Kein Märchen, sondern Realität: Seit einiger Zeit erwacht die frühere Hofstelle Leuste Nr. 40 aus einem langen Dornröschenschlaf. „Wachgeküsst“ hat das eingewachsene und teilweise verfallen Gemäuer der Landwirt Felix Brocks-Sicking aus Flamschen. Aber weniger die verschiedenen Reparatur- und Sanierungsarbeiten am Gebäude sind spektakulär, sondern vielmehr die vielen Formen neuen Lebens, das sich hier bereits tummelt: Die Rede ist von den verschiedensten Kreativen und anderen originellen Nutzern, deren neue Wirkstätte mit dem Begriff „Künstlerkolonie“ nur unzureichend beschrieben ist.
Einer der Kunstschaffenden, die sich ein Atelier eingerichtet haben, ist der in Coesfeld lebende Bildhauer Bernward Maria Erlenkötter. In einem ehemaligen Stall hat er sich eine komplette Werkstatt geschaffen. Und hier steht in diesen Tagen ein ganz besonderes Objekt kurz vor der Vollendung: ein sandsteinernes Relief der seligen Anna Katharina Emmerick. „Als gebürtiger Flamschener bin ich natürlich der Emmerick von klein auf verbunden und verehre sie“, verrät Felix Brocks-Sicking, der die Arbeit in Auftrag gegeben hat.
Gegen Ende des Jahres wird die Reliefplatte in eine aus Ziegelstein gemauerte Stele eingelassen; dann wird ein Emmerick-Bildstock die Hofeinfahrt markieren. Bernward Erlenkötter freut sich, dass eines seiner Werke derart exponiert im öffentlichen Raum zu sehen sein wird: „Wir Künstler haben zwar eine sehr individuelle Sicht auf die Dinge und auf das Leben, die aber den Mitmenschen, ja der Allgemeinheit zugutekommt.“
Gern vergleicht er sich als Künstler mit der Kinderbuch-Maus Frederick: In all der Geschäftigkeit, mit der die anderen Mäuse Vorräte für den Winter sammeln, sieht und sammelt Frederick Farben und Eindrücke. Und mit diesen beschenkt er die anderen in der Tristesse des Winters. Kreative Zurückgezogenheit und öffentliche Ausstrahlung müssen kein Widerspruch sein, im Gegenteil: „In diesem Sinn hat auch Anna Katharina Emmerick mit ihren spirituellen Einsichten ungezählten Mitmenschen ihrer Zeit geholfen, ihre eigene innere Balance zu finden“, erklärt Erlenkötter.
Aus tiefer Überzeugung kann er der Mystikerin des Münsterlandes zugestehen, dass sie „Gültiges“ verkörpere und ausstrahle, auch nach 200 Jahren. Ihre Empfindsamkeit, ihre Mitleidsfähigkeit, ihre Zugewandtheit empfinden viele Menschen bis heute als hilfreich. „Daher soll ihr Konterfei auf dem Leuster Bildstock von den Passanten sofort wiedererkannt werden.“ Der leicht geneigte Kopf der Seligen mit dem markanten Stirnverband bilden auf Anhieb ein Signal, das die Menschen hierzulande aufgreifen können und das ihnen hilft, innezuhalten.
Mit Bischof Kaiser den Glauben erkunden.
Seelsorgeteam von St. Viktor betrachtet die Sakramente.
„Sieben Ströme. Ein Quell“ – so lautet der Titel eines Buches, das zu einer Betrachtung der Sakramente der katholischen Kirche einlädt. „Dies geschieht anhand von Texten und Erfahrungen des Dülmener Peru-Missionars Friedrich Kaiser“, erläutert Markus Trautmann, Pfarrer der Dülmener Viktor-Gemeinde und Herausgeber. Nach einer theologischen Hinführung kreisen die nachfolgenden Kapitel um die Sakramente der Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Weihe und Ehe.
