpropst Helmut Grünke, Vorsteher der Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren, war mit einigen jungen Mitbrüdern aus Paring in der Nähe von Regensburg angereist. Die kleine Gruppe war auf den Spuren des Thomas von Kempen in Norddeutschland unterwegs, der im 15. Jahrhundert dem Klosterverband der „Windesheimer Kongregation“ angehörte – ebenso wie 400 Jahre später die Augustinerin Anna Katharina Emmerick. {multithumb}
In seinem Vortrag schlug Pfarrdechant Markus Trautmann den Bogen von der Theologie und Spiritualität des hl. Augustinus über das berühmte Buch der „Nachfolge Christi“ des Thomas von Kempen bis hin zum Dülmener Augustinerinnen-Konvent Agnetenberg. „Anna Katharina Emmerick fühlte sich vom hohen Anspruch der ‚Nachfolge Christi‘ provoziert“, meinte Trautmann. Es war schmerzhaft für sie, die augustinisch inspirierten Reformbemühungen des Spätmittelalters in ihrer eigenen Zeit so drastisch als gescheitert zu erleben. Dabei hieß das Dülmener Kloster ausgerechnet „Agnetenberg“, genauso wie der Reformkonvent des Thomas von Kempen in der Nähe von Zwolle. Dennoch: Anna Katharinas geistlicher Berater Bernhard Overberg habe ihr sicher nicht leichtfertig zugestanden, eigentlich ganz im Sinne des großen Mystikers vom Niederrhein zu leben. „Das Buch des Thomas von Kempen hat es verdient, wiederentdeckt zu werden“, meinte Trautmann. „Nicht nur, um die Emmerick besser zu verstehen, sondern auch Papst Franziskus, der es häufig zitiert.“
"Glauben sehen" – unter diesem Leitgedanken startete am Samstag, 16. April 2016, die erste Veranstaltung einer neuen spirituellen Exkursionsreihe der Familienbildungsstätte Dülmen. "Wir werden künftig in lockerer Reihenfolge Tages- oder Halbtagesfahren in die nähere oder weitere Region anbieten, um uns bestimmten Aspekten von Religion und Spiritualität zu widmen", erläutert Irmgard Neuß, Leiterin der FBS. Den Auftakt bildete eine Fahrt ins niederrheinische Kempen am vergangenen Samstag, an der sich 40 Personen beteiligten. {multithumb}
Eine Stadtführung durch die historische Altstadt, ein Besuch im Thomas-Archiv und eine Besichtigung der Kempener Marienkirche bildeten die Höhepunkte des Tages. Anhand der Person und des Wirkens des berühmten Sohnes der Stadt, Thomas von Kempen (1379-1471), erschloss Pfarrer Markus Trautmann die Bedeutung der Mystik für den christlichen Glauben. „Mystische Menschen leben aus einer von innen gereiften Gewissheit, machen sich nicht abhängig von äußeren Zwängen und Einflüssen“, so Trautmann. Gerade Papst Franziskus fordere die Christen immer wieder auf, sich ihrer inneren Motive zu vergewissern, um die Herausforderungen unserer Zeit engagiert anzupacken.
Bericht der Dülmener Zeitung / Foto: privat
Zwölf Mitglieder des Ortsausschusses von St. Antonius in Merfeld pilgerten in Begleitung von Pater Binish, Pastoralreferent Christian Rensing sowie Pastoralassistent Michael Wichmann jetzt zum Billerbecker Dom. Dort begrüßte sie die Domführerin und Billerbecker Pfarreiratsvorsitzende Monika Stockmann zu einer kurzweiligen Kirchenführung und erläuterte ihnen die Hintergründe zur Geschichte des Domes und viele Besonderheiten aus dem Leben des Heiligen Liudger.
Im Anschluss wurde ein gemeinsamer Gottesdienst mit Pater Binish in der Sterbekapelle des Heiligen gefeiert. Der Ortsausschuss von St. Antonius engagiert sich das ganze Jahr über für das Leben der Kirchengemeinde vor Ort, plant und organisiert vieles rund um den Merfelder Kirchturm. „So tat es gut mit dieser Wallfahrt und einem gemeinsamen Mittagessen einmal gemeinschaftlich ‚Danke‘ zu sagen und Zeit für die Begegnung zu haben“, heißt es in einer Pressemitteilung zur Wallfahrt. Die gemeinsame Wallfahrt nach Billerbeck endete mit einem kleinen Impuls zum Jahr der Barmherzigkeit im Dom.
