Merfelds Kita-Kinder beziehen Anfang August ihr neues Domizil im von-Galen-Park.
Am 8. August ist für Merfelds Kita-Kinder ein besonderer Tag. Dann öffnet ihre Einrichtung wieder - und sie können die neuen Räume im von-Galen-Park in Besitz nehmen. In der vergangenen Woche zog der Kindergarten in das funkelnagelneue Haus um. Freitag bekam das Erzieherinnenteam mit Leiterin Claudia Möllerherm dabei sogar tatkräftige Unterstützung von den Eltern. Auch die DZ durfte sich in den neuen Räumen umsehen.
Die wirkten ohne die Mädchen und Jungen noch ein wenig leer. Aber dass sich Kinder und Erzieherinnen in den geräumigen und hellen Zimmern wohlfühlen werden, ist keine Frage.
Im Erdgeschoss mit der großen Eingangshalle, die auch Platz für das Elterncafé sowie das Buffet am Morgen und Mittag bietet, werden die Kleinen, die Kinder unter drei Jahren (U3), ihre Räume haben. Außerdem gibt es hier die Turnhalle. Bisher hat die Kita die Halle der Grundschule nutzen dürfen. Absprachen mit der Schule sind ab jetzt nicht mehr nötig, freut sich Claudia Möllerherm über die neuen Möglichkeiten.
Auch die Küche mit Lagerraum ist eine große Verbesserung im Vergleich zur bisherigen Situation. Der Raum für die Besprechungen der Mitarbeiterinnen ist ebenfalls geräumig und hell - hier sind Treffen des 20-köpfigen Teams sogar unter Coronabeschränkungen möglich.
Im oberen Stockwerk sind die großen Kinder, die Über-Dreijährigen (Ü3), untergebracht. Vier Ü3-Gruppen gibt es in der Sechs-Gruppen-Einrichtung. Wobei es keine Gruppenräume im herkömmlichen Sinn mit einer identischen Grundausstattung an Spielzeug sind. Stattdessen findet sich in jedem Raum ein Schwerpunkt - in der Maikäfergruppe etwa gibt es alles aus dem Bereich Konstruktion. Wer mit Baumscheiben etwas bauen möchte, findet es hier. Wer etwas malen oder kreativ sein will, geht ins Atelier. Dann gibt es noch einen Raum für kleine Naturwissenschaftler. Ein Zimmer steht für Rollenspiele mit Kostümfundus, Maske und Requisite zur Verfügung. Wohnzimmer, Musikraum, Küchenzeile - alles vorhanden. In dem großen Vorraum im Obergeschoss werden die Kinderkonferenzen stattfinden, wird das Kinderparlament tagen - Kinder-Mitbestimmung wird in der Einrichtung ja groß geschrieben. Zwei Garderobenräume bringen Ruhe in den Alltag, ist sich Claudia Möllerherm sicher. Bisher spielte sich alles auf dem Flur ab: Umziehen der Kinder beim Hinbringen oder Abholen, dazwischen die Gespräche mit den Eltern.
Überhaupt die alte Kita. Sie hat gute Dienste geleistet. Aber selbst die letzten größeren Umbauten in den vergangenen Jahren hätten nicht zu einer idealen Raumsituation geführt, räumte die Kita-Leiterin ein. „Aber jetzt haben wir eine geniale Lösung“, strahlt sie. Dennoch fiel den Erzieherinnen der Abschied nicht so leicht. Die Kinder hatten da weniger Probleme, sagt Claudia Möllerherm. Aber für die ist es ja auch kein richtiger Abschied. Als Schulkinder, die die Übermittagsbetreuung der Kardinal-von-Galen-Grundschule nutzen, werden sie in die Räume zurückkehren können (siehe weiteren Bericht).
Ein Dankeschön möchte Claudia Möllerherm noch loswerden: Die Firmen Reckmann und Overbeck hätten sehr geholfen und ihnen einiges an Arbeit abgenommen, sagt sie. Noch ist nicht alles fertig. Einige Möbel werden noch geliefert. Die Außenanlagen werden demnächst naturnah gestaltet - Vorbild ist die Kita in Rorup.
Rabea Kuhlmann wird Pastoralreferentin.
An einer Welt mitzuwirken, die geprägt ist von Nächstenliebe, Toleranz und Gerechtigkeit - das ist der Wunsch von Rabea Kuhlmann. Und deshalb macht die 25-Jährige eine Ausbildung zur Pastoralreferentin. Während ihrer Assistenzzeit lernt sie in der Pfarrei St. Antonius von Padua in Rheine.
Gebürtig kommt Rabea Kuhlmann aus Dülmen. Nach ihrem Abitur hat sie einen Freiwilligendienst über das Bistum Münster in einer Gemeinde in Mexiko gemacht. Dort hatte sie in der Gemeinde und in verschiedenen Gruppen mitgearbeitet. „Das passt sehr gut, denn ich kann mir vorstellen, später eine Ausbildung zur Pastoralreferentin zu absolvieren“, sagte sie 2016 vor ihrem Aufbruch nach Mexiko, im Gespräch mit der Dülmener Zeitung über ihre Erwartungen und Wünsche.