Friedrich Kaiser (1903-1993) ging 1939 nach Südamerika und wirkte ab 1957 in den Hochanden, wo er eine eigene Schwesterngemeinschaft gründete. Im Augenblick wird in Rom seine Seligsprechung vorbereitet. „Wir haben neben interessanten Texten auch über 200 spannende Fotos rund um Kaisers Leben aufgetrieben, historische aus Dülmen wie auch aus seinem späteren Wirken“, berichtet Trautmann. Gelayoutet wurde das farbenfrohe und kurzweilige Werk von Christiane Daldrup. Gerade vor dem besonderen Corona-Jahr 2020 könne das Buch mithelfen, das Herz zu weiten, heißt es im diesjährigen Weihnachtsgruß: „Vom momentanen Hier und Jetzt soll eine dreifache Perspektive ausgehen: zunächst auf die Kraft und die Schönheit der christlichen Botschaft, anhand einer Betrachtung der sieben Sakramente; dann auf die Geschichte der Kirche und das Erbe der Vergangenheit, anhand der Lebensgeschichte von Bischof Friedrich Kaiser; schließlich auf die Weltweite der heutigen Christenheit, anhand des segensreichen Wirkens der peruanischen Seelsorgeschwestern von Caraveli.“ Besonders reizvoll: Das gesamte mit der Pfarrseelsorge von St. Viktor befasste Pastoralteam hat je einen eigenen Beitrag zu einem der sieben Sakramente beigesteuert. „Es sind eindrucksvolle und persönliche Texte, die das Wirken Bischof Kaisers mit unserer Realität in der Gegenwart unserer Gemeinden verknüpfen.“
Das Buch (ISBN 978-3-00-066819-7) ist nicht im Buchhandel zu kaufen, sondern im Pfarrbüro im Dülmener „einsA“ (Bült 1, 48249 Dülmen) gegen eine Spende zugunsten der Seelsorgeschwestern von Caraveli erhältlich.
Am 10. Oktober ist der Gedenktag des hl. Viktor und damit das Patronatsfest unserer Pfarrgemeinde. Aber nicht nur an einem Tag im Jahr steht uns Viktor vor Augen: In unserem neuen einsA, im ersten Obergeschoss gegenüber dem Pfarrbüro, wurde das altbekannte Mosaik mit dem Konterfei unseres Pfarrpatrons in die Ziegelwand eingelassen. Das Bild stammt aus den frühen 1950er Jahren und befand sich bis 2015 im Eingangsbereich des abgerissenen Pfarrhauses. In seiner jetzigen Platzierung wird es tagtäglich von ungleich mehr Menschen wahrgenommen als früher. Außerdem hängt es heute deutlich höher, damit der Heilige uns buchstäblich „auf Augenhöhe“ begegnet. Denn sein eindringlicher Blick ist wirklich markant, als wollte er uns fragen: Bewahrt sich auch eure Zeit einen klaren Blick auf das, was wirklich wichtig ist? Habt ihr einen weiten Horizont vor Augen – oder nur euch selbst und eure Befindlichkeiten? Noch etwas ist der Betrachtung wert: Das Viktor-Bild im einsA ist ein Mosaik, setzt sich also auch vielen kleinen Steinchen in allen möglichen Formen und Farben zusammen. Ein schönes Sinnbild für die Vielfalt von Begabungen und Diensten in einer Pfarrgemeinde! Allerdings bleiben Mosaiksteinchen ein wirrer Scherbenhaufen, wenn sie sich nicht in ein gemeinsames Motiv einfügen, das der Künstler erdacht hat. Erst wo ein gutes Motiv die Gläubigen „motiviert“, da ergibt sich ein Ausdruck und damit eine Botschaft für den Betrachter. – Heiliger Viktor, bitte für uns!
Zur Festpredigt >>>
Seit 1929 betreibt die katholische Kirchengemeinde St. Viktor in Dülmen einen Waldfriedhof (Bischof-Kaiser-Straße 60). Hier bieten wir eine Vielzahl von Bestattungsformen an. Zu den neuen Bestattungsformen gehören Wald- und Baumgräber sowie Gräber in der Urnenwand oder auf einem Urnenhügel.
Auf dem Faltblatt >>> möchten wir diese näher vorstellen und Sie ermuntern, sich bei weiteren Fragen gerne an uns zu wenden.
Verband der Kath. Kirchengemeinden in den Dekanaten Coesfeld und Dülmen
Anna-Katharina-Emmerick-Str. 30 · 48249 Dülmen
Zentrale 02594 9124-0
E-Mail:
www.zr-coesfeld-duelmen.de
Gelungener Start nach zehn Jahren Planung.
Eigentlich sollte die Eröffnung des „einsA – ein Haus für alle“ in Dülmen ein großes Fest werden. Doch das ist wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Nun wird in mehreren Etappen gefeiert. Den Anfang machte der offizielle Festakt mit 100 geladenen Gästen auf dem Markt der Möglichkeiten. Die überdachte Freifläche zwischen dem denkmalgeschützten Rathaus und dem neuen Gebäude, in dem sich die Familienbildungsstätte, Räume der Pfarrei St. Viktor, das Familienzentrum St. Anna sowie Büros der Stadt Dülmen befinden, bewährte sich direkt beim ersten Einsatz.