Bericht der Dülmener Zeitung / Foto: privat
27 Jugendliche aus Rorup nahmen jetzt unter dem Motto: „Wir sind Teil eines Ganzen“ das Sakrament der Firmung von Weihbischof Stefan Zekorn entgegen. Zuvor hatten sie sich einige Monate zusammen mit dem Katechetinnenteam unter der Leitung von Eva Geldermann und Pfarrer Dieter Hogenkamp auf dieses Ereignis vorbereitet.
Während der Vorbereitung hatten die Jugendlichen Zeit, sich mit ihrer eigenen Identität, Gott und Jesus auseinander zu setzen. So gab es auch ein Großgruppentreffen zum Thema die sieben Sakramente. Hier wurde besonders über die Bedeutung des Sakramentes der Firmung gesprochen. In unterschiedlichen Projektgruppen konnten sich die Jugendlichen intensiv ins Gemeindeleben einbringen. Die Sternsinger und der Friedhofsgärtner wurden unterstützt. Einige Jugendliche verteilten Weihnachtsgrüße oder führten eine Aktionswoche im Kindergarten durch. Auch bei der Aktion „Holy Wins“ konnten sie ihren sozialen Beitrag leisten und begleiteten die Gruppe mit Fackeln und zündeten später das Lagerfeuer an. Zum Ende der Vorbereitung gingen die Jugendlichen einen Versöhnungsweg, während dieses Weges konnten sie nochmals in sich gehen und ihren Gedanken freien Lauf lassen.
Bericht der Dülmener Zeitung / Foto: privat
Den Tag ihrer Goldkommunion feierten am Sonntag die Jubilare mit der Gemeinde in der St. Antoniuskirche. Am Weißen Sonntag 1966 empfingen sie in ihrer Heimatpfarre zum ersten Mal die heilige Kommunion.
Der Jubiläumstag wurde mit der Festmesse begonnen. Pfarrdechant Markus Trautmann zelebrierte den Gottesdienst mit Assistenz von Diakon Robert Schüttert.
Im Pfarrheim trafen sich die Teilnehmer anschließend zum gemeinsamen Frühstück und zum gemütlichen Austausch.
Hildegard Stegehake und Hildegard Tecklenborg vom Ortsausschuss kümmerten sich dort um die Bewirtung der Jubilare, die mit ihren Partnern zum Ehrentag in ihre Heimatkirche gekommen waren. Glückwünsche und Grüße richtete Schüttert an die Teilnehmer, und zur Erinnerung an das Goldjubiläum gab es für jeden eine Antoniuskerze und ein kleines Buchgeschenk von der Gemeinde.
Bericht der Dülmener Zeitung, Robert Schüttert
Seit 71 Jahren halten Merfelder jährlich eine große Dankprozession. Sie geht zurück auf ein Gelübde, das die Merfelder kurz vor Kriegsende im Jahr 1945 gegeben haben. Ausnahmslos versprachen die Merfelder damals, Gott in einer großen Prozession zu danken, weil ihr Ort von einer Bombardierung und Zerstörung im Krieg verschont geblieben war.
Nach einem Festgottesdienst in der St.-Antonius-Kirche zog die Gemeinde, darunter die Kommunionkinder, bei herrlichem Sommerwetter zu den vier Segensaltären im Dorf. Für die musikalische Begleitung sorgte die Chorgemeinschaft St. Antonius unter der Leitung von Christoph Falley sowie einer Bläsergruppe, die von Zita Klünker geleitet wurde.
Erste Station war die Friedenskapelle an der Kirchstraße. Die Segensfeier an der zweiten Station am Friedhof hatten dann die Kommunionkinder mit Pastoralreferentin Ursula Bennecker-Altebockwinkel gestaltet. Von dort ging es zur Schlosskapelle am Haus Merfeld. Unter der Leitung von Elisabeth Horstmann und Maria Brinkmann waren die Kinder des Kindergartens an der dritten Segensstation zuständig. An der vierten und letzten Station sprachen Pastoralreferent Christian Rensing und Diakon Robert Schüttert (beide trugen während der Prozession die Monstranz) sowie Vertreter der KAB und kfd erneut Gebetstexte und Fürbitten. Rensing erinnerte in seinen Texten besonders an das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit. Den feierlichen sakramentalen Abschlusssegen erteilte Schüttert den Teilnehmern der Prozession.
Die Segensaltäre und auch der Prozessionsweg waren von den Nachbarschaften und Anliegern würdig geschmückt und gestaltet. Traditionell trugen die Vorstandsmitglieder des Schützenvereins den Baldachin, den Tragehimmel, und Fahnenabordnungen der kirchlichen und weltlichen Vereine begleiteten den Zug. Mit dem Antoniuslied endete die Feier.