Wieder in Deutschland angekommen, startete sie mit dem Studium der katholischen Theologie, das sie in diesem Jahr erfolgreich beenden konnte. „Anfang August habe ich die Ausbildung zur Pastoralreferentin begonnen“, freut sie sich auf eine spannende Zeit in Rheine.
Seit ihrer Kindheit fühlt sie sich in der Pfarrei St. Mauritius in Hausdülmen beheimatet: „Ich habe dort viele tolle Erfahrungen sammeln können.“ Durch die Messdienerarbeit habe sie Gemeinschaft in der Kirche erfahren. „Besonders beeindruckt hat mich, mit wie viel Engagement Projekte vorangetrieben wurden.“
In Mexiko habe sie erlebt, wie sehr der Glaube vielen Menschen in bestimmten Situationen im Leben weiterhelfen kann: „All das hat mich dazu gebracht, dass ich noch mehr über die theologischen Fragen erfahren wollte und Menschen bei ihrer Suche nach Gott oder sich selbst unterstützen wollte.“
Der Beruf der Pastoralreferentin fasziniere sie auch, weil er so vielfältig ist und man mit vielen unter-schiedlichen Menschen aus allen Altersgruppen zusammenarbeite.
Glaube bedeutet für Rabea Kuhlmann, „die Liebe und Stärkung, die ich durch Gott erfahre, an meine Mitmenschen weiterzugeben und Räume für Gemeinschaft und Selbstverwirklichung zu ermöglichen“.
Ursuala Benneker-Altebockwinkel verlässt die Gemeinde St. Viktor, um im Heilig-Geist-Stift zu helfen
Ist es ein Neuanfang? Eine Auszeit? Ein Versuch? Ursula Benneker-Altebockwinkel nennt es lieber „mein freiwilliges Gesellschaftsjahr“, über das in der Politik mit Blick auf junge Menschen, die die Schule verlassen und auf die Menschen, die aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden, immer lauter gesprochen werde.
In wenigen Tagen tritt die langjährige Pastoralreferentin von St. Viktor im Heilig-Geist-Stift ihre Arbeit an. „Ich möchte da helfen, wo ich gebraucht werde“, sagt die Dülmenerin. Also in der Seelsorge, in der Betreuung und in der (leichten) Pflege von alten Menschen.
Durch Besuche und Gespräche im Heilig-Geist-Stift habe sie erfahren, wie sehr Hilfe gebraucht werde und deshalb habe sie sich entschlossen, den Menschen, die dort leben und arbeiten, ihre Unterstützung für ein Jahr anzubieten. Wie es nach dem Jahr weitergeht, weiß sie noch nicht. „Ganz ausschließen will ich es nicht, nach dem Jahr wieder in die Pfarrei zurückzugehen“, sagt sie. Vorstellbar sei aber auch, dass sie danach etwas ganz anderes macht. Sie sei zuversichtlich, „dass Gott schon weiß, was er mit mir vorhat“, hat sie auf der Homepage der Pfarrei aus Anlass ihrer Verabschiedung geschrieben.
Die Entscheidung, etwas Neues zu beginnen und die vertrauten beruflichen Pfade zu verlassen, auf denen sie fast 30 Jahre hauptamtlich in der Erstkommunion- und Firmvorbereitung tätig war, trifft sie sicher und bestimmt. „Ich habe gemerkt, dass ich so nicht weitermachen kann“, sagt sie nachdenklich. Den klassischen Methodenkoffer einer Pastoralreferentin möchte sie zuklappen und stattdessen in der persönlichen Seelsorge die Botschaft des Glaubens weitergeben. „Unruhe ist die Zeit für Neues“, sagt sie.
Viele hätten sie gefragt, ob ihre Entscheidung auch mit dem Aufdecken der Missbrauchsfälle in der Kirche zu tun habe, erzählt sie. Sie verneint. Es sei ein Schock für sie gewesen, eine große Enttäuschung, dass so ein Skandal in der Kirche möglich gewesen ist. Aber zuallererst sei Kirche für sie der Ort, „wo Menschen sich gegenseitig helfen zu glauben.“ Sie sieht sich hier in der langen Tradition der Christen, die ihren Glauben von Generation zu Generation weitergegeben haben „und genau deshalb liebe ich die Kirche.“
Mit Blick auf die Arbeit, die sie jetzt ihren Kolleginnen und Kollegen überlasse, sagt sie: „Es werden neue Ideen kommen, vielleicht bessere!“ In jedem Wechsel stecke auch die Chance für eine Weiterentwicklung.
„Man steht dieser Weiterentwicklung im Weg, wenn man einfach weitermacht wie immer, obwohl die innere Stimme sagt, dass es Zeit ist zu gehen“, sagt sie und lächelt. Auf die neue Aufgabe im Heilig-Geist-Stift freut sie sich deshalb auch.
Heimatverein und Gemeinde stellen Buch über das Schicksal von Louis Pins vor.