Pfarrdechant Markus Trautmann, Bürgermeisterin Lisa Stremlau und Cäcilia Scholten von der Geschäftsleitung begrüßten zahlreiche Wegbegleiter, die sich in den vergangenen zehn Jahren in vielfältiger Form für die Realisierung der Idee eines intergenerativen Zentrum eingesetzt hatten. Sie alle könnten stolz auf die bisher geleistete Arbeit sein, betonte Scholten. „EinsA steht für einzigartig, intergenerativ, neugierig, sozial und für Angebote“, buchstabierte sie den Namen des Hauses, in dem Impulse gesetzt und Glauben erfahren werden sollen.
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Nordrhein-Westfalen, gratulierte den Beteiligten zu dem, was in Dülmen entstanden sei. „Sie dürfen stolz darauf sein, was Sie geschafft haben. Sie haben ein Projekt auf den Weg gebracht, was Kirche und Stadt miteinander verbindet und was einzigartig ist“, sagte sie. Steine zu bauen sei das eine, aber Steine mit Geist und Leben auszufüllen das andere. „Großes entsteht nur, weil es Menschen gibt, die mehr tun als sie müssen. Wir leben in einem freiheitlichen Land. Und das bedeutet nicht die Freiheit von etwas, sondern die Freiheit zu etwas. Die Freiheit etwas zu tun, Verantwortung zu übernehmen. Das haben Sie gemacht für Dülmen, für Kirche und Stadt“, lobte Scharrenbach den Einsatz der haupt- und ehrenamtlich Aktiven.
Das einsA verbinde die Vergangenheit mit der Gegenwart, sagte Bischof Dr. Felix Genn in seinem Grußwort. Auch er lobte die gute Zusammenarbeit von Kommune und Pfarrei, von Land und Bistum, von Politik und Kirche. „Das ist heute nicht mehr so selbstverständlich in einer Situation, in der die gesellschaftlichen Kräfte auseinanderstreben. Deswegen ist es wichtig, Orte zu wissen und zu schaffen, in denen die verschiedenen gesellschaftlichen Kräfte für das Gemeinwohl in einer guten friedvollen Kooperation zusammenarbeiten“, sagte Genn. Das Bistum habe sich finanziell an diesem Projekt beteiligt, das einzigartig in Nordrhein-Westfalen ist, und damit einen Akzent gesetzt. Das Miteinander der Generationen sei eine wichtige Aufgabe. Das werde im einsA realisiert. „Das ist so wichtig in einer Gesellschaft, in der die Generationen sich auseinanderentwickeln“, merkte er an und führte weiter aus: „In dieser Pandemie waren Menschen in einer ganz eigenen Weise gefährdet. Sie wurden isoliert. Es ist nicht nur die Pandemie des Virus, sondern es gibt auch die Pandemie der Einsamkeit. Und da ist es gut, einen Ort zu wissen, wo Menschen spüren dürfen: Ich bin nicht allein. Das ist ein ganz besonderer Sendungsauftrag für uns als Kirche, die wir aus dem Geist Jesu Christi im Blick auf den Nächsten verwirklichen wollen, wofür er überhaupt sein Unternehmen Menschwerdung gestartet hat“, betonte der Bischof, der gemeinsam mit den Anwesenden um den Segen Gottes bat.
Im Anschluss an den Festakt, der musikalisch durch Christoph Falley, Mitglieder des Gospelchores und Carlos Alberto Reigadas gestaltet wurde, nutzen zahlreiche Gäste die Möglichkeit, in kleinen Gruppen das einsA während einer Führung zu erkunden. Am Nachmittag feierten die Mitarbeitenden die Eröffnung des Hauses.
Text und Fotos: Michaela Kiepe / Pressestelle Bistum Münster
In diesen Tagen liegt eine druckfrische biographische Neuerscheinung über den aus Dülmen stammenden Missionsbischof Friedrich Kaiser vor, und zwar in spanischer Sprache: „Me llaman los Andes“, auf Deutsch: „Mich rufen die Anden“. Autor ist der deutschstämmige heutige Bischof von Caraveli, Reinold Nann. Der Geistliche aus dem Erzbistum Freiburg wurde 1960 geboren und wirkt seit vielen Jahren in Peru. Seit 2017 ist er Bischof in Caraveli und damit der dritte Nachfolger von Friedrich Kaiser.
Bischof Reinold Nann hat bis heute stets beide „Lebenswirklichkeiten“ der Kirche, in Europa wie auch in Südamerika, vor Augen und äußert sich regelmäßig in einem eigenen Blog. „Das ist eine gute Weise auch für uns, mal über den Tellerrand eigener Befindlichkeiten zu blicken“, findet der Dülmener Pfarrer Markus Trautmann. Erst jüngst hat sich Bischof Nann auf beachtliche Weise zur vatikanischen Pfarreien-Instruktion geäußert. „Außerdem weise ich Sie auf einen Artikel von mir zur aktuellen Pfarreien-Krise hin, zu der uns Bischof Kaiser ja auch einiges zu sagen hat“, schreibt Bischof Nann in einer Mail an die Viktor-Gemeinde. „Seine Seelsorgeschwestern waren nämlich von Anfang an auch Gemeindeleiterinnen. Nur war er immer darum bemüht, dies im Einvernehmen mit Rom und dem Kirchenrecht zu tun.“ http://reinholdnann.blogspot.com/2020/07/bloss-keine-pastorale-umkehr-zur-neuen.html
Impuls mit Diakon Georg Schoofs zur gedanklich spirituellen Wallfahrt von Dülmen nach Neviges.
Wir Menschen brauchen und suchen Berührungen, so Diakon Georg Schoofs in seinem Video-Impuls, der sich an die Hardenberg-Pilgerinnen und -Pilger richtet. Dabei bezieht er eine Skulptur des Künstlers Walter Green mit ein.
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Weitere Impulse unter hardenbergwallfahrt.de >>>
Impuls mit Pfarrer Peter Nienhaus zur gedanklich spirituellen Wallfahrt von Dülmen nach Neviges.
Es ist mehr als verwirrend, dass unsere Tradition der Neviges-Wallfahrt praktisch ausfällt, so Pfarrer Peter Nienhaus in seinem Video-Impuls, der sich an die Hardenberg-Pilgerinnen und -Pilger richtet.
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Weitere Impulse unter hardenbergwallfahrt.de >>>
Damit alle den Heiligen Geist spüren - Open-Air-Firmung am Sonntag in Dülmen mit 100 Firmlingen.
Bei strahlendem Sonnenschein und vor der Kulisse des herzoglichen Wildparks in Dülmen hat am Sonntag, 21. Juni, die Firmfeier der Pfarrgemeinde St. Viktor in Dülmen stattgefunden. Eine Premiere in Dülmen, auch für Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. „Die Atmosphäre war schon schön bei dieser Open-Air-Firmung. Auch unter den aktuellen Corona-Bedingungen war es eine sehr festliche Feier“, sagte Zekorn.
Bevor er den Jugendlichen das Sakrament der Firmung spendete, blickte er in seiner Predigt auf die letzte Zeit zurück. „Es ist von hier oben ein tolles Bild, es tut nach den letzten drei Monaten der Seele gut, hier gemeinsam im Wildpark zu feiern. Ich hoffe, dass die Firmlinge den Heiligen Geist annehmen und ihn auch auspacken und nicht im Schrank der Seele eingeschlossen lassen“, sagte der Weihbischof. Das Auspacken des Heiligen Geistes verglich er mit einer Zip-Datei, die auch erst entpackt werden muss, bevor der Inhalt sichtbar wird: „Wir wollen jetzt hier im Wildpark das Herz für Gott öffnen um Gott nahe zu sein.“
In kleinen Gruppen traten die Firmlinge dann nach vorne, um das Sakrament zu empfangen. Ausgestattet mit FFP2-Maske spendete Zekorn das Firmsakrament – und desinfizierte sich anschließend jedes Mal die Hände. Anschließend bekamen die Firmlinge einen individuellen Mehrwegbecher und ein von Weihbischof Zekorn in Auftrag gegebenes Foto als Geschenk überreicht.
„Es war schon etwas ganz besonderes, eine besondere Feier an einem besonderen Ort. So etwas haben sicherlich die wenigsten bislang erlebt“, sagte Pfarrer Heio Weishaupt. Gemeinsam mit Zekorn hatte er die Firmfeier zelebriert.
Jeweils um 11 und um 15 Uhr fand eine Open-Air-Firmfeier statt, an der insgesamt 100 Firmlinge teilnahmen – der letzte Firmling hatte sich erst am Morgen angemeldet. „Es war schon eine große logistische Herausforderung, die Firmfeiern zu organisieren, es mussten ja viele Corona-Verordnungen umgesetzt werden“, berichtete Küsterin Regina Voß, die als Hauptorganisatorin die Planung der beiden großen Festgottesdienste übernommen hatte. Neben einer Bühne für die Musiker und einer zweiten Bühne für den Altar gab es einen mobilen Toilettenwagen im Wildpark. „Jeder Firmling durfte sieben Personen zur Feier mitbringen. Insgesamt haben wir 500 Stühle mit dem notwendigen Abstand im Wildpark aufgebaut, Pastoralreferentin Christiane Zirpel hat einen detaillierten Sitzplan für die beiden Feiern aufgestellt“, sagte Voß. Begleitet wurde die Firmfeier von einer Band unter der Leitung von Christoph Falley, die mit Gitarre und Schlagzeug den Takt vorgaben.