Danach fand in lockerer Runde vor dem Pfarrheim ein Austausch bei gekühlten Getränken und Grillwurst statt. Dabei hatten die Messdiener mit ihren Leiterinnen Angela Stegehake und Lioba Autermann die Bewirtung übernommen.
Bericht und Foto: LWL Münster
Dülmener Stadtmitte offenbart eine archäologische Sensation
Schwarze Holzkohle, roter Lehm, grünliche Bronzereste, Fragmente von Keramik und Tiegeln: Auf den ersten Blick sieht die Grube mitten im Dülmener Stadtkern für den Laien wenig spektakulär aus. Was die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) jedoch daraus lesen können, ist eine archäologische Sensation.
Nach ersten naturwissenschaftlichen Analysen handelt es sich um die älteste Grube in Deutschland, in der eine Kirchenglocke gegossen wurde. Die bisherigen archäologischen Belege zeigen, dass die Grube im 8./9. Jahrhundert entstand. Damit zählt sie zu den ältesten Glockengießergruben des Kontinents.
Mithilfe der Holzkohle kann anhand der Zerfallszeit der Kohlenstoffatome das Alter genau bestimmt werden. Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob die Dülmener Glockengießergrube vielleicht sogar die älteste in Europa ist. Grabungsleiter Dr. Gerard Jentgens schließt das nicht aus. Einstweilen gibt es „in Ungarn und England jeweils nur einen vergleichbar frühen Befund“, so der Archäologe.
Weiterlesen: Glockengießergrube gehört zu den ältesten auf dem Kontinent
Bericht und Foto der Dülmener Zeitung Kristina Kerstan
Die Farbenpracht ist auch nach mehr als 500 Jahren noch überwältigend: Blüten in leuchtendem Gelb und Orange, umgeben von grünen Ranken und sich windenden Blättern. Alles freihändig gemalt von unbekannten Künstlern, ganz ohne Schablone. „Gerade die kleinen Details gehen sonst im Laufe der Zeit verloren“, erläutert Restaurator Markus Schmidt. „Hier aber sind sie erhalten geblieben.“
Es ist in der Tat ein außergewöhnlicher - und für alle Beteiligten überraschender - Fund, der im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Karthäuser St.-Jakobus-Kirche gemacht wurde. Als Arbeiter im November an der Südseite des Chorraums einige marode Steine der Fassade erneuern wollten, entdeckten sie dahinter einen vermauerten Hohlraum, über dem sich ein Bogen spannte. Dessen Unterseite war mit Putz ausgekleidet - und prachtvoll bemalt, wie sich zeigte. Bistum und Landschaftsverband wurden informiert sowie das Restauratorenteam Schmidt beauftragt, den Fund genauer zu untersuchen und zu dokumentieren.
„Knapp 400 Jahre hat die Malereien keiner mehr gesehen“, erläutert Markus Schmidt. Denn schon nach relativ kurzer Zeit wurden die Kunstwerke übermalt, gegen Ende des 17. Jahrhunderts, als das große Chorgestühl Einzug in der Karthäuser Kirche hielt, die Nischen dann komplett zugemauert. All das trug dazu bei, die jahrhundertealte Farbenpracht zu konservieren. „Die Malereien an sich sind nicht außergewöhnlich, aber ihr Erhaltungszustand ist es“, sagt der Restaurator. Die bunten Blumenmotive seien typisch für die Zeit der Spätgotik gewesen.
Bericht der Dülmener Zeitung, Claudia Marcy
Archäologen haben Reste des Schwesternhauses Agnetenberg im Dülmener Stadtzentrum freigelegt. In dem Kloster lebte von 1802 bis zu seiner Auflösung (Säkularisierung) 1811 die stigmatisierte und 2004 seliggesprochene Nonne Anna Katharina Emmerick. Die Außenmauern des mittelalterlichen Klosters sind vorne zu sehen. Lichtschacht und Leuchternischen sind deutlich zu erkennen. Die massiveren Mauerreste rechts im Bild gehören zum Verwaltungsgebäude des Herzogs von Croy, der hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein repräsentatives Verwaltungsgebäude errichten ließ. Es wurde ebenso wie die Klosterkirche im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auf der Fläche soll demnächst ein Parkplatz entstehen.