Als es immer schlimmer wird, will Louis Pins nur noch weg. „Sie müssen machen, dass ich wegkomme!“, bestürmt der Dülmener Viehhändler im Frühjahr 1939 den korrupten Konsulatskanzler Bockholdt im uruguayischen Generalkonsulat in Hamburg. Damit dieser ihm endlich die Ausreisedokumente nach Südamerika für sich und seine Familie besorgt. Kurze Zeit später ist Pins tot.
Im Jahr 2020 wurde der Keller der Familie Pins am Fuße der Kirche St. Viktor bei Grabungen entdeckt. „Es ist ein Keller wie jeder andere, archäologisch völlig uninteressant. Doch die Geschichte der Familie dahinter hat es in sich“, sagt Dr. Dieter Potente, Historiker und 16 Jahre lang Schulleiter an der Erich-Kästner-Schule in Buldern und der Johann-Gutenberg-Schule in Dülmen. Über das Schicksal des Dülmener Juden Louis Pins, das über Fluchtversuch, Verhaftung und Verhör bis in den Tod führte, gibt der Heimatverein Dülmen im Auftrag der Pfarrgemeinde St. Viktor nun ein Buch heraus.
„Bei manchen geschichtswissenschaftlichen Aufsätzen will ich schon nach der dritten Seite das erste Nickerchen einlegen. Doch dieses Buch ist anders“, sagt Potente. Die drögen, im Wortlaut stenografierten Akten wurden anschaulich illustriert und alle relevanten Dülmener Persönlichkeiten in Info-Kästen erläutert.
„Das Einzelschicksal des Dülmeners Pins macht die Schikane und unglaubliche Verzweiflung der Juden während der NS-Diktatur fassbar.“
Dr. Dieter Potente
Zudem erlaubten abgelaufene Sperrfristen, das Internet sowie Kontakte zu Pins‘ Nachfahren in Uruguay und Israel neue Erkenntnisse. „Wir haben heute Infos, von denen nicht mal Frau und Tochter von Pins wussten“, erläutert Pfarrdechant Markus Trautmann.
„Das Einzelschicksal des Dülmeners Pins macht die Schikane und unglaubliche Verzweiflung der Juden während der NS-Diktatur fassbar. Geschichte ist keine Frage der Schule, sondern ein Thema für alle“, betont Potente. Das Buch basiert auf den Recherchen von Christiane Daldrup im Staatsarchiv Hamburg, deren eher zufälliger Aktenfund 450 Seiten umfasst. „Die Akten zeigen, wie Menschen wie Bockholdt die Not der Juden schamlos ausgenutzt und sich an der Panik der auswanderungswilligen Menschen bereichert haben“, berichtet Pfarrer Trautmann.
Pins stirbt schließlich in der Haft, seine Todesumstände sind bis heute ungeklärt. Seine Familie erfährt als Todesursache „Herzversagen“, die Sterbeurkunde bezeugt „Selbstmord durch Erhängen“. „Das alles kann jedoch auch erfunden sein. Das Gestapo-Gefängnis Fuhlsbüttel war extrem brutal, dort wurden Leute auch zu Tode geprügelt“, so Pfarrer Trautmann. Es ergebe sich ein Bild, jedoch kein geschlossenes.
Das jetzt erschienene Buch mit dem Titel „Sie müssen machen, dass ich wegkomme!“ ist dank der Förderung durch die NRW-Stiftung im Dülmener Buchhandel in einer Auflage von 800 Exemplaren für fünf Euro zu erwerben. Auf die Kellerruine der Familie Pins an der St.-Viktor-Kirche wird noch in diesem Jahr ein 2,50 Meter hoher gläserner Tetraeder als Denkmal gesetzt.
Bericht und Foto der Dülmener Zeitung, Leonard Fischer
Krankenhausseelsorgerin Christel Seibert geht in den Ruhestand.
„In den letzten fünf Jahren als Krankenhausseelsorgerin schlug mir so viel Vertrauen und Dankbarkeit entgegen, wie ich vielleicht in all den Jahren zuvor nicht erlebt habe.“ Mit diesen Worten blickte Christel Seibert am Dienstagvormittag zurück auf ihre Zeit am Dülmener Standort der Christophorus-Kliniken. Seit 1. September 2017 war die Pastoralreferentin hier tätig, nun wurde sie in den Ruhestand verabschiedet - und nutzte die Gelegenheit, sich bei Weggefährten und Angehörigen zu bedanken. Sie sei dankbar über so viele gute Begegnungen, so Seibert.
Begonnen hatt die Verabschiedung mit einem Wortgottesdienst in der Krankenhauskapelle, (in Anwesenheit vieler Kolleginnen und Kollegen, Freunden und Angehörigen). „Du gehst umsichtig und offen mit den Menschen um. Und du hast das Vertrauen in die Menschen nie verloren, hast dir das Vertrauen in das Leben bewahrt, obwohl - oder vielleicht, weil - du in deinem persönlichen Leben manchen Herausforderungen begegnet bist“, würdigte Pfarrdechant Markus Trautmann die Scheidende in seiner Predigt.
Er erinnerte auch an die Belastungen, die ab Frühjahr 2020 mit der Corona-Pandemie kamen. All die notwendigen Einschränkungen im Krankenhaus hätten die Arbeit der Seelsorgerin nicht gerade einfacher gemacht. „Aber letztlich wundert es nicht, dass gerade in dieser Situation eine Patientin Dir das Kompliment machte: Wer bringt denn jetzt die Freude, wenn Sie gehen?“, sagte Trautmann. Seiberts besondere Stärken seien stets die ruhigen und nachdenklichen Töne, das behutsame und aufmerksame Zuhören gewesen. Der Pfarrdechant erinnerte zudem daran, wie Christel Seibert selbst einmal im DZ-Interview die Krankenhauskapelle beschrieben habe: „Für mich ist sie ein Ort der Geborgenheit, wo Menschen ein Stückchen zur Ruhe kommen können. Ich glaube, alle brauchen manchmal die Chance dazu“, hatte die Seelsorgerin damals gesagt.
Dr. Jan Deitmer von der Geschäftsführung der Kliniken erinnerte daran, dass am Beginn der Krankenhäuser in Nottuln, Coesfeld und Dülmen im 19. Jahrhundert die Initiative von Geistlichen und Kirchengemeinden stand. In den 40 Dienstjahren von Seibert habe sich die medizinische Versorgung und Technologie unglaublich gewandelt. Aber die Kapelle sei immer noch ein Ort, den auch heute die Krankenhausleitung ganz bewusst pflege und den Patienten und Angehörigen zur Verfügung stelle. Auch die Förderung der Krankenhausseelsorge sei ein Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln und Werten, so Deitmer.
Bericht der Dülmener Zeitung / Foto: Christian Rensing
Straßenschild ehrt Heinz Walgenbach.
Seit dem Fronleichnamstag (16.6.) gibt es in Dülmen einen neuen Straßennamen – zumindest auf einem entsprechenden Schild unweit der Kirche St. Joseph. Anlässlich der Verabschiedung von Kirchenmusiker Heinz Walgenbach in den Ruhestand heißt der Fußweg entlang der südlichen Außenwand der Josephskirche (zwischen Pfarrheim und Jugendheim) fortan „Heinz-Walgenbach-Weg“. Der 90jährige Walgenbach, der 1963 in den Dienst von St. Joseph trat, nahm im Beisein einiger Familienangehöriger die Enthüllung persönlich vor. Er blicke mit Dankbarkeit auf sein langjähriges Wirken zurück, betonte er in einer kurzen Ansprache. „Möge St. Joseph weiterhin eine lebendige Gemeinde sein und die Kirchenmusik hierbei einen Akzent setzen“, so sein Wunsch an die Gäste und Gottesdienstbesucher.
Die Viktorkirche neu entdecken und anders sehen.
Am letzten Freitag startete als Premiere im Rahmen des bundesweiten Monats für Sehbehinderte eine besondere Kirchenerkundung durch die Viktorkirche .
Eine interessierte zehnköpfige gemischte Gruppe von Dülmenerinnen und Dülmenern mit und ohne Sehbehinderung erkundeten mit großem Interesse und allen Sinnen die Viktorkirche, die Orgelbühne und die Sakristei.
Beeindruckend war es, wie die Teilnehmenden mit großer Seheinschrnänkung alle durch Fühlen und Tasten Skulpturen mit ihren Abbildungen erkennen und Materialien von Kelchen und Gewändern treffsicher bestimmen konnten.
Christoph Falley stellte die Orgel mit ihrer Vielfalt an Klängen und Pfeifen eindrucksvoll näher.
Mit Simulationsbrillen konnten die Teilnehmenden ohne Seheinschränkung selbst einmal erproben, wie es sich anfühlt, sich mit einer Sehbehinderung im Kirchenraum tastend zu orientieren.
Am Ende waren sich alle in ihrem Wunsch einig, zu einer Fortsetzung dieser Kirchenerkundung bei den vielen Schätzen, die die Viktorkirche beherbergt, im Herbst einzuladen.
Am 1. Juni hat Johanna Krafczyk ihren Dienst als neue Krankenhausseelsorgerin in Dülmen aufgenommen. – Johanna Krafczyk wurde 1977 in Beuthen in Oberschlesien geboren und kam mit ihrer Familie 1989 in die Bundesrepublik. Nach dem Abitur in Werl absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Schon bald rückte der Beruf einer Krankenhausseelsorgerin in ihr Blickfeld, als sie in Hamm eine Ordensschwester kennenlernte, die in diesem pastoralen Bereich wirkte. Sie ließ sich zur Pastoralreferentin ausbilden und erhielt 2019 die Beauftragung durch den Bischof von Münster. Zuletzt wirkte Johanna Krafczyk in der Krankenhausseelsorge in Vreden.
Foto: Christian Rensing
Aufgrund der sich abzeichnenden langfristigen Personalsituation in unserer Pfarrei (Priester, Küsterinnen, Musiker) sollen künftig Doppelungen bei Gottesdienstterminen nach Möglichkeit vermieden werden. Daher gilt ab Pfingsten die folgende Regelung: Am Donnerstagmorgen um 8.30 Uhr ist die Eucharistiefeier nur noch (wie bisher) in St. Mauritius, nicht mehr in St. Viktor. Ebenso wird es künftig an jedem 1. Montag im Monat die Morgenmesse nur noch als „Frauenmesse“ um 9.00 Uhr in St. Joseph geben, nicht mehr um 8.30 Uhr in St. Viktor.
Schüler befassen sich mit von Galen.
Einen ganzen Vormittag beschäftigten sich am Mittwoch die Kinder des vierten Jahrgangs der Merfelder Kardinal-von-Galen-Schule mit ihrem Schulpatron. Gemeinsam mit Pfarrer Markus Trautmann und Religionslehrerin Simone Flissikowski betrachteten sie zahlreiche Fotos aus dem Leben des berühmten Bischofs und tauschten sich über seine Bedeutung während der NS-Zeit aus.
Anschließend stand eine Exkursion zur nahgelegenen St.-Antoniuskirche auf dem Programm; zuvor wurden im Außenbereich des Pfarrheims die großformatigen Galen-Infotafeln in Augenschein genommen. Sie erinnern auch an Galens zahlreiche Aufenthalte in Merfeld, wo auch sein Bruder Franz von Galen lebte. In der Kirche betrachteten die Kinder eine historische Gedenktafel und andere Erinnerungen an den „Löwen von Münster“, heißt es in einer Mitteilung.
Zum Schluss schallte ein O-Ton Galens durch den Kirchenraum, ein Mitschnitt seiner Ansprache auf dem Domplatz in Münster im März 1946. Als Souvenir erhielt jedes Kind eine kleine Galen-Medaille sowie einen originalen Ersttagsbrief zur 100-Pfennig-Briefmarke, die anlässlich des 50. Todestages Galens 1996 erschienen war.
Bericht und Fotos der Dülmener Zeitung
Mit dem Pfingstfest endet die Osterzeit. Es beginnt die sog. Zeit im Jahreskreis, die erst wieder im Advent und dann noch einmal durch die Fastenzeit unterbrochen wird.
Sichtbar ist dies in unseren Kirchen dadurch, dass die Osterkerze außerhalb der Osterzeit nicht mehr im Altarraum steht, sondern ihren Platz am Taufbecken hat. Zu Taufen und Beerdigungsgottesdiensten wird sie als Zeichen der Verbindung mit dem Osterereignis angezündet. Ansonsten darf die Osterkerze außerhalb der Osterzeit nicht brennen. So wird die Bedeutung dieser 50 Tage besonders herausgestellt.
Ortsvorsteherin Gabriele Sondermann und Pfarrer Heio Weishaupt freuen sich über das schöne und gelungene Ergebnis der Restaurationsarbeiten am Kreuz an der Halterner Straße in Hausdülmen.
Das Kreuz wurde 1861 als Missionskreuz in Hausdülmen eingeweiht und stand bis zum Umbau der Bundesstraße im Jahr 1971 auf dem Dorplatz. Dann folgte der Umzug an den jetzigen Standort. Witterunseinflüsse haben im Laufe der Jahre dem Sandstein stark zugesetzt - aber die heftigste und bitterste Zerstörung erlitt der Korpus im Jahr 2016 durch Kreuzschändung. Das Gesicht wurde dabei komplett zertrümmert (s. Foto links) und wurde nun bei der Restaurierung durch die Firma Wennemer aus Münster nachkonstruiert.
Ortsvorsteherin Gabriele Sondermann hat sich dafür eingesetzt, dass die Restaurierung des Kreuzes, welches sich im Besitz der Stadt befindet, in Auftrag gegeben wird. Finanziert wurde die Aufarbeitung aus dem Ortsteil-Budget. "Oftmals bin ich von den Bürgerinnen und Bürgern auf den schlechten Zustand des Kreuzes angesprochen worden", so Sondermann. "Für die Hausdülmener war es ein großes und wichtiges Anliegen, das Kreuz zu erhalten."
Pfarrer Weishaupt ist der Meinung, dass das Kreuz insbesondere in den aktuellen Krisen wie die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und auch die wirtschaftliche Situation ein Ort sein kann, der Hoffnung gibt. "Gott ist ein Gott, der ins Leid der Menschen hineingegangen ist und somit in Krisensituationen Hoffnung und Halt geben kann."
Das Wort von Dechant Drachter aus dem Jahr 1648, das am Sockel des Kreuzes angebracht ist, hat an Aktualität in seiner Bedeutung nicht verloren.
„Laß sausen, laß brausen,
die listige Welt.
Auf‘s Kreuz nur
sei dein Hoffen gestellt.“
Am Samstag vor Pfingsten, 4. Juni, wird das Kreuz im Rahmen des Vorabendgottesdienstes um 17.40 Uhr gesegnet. Herzliche Einladung an alle Hausdülmener, sich vor dem Gottesdienst am Kreuz zu treffen.
Neuer Standort der Bücherei Rorup eingeweiht.
Gleichsam wie die Sonne vom blauen Himmel, so strahlten auch das Büchereiteam und zahlreiche Roruper bei der Einweihung der neuen Bücherei St. Agatha. Nach der Messe, zelebriert von Pfarrer Heio Weißhaupt, zog die Gemeinde samt Fahnenträgern zum neuen Standort der Bücherei, im früheren Ladenlokal Balster.
Hier fand Weißhaupt lobende Worte zum Umzug an die Ecke Hauptstraße/Kirchplatz. „Es ist gut zu wissen, dass es Zellen gibt, wo Wissen vermittelt wird, und Unterhaltung und Begegnung möglich sind“, betonte er. „Das Engagement aller hier wird sehr wahrgenommen, und durch die gute Gestaltung der neuen Bücherei hat es auch einen guten Werbeeffekt.“ Über das Lob des Pfarrers bei der Einsegnung der Bücherei freute sich das Büchereiteam sehr. „Das fand ich richtig klasse, es tut so gut und motiviert einfach sehr zum Weitermachen“, sagte Anne Schulte.
Das Team hatte für die Einweihung ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt, besonders für die Kleinen. Ein Luftballonkünstler verzauberte die Kinder mit seinem Können, ein Bilderbuchkino fand in der Kirche statt, und auch eine Schminkaktion gab es. Zudem war Steinmetzmeisterin Sabine Feldmann mit ihrem Lehr- und Bildhauerwagen „Paula“ mit von der Partie. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Waffeln, Würstchen vom Grill und ein kühles Getränk waren im Angebot. „Die haben sich hier heute aber richtig Mühe gemacht, und es sind so viele Ehrenamtliche, die sich hier engagieren“, lobte etwa eine Besucherin begeistert.
Bericht und Fotos der Dülmener Zeitung, Siegrid Muddemann
Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrei St. Viktor nahmen am 9. Mai am traditionellen Betriebsausflug teil. Dieser hatte zuletzt vor drei Jahren stattgefunden. In diesem Jahr ging es mit Bussen ins niederrheinische Xanten, das seinen Ursprung in römischen Zeiten hat. Nach einem Gottesdienst im historischen Amphitheater von Birten, wo um das Jahr 300 Viktor und seine Gefährten das Martyrium erlitten, führte ein gemeinsamer Fußmarsch bei sommerlichen Temperaturen in die Xantener Altstadt. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel mit Mittagspause standen dann interessante Führungen in insgesamt fünf Kleingruppen im Archäologischen Park Xanten (APX) auf dem Programm. Ein zünftiges Picknick rundete den Aufenthalt in Xanten ab, bevor es am Abend ins Münsterland zurückging.
Fotos: Christian Rensing
Spurensuche zum jüdischen Leben in der Viktorkirche
Auf ungewöhnliche Eindrücke werden in den kommenden Wochen die Gäste der Dülmener Viktorkirche stoßen: Seit dem 5. Mai gastiert in dem weiträumigen Kirchenraum die von der Westfälischen Wilhelmsuniversität (WWU) Münster konzipierte Wanderausstellung „Spurensuche_n: Jüdisches Leben im Münsterland“.
Die der Universität zugeordnete „Arbeitsstelle Forschungstransfer“ war bereits 2019 mit einem Kreativangebot an Schulen und Vereine im Münsterland herangetreten, um für die kreative Gestaltung alter Türen zu werben.
Die Türen thematisieren auf dem vorderen Türblatt historische Bezüge, auf der Rückseite heutige Erinnerungen an jüdisches Leben in insgesamt 14 Ortschaften. „Die Ausstellung möge wie ein ‚Türöffner‘ neue Einblicke gewähren in das jüdische Leben im Münsterland, besonders hier in Dülmen“, betonte Dr. Andrea Peine, Lehrerin an der Hermann-Leeser-Schule, die am 5. Mai die Eröffnungsveranstaltung moderierte.
Anwesend waren, neben zahlreichen Interessierten, Jugendliche aus Dülmener Schulen sowie Vertreter und Vertreterinnen unterschiedlicher Dülmener Gedenkinitiativen.
Zu den Gästen der Ausstellungseröffnung gehörte auch Stefan Ast, Geschäftsführer der NRW-Stiftung aus Düsseldorf. Er überreichte dem Vorsitzenden des Dülmener Heimatsvereins, Erik Potthoff, eine Förderurkunde über 20.000 Euro. Die Mittel sind für die neuen Publikationen über jüdisches Leben in Dülmen und den Gedenkort am Keller Pins neben der St. Viktorkirche bestimmt. „Das ehrenamtliche Engagement für die Spurensuche und Vermittlung der jüdischen Geschichte in Dülmen ist enorm. Die Zusammenarbeit des Heimatvereins mit den Dülmener Schulen zielt auf eine lebendige und sehr anschauliche Geschichtsvermittlung. Das hat uns in der Stiftung sofort für die Förderung überzeugt“, zeigt sich Stefan Ast beeindruckt.
Der Vorsitzende des Dülmener Heimatvereins Erik Potthoff skizzierte die langjährigen Initiativen und Projekte der Erinnerung an jüdisches Leben in Dülmen, deren Anfänge sich bereits bis in das Jahr 1978 zurückverfolgen lassen.
Den Zusammenhang einer lebendigen Erinnerungskultur mit den Herausforderungen einer heutigen toleranten Gesellschaft betonte Bürgermeister Carsten Hövekamp.
Die Mitarbeiterin der betreffenden Uni-Arbeitsstelle Nina Nolte erläuterte, wie aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ganz neue Wege einer digitalisierten Ausstellungspräsentation beschritten wurden.
In einem Impulsreferat vertiefte Pfarrdechant Markus Trautmann die Türensymbolik, in dem er an den Dülmener Heimatforscher Heinz Brathe erinnerte, der immer wieder die verschlossene Haustür seines Elternhauses in der Pogromnacht 1938 thematisiert hatte.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Kirchenmusiker Christoph Falley, der durch Orgel-, Klarinetten- und Saxophonspiel Stücke jüdischer Komponisten vortrug.
Foto: Der Geschäftsführer der NRW-Stiftung Stefan Ast überreicht dem Vorsitzenden des Dülmener Heimatvereins Erik Potthoff die Förderurkunde.
Eine Gruppe von rd. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pfarrei St. Viktor traf sich am Mittwochvormittag, 27. April, mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn im Dülmener Begegnungszentrum „einsA“ zum gemeinsamen Austausch. „Was stärkt mich in meinem Dienst?“ oder „Was belastet uns als Gläubige in heutiger Zeit?“ waren einige der Fragen, mit denen sich Küsterinnen und Kirchenmusiker, Pfarrsekretärinnen und Verwaltungsmitarbeiter, Kita- und Seelsorgepersonal befassten. Weihbischof Zekorn berichtete vom „Synodalen Weg“ und gab einige spirituelle, z.T. sehr persönliche Impulse. „Die kommenden Jahre werden für Sie alles andere als einfach werden“, meinte Zekorn mit Blick auf die gesellschaftliche und kirchliche Gesamtsituation. Umso wichtiger sei es für die immer kleiner werdende Zahl von Christen und insbesondere kirchliche Mitarbeiter, „Oasen des Glaubens“ zu suchen und sich immer wieder bewusst zu fragen, „was meinen Glauben stärkt – gerade angesichts einer zunehmenden Hinterfragung der Kirche in der Öffentlichkeit oder im eigenen Umfeld.“
Das Bild zeigt einen Teil der Veranstaltungsteilnehmer in der Mittagspause. (Foto: Barbara Kockmann)
Andachten und Aktionen an der Kardinal-von-Galen-Schule.
Die Kardinal-von-Galen-Hauptschule bekundet Solidarität mit der Ukraine. Seit dem 8. März finden wöchentlich in der benachbarten St.-Joseph-Kirche Andachten statt, in denen Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge ihre Anteilnahme bekunden.
Neben der Thematisierung im Unterricht sieht es die Schule als Aufgabe an, den Kindern und Jugendlichen Raum für die Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation in der Ukraine zu geben, so eine Mitteilung. Dazu organisieren jede Woche Lehrkräfte in Zusammenarbeit mit Pfarrer Markus Trautmann die Andachten, in denen die Schülerinnen und Schüler mitwirken. „Eindrucksvolle Erlebnisberichte geflüchteter Schülerinnen aus Syrien, selbst geschriebene Friedensgedichte oder Traumreisen stimmen in die Andacht ein, bevor besinnliche Mitmachaktionen die Teilnehmenden einladen, ihre Verbundenheit zu den Menschen insbesondere zu den Kindern und Jugendlichen in der Ukraine auszudrücken“, heißt es in einer Mitteilung.
„Hoffnungskärtchen mit guten Gedanken entstehen, Friedenssymbole auf der ukrainischen Flagge werden mit Unterschriften als Zeichen der Solidarität versehen und Friedenstauben bekommen Federn, um Frieden in die Ukraine zu bringen.“ In Kurzlesungen von Pfarrer Markus Trautmann erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Auch werden sie für einen achtungsvollen Umgang mit dem Thema Krieg sensibilisiert. Musikalisch begleitet von Kirchenmusiker Christoph Falley endet jede Andacht ritualisiert mit dem Lied „We shall overcome“.
„So ist inzwischen ein Friedenspodest entstanden, das allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, täglich der Situation in der Ukraine zu gedenken.“ Sechs Schüler aus der Ukraine hat die Kardinal-von-Galen Schule bereits aufgenommen, weitere Anmeldungen werden nach den Osterferien folgen. Die Ausstellung im Forum der Schule ist somit auch ein Willkommensgruß für alle neuen Schülerinnen und Schüler und für ihre Familien.
Bericht und Foto der Dülmener Zeitung
Barock-Kreuz kehrt nach der Restaurierung zurück auf die Karthaus.
Das Kreuz mit dem Elfenbein-Corpus kennt Markus Bagert gut. Aus seiner Kindheit, als Messdiener in St. Jakobus. „Bei jeder Prozession und Beerdigung war es mit dabei“, erinnert sich der 58-Jährige. Auch er selbst habe es etliche Male getragen. Da passt es, dass es Bagert ist, der das Kreuz jetzt an seinen neuen, seinen endgültigen Platz stellt. Denn nach jahrelanger Abwesenheit ist es nun zurückgekehrt auf die Karthaus. Doch anstatt bei Wind und Wetter herumgetragen zu werden, steht es nun in einer verschlossenen Vitrine in der Sakristei von St. Jakobus. Einen ersten Blick darauf konnten am Sonntagabend bereits die Besucher des Passionskonzertes werfen.
Die Geschichte des Kreuzes beginnt im Barock, vermutlich irgendwann zwischen 1600 und 1700. Gefertigt sein könnte der Corpus in Italien, vermutet Pfarrdechant Markus Trautmann. „Stilistisch hat er eine Nähe zum Manierismus, einer kurzen Phase zwischen Renaissance und Barock, in der das Ideal des ‚Natürlichen‘ von der ‚Anmut‘ überlagert wurde.“ Überlange Gliedmaßen, verdrehte Körperhaltung, filigrane kleinste Details wie Haarlocken oder Zehnägel seien dafür typisch gewesen. Genau solche Feinheiten weist auch der gut 40 Zentimeter große Jesus aus Elfenbein auf. Sogar seine Zähne, Handfalten oder Fingernägel sind mühelos zu erkennen. „Und das aus einem Werkstoff, der härter ist als Holz“, bewundert Trautmann die Arbeit. „Solche Qualität ist beispiellos in der Region.“ Bemerkenswert sei auch die Darstellung Jesu, die bereits Bezug nehme zu seiner Auferstehung: Der Blick gehe Richtung Himmel, Dornenkrone und Seitenwunde fehlen.
Wie das Kunstwerk seinen Weg auf die Karthaus fand? „Vermutlich kam das Kreuz im 19. Jahrhundert nach Weddern und ist eine Schenkung der Familie von Croy“, berichtet der Pfarrer. Aus dem 19. Jahrhundert stamme wohl auch das hölzerne Vortragekreuz, an dem der Corpus befestigt wurde - so hat es Bagert noch aus seiner Messdiener-Zeit in Erinnerung. Aber: „Die Restauratorin hat keine Zweifel, dass es früher ein Standkreuz war“, betont Trautmann.
Und genau ein solches ist es jetzt auch wieder geworden. Schon seit Jahren gab es Überlegungen der Gemeinde, den Corpus zu restaurieren. Finanzielle Unterstützung kam von der Sparkasse Westmünsterland, die gleich zweimal für das Vorhaben Geld überwies. 2015/16 kam das Kunstwerk dann in eine Kölner Werkstatt. Die Experten reinigten die Figur, tauschten Stifte aus und ergänzten etwa einen abgebrochenen Finger und Zeh. Auch wurde aus dem Vortrage- wieder ein Standkreuz: Den Corpus befestigte die Restauratorin auf einem Kreuz aus schlichtem, schwarz gebeizten Lindenholz - ein eindrucksvoller Kontrast zur fein geschnitzten Elfenbein-Figur mit seiner zarten Maserung. „Durch den Standsockel ist es auf jeden Fall viel schwerer als früher“, stellt Markus Bagert dann auch gleich fest, als er das Kunstwerk zur Vitrine trug.
Die wurde vom Tischler extra in die neuen Sakristeischränke eingebaut. Denn die Umgestaltung der Sakristei von St. Jakobus sowie die Corona-Pandemie waren die Gründe, warum sich die Rückkehr des Kreuzes weiter verzögerte. Rechtzeitig zur Karwoche hat es jetzt aber geklappt. „Es soll jetzt erst einmal nicht mehr raus aus der Vitrine, und zwar aus Sicherheitsgründen“, erläutert Trautmann. „So ist es präsent und soll auch präsentiert werden“, fasst es Bagert zufrieden zusammen.
Bericht und Fotos der Dülmener Zeitung, Kristina Kerstan
Gedanken zu den Texten der Osterliturgie.
Die Osterprozession durch die frühmorgendliche Innenstadt gehört zu Dülmen. Wenn der Bürgermeister das Kreuz in Empfang nimmt, sagt er nach alter Sitte: „Der Väter und Mütter Brauch sei mir heilig.“ Die diesjährige Osterpredigt >>> in St. Viktor geht darauf ein.
Gedanken zum Karfreitag.
„Das Interesse an spektakulären Ermittlungsverfahren und Enthüllungen und Gerichtsprozessen ist zu allen Zeiten und in allen möglichen Varianten ungebrochen“, findet Pfarrer Markus Trautmann. In der diesjährigen Karfreitagspredigt >>> bildet das tragische Schicksal des Dülmener Juden Louis Pins den Einstieg in die Betrachtung der Passion Jesu. Pins, der mit seiner Familie nur wenige Schritte von St. Viktor entfernt wohnte, wurde 1939 verhaftet und als „einer der berüchtigten jüdischen Viehhändler und Bauernverderber“ diffamiert.
Foto: Erik Potthoff
Das Geschenk der Eucharistie.
Paulus macht sich Sorgen – um seine Gemeinde in Korinth. Die frühen Christen scheinen vergessen zu haben, welch wunderbares Geschenk ihnen der Herr im Letzten Abendmahl anvertraut hat. Die Predigt >>> im Gottesdienst vom Letzen Abendmahl in St. Viktor, verbunden im einer Erstkommunionfeier, geht darauf ein.
Foto: Christian Rensing