„Viele Helfer haben mit dafür gesorgt, dass wir die Feier so durchführen konnten, zum Beispiel die Bürgerschützen und die Nieströter Schützen, die den Ordnerdienst übernommen haben. Ich bin bei der Vorbereitung nur auf offene Ohren gestoßen. Es war eine große Herausforderung, es hat aber auch viel Freude gemacht“, blickte Voß auf die Organisation zurück und ergänzte: „Wenn man die Vorbereitung mitgemacht hat und dann auch mitfeiern konnte, weiß man, was der Heilige Geist ist – auch wenn man ihn nicht erblicken kann.“ Und auch Pastoralreferentin Christiane Zirpel freute sich über die Unterstützung bei der Vorbereitung: „Viele der Jugendlichen haben sich im Vorfeld eingebracht und zum Beispiel den Festplatz abgekreidet.“
Ein überaus positives Fazit zog auch Weihbischof Zekorn. „Es war eine tolle Idee. Für alle war es ein schönes Erlebnis, in einer großen Gemeinschaft in der Natur zu feiern.“
Text und Bild: Bischöfliche Pressestelle / Florian Kübber
Wie werden eigentlich Hostien hergestellt?
Dieser Frage sind wir im Zuge der Erstkommunionvorbereitung nachgegangen und haben unsere Recherchen in einem kleinen Film festgehalten.
Was vielleicht einige nicht wissen: Wir haben eine Hostienbäckerei hier vor Ort, nämlich im Kloster Maria Hamicolt.
Dort werden seit über 120 Jahren Hostien gebacken. 1895 fingen die Benediktinerinnen der ewigen Anbetung mit dem Backen von Hostien an. Inzwischen hat Norbert Sietmann diesen Handwerksbetrieb übernommen und erklärt uns, wie aus Wasser und Mehl Hostien entstehen.
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Anlässlich des 85. Geburtstages von Pfarrer Werner Frye am 2. Juni haben im Namen des Seelsorgeteams Pater Charly und Pfarrer Trautmann persönliche Glückwünsche übermittelt. Pfarrer Frye, seit 2000 in Dülmen, ist zwar in seiner Mobilität etwas eingeschränkt, erfreut sich aber einer eindrucksvollen geistigen Frische.
Noch immer zelebriert der Emeritus täglich die hl. Messe, ebenfalls täglich findet er Entspannung beim Klavierspiel.
Wie Pfarrer Frye über das Leben und das Alter denkt, hat er vor zwei Jahren eindrucksvoll in einem Interview zum Ausdruck >>> (Viktorbote, Ausgabe 14) gebracht.
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Foto und Video: Pater Charly
Ein archäologisches Fenster im Außenbereich des Familienzentrums St. Anna soll in Zukunft an die jüdische Familie Pins erinnern.
Louis Pins (geb. 1874 in Dülmen) war Viehhändler und Vorsteher der jüdischen Gemeinde Dülmens. In erster Ehe war er mit Fanny Bendix (geb. 1878 in Billerbeck) verheiratet; im Jahre 1906 kam ihre gemeinsame Tochter Johanna zur Welt. Nachdem Fanny 1924 im Alter von 45 Jahren verstorben war, nahm sich Louis Jenny Rosenstein (geb. 1878 in Neustadt) zur Frau.
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Im Frühjahr 1939 begab sich Louis Pins nach Hamburg, um dort die Ausreise seiner Familie aus Deutschland vorzubereiten. Unter dem Vorwurf des "Devisenschmuggels" wurde er durch die "Geheime Staatspolizei" im Hamburger Auswanderungsbüro verhaftet. Am 12. Juni 1939 verstarb er im Gestapo-Gefängnis Fuhlsbüttel nach amtlicher Aussage an Suizid.
Seiner Frau und Tochter gelang 1940 dennoch die Ausreise nach Montevideo, Uruguay. 1946 verstarb Jenny Pins. Johanna heiratete den ebenfalls deutschstämmigen Juden Herbert Seelig.
Der Familie Pins gehörte bis Ende 1938 unweit der Sakristei der Viktorkirche ein Haus, welches nach den Kriegszerstörungen eingeebnet wurde, die Fundament- und Mauerreste der Kellergeschosse blieben teilweise in der Erde.
Diese Mauerreste wurden Anfang diesen Jahres bei archäologischen Grabungen gefunden