Bericht und Fotos: LWL Münster
Zeugnisse des klösterlichen Lebens sind jetzt bei Ausgrabungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Dülmen zum Vorschein gekommen. Wo im Osten der Stadt ein Parkplatz entstehen soll, stand bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das Kloster Agnetenberg. Insbesondere die archäologischen Funde des späten 15. und 16. Jahrhunderts geben einen Eindruck vom geistlichen Alltag, der auch die seliggesprochene Mystikerin Anna Katharina Emmerick hier bis 1812 geprägt hat.
Weiterlesen: Ausgrabungen geben Einblick in das Klosterleben in Dülmen
Bericht der Dülmener Zeitung von Claudia Marcy, Silvester-Neujahrausgabe / Foto: Kirchengemeinde St. Viktor
Die Hitze lähmt. Jede Bewegung, selbst das Denken fällt schwer. Die Vorstellungskraft braucht jetzt viel Zeit, um Bilder im Kopf entstehen zu lassen.
Heiß ist es auf dem Gelände hinter dem Rathaus. Staubig. Schmutzig. Kein Schatten. Aufgerissene Erde. Dr. Gerard Jentgens stört das nicht.
Mit ausholenden Schritten eilt der Archäologe über das Grundstück. Zeigt, erklärt, erläutert. Ein Energiebündel, dem das Wetter nichts anhaben kann – weder Sonne, wie in diesem Moment – noch Regen und Sturm wie Monate später, als er und sein Team immer noch graben, säubern, entdecken und schichtweise Dülmens Geschichte freilegen.
Jetzt aber ist Sommer, ein heißer Julitag. Die Grabungen im ehemaligen Pfarrgarten hinter dem Rathaus haben erste Ergebnisse zutage gefördert. Dort ein gefliester Gang, Teil eines früheren Hausflurs. Diese alten Fliesen, erläutert der Archäologe, sind großformatiger als jene, die wir heute benutzen. Möglicherweise aus dem 17. Jahrhundert. Für einen Archäologen fast Gegenwart. Keine Zeit, die noch aufregende Geheimnisse birgt. Mit seinem Fachwissen kann Jentgens die Jahrhunderte durcheilen. Selbst die Jahrtausende.
Bericht der Dülmener Zeitung / Foto: Kerstan
{multithumb} Einblicke in das Leben der seligen Anna Katharina Emmerick boten sich am Freitagabend den Teilnehmern eines Spirituellen Stadtrundgangs, den die Familienbildungsstätte Dülmen gemeinsam mit Markus Trautmann (2.v.r.) angeboten hatte. Der Pfarrer führte zu den fünf Edelstahl-Stelen in der Dülmener Innenstadt, die an markante Stationen im Leben der Seligen erinnern. So etwa an der Ecke Borkener Straße/Tiberstraße, wo früher das Sterbehaus der Emmerick stand.
Bericht der Dülmener Zeitung / Foto: privat
Insgesamt 27 Jugendliche sind seit Dienstag mit Pfarrdechant Markus Trautmann auf dem Fahrrad unterwegs. Ziel ist Damme im Oldenburger Münsterland. „Bei den Frühjahrstouren begeben wir uns immer auf Dülmener Spuren“, erklärt Trautmann. „2013 waren wir in der Abtei Herstelle, wo ebenfalls Dülmener Ordensfrauen leben.“
Bei der aktuellen Ostertour geht es wieder um einen heutigen Menschen, nämlich die aus Dülmen stammende Schwester Marion (Agnes Telohe), die in Damme als Mauritzer Franziskanerin wirkt.
Außerdem gibt es in Damme eine Viktor-Pfarrei, eine von insgesamt dreien im Bistum Münster neben Dülmen und Xanten. Auf dem Hinweg legte die Gruppe eine Übernachtung im Wallfahrtsort Telgte sowie in der Bischofsstadt Osnabrück ein. Eindrucksvoll war die Führung durch das Museum Varusschlacht bei Kalkriese, das an die vernichtende Niederlage römischer Truppen im Teutoburger Wald im Jahre neun nach Christus erinnert.
Der Freitag stand im Zeichen einer Exkursion ins nahe gelegene Dinklage, dem Geburtsort des seligen Clemens August von Galen. Die dortigen Ordensfrauen betreuen eine Gedenk- und Motivationsausstellung zum Thema „Unsere Botschaft heißt Mut“. Dadurch und durch verschiedene Aktionen soll die Haltung Galens im Dritten Reich in die heutige Zeit und besonders für Jugendliche übersetzt werden, so eine Pressemitteilung. Das Projekt- und Wettbewerbsthema in diesem Jahr lautet „Mut zum Kreuz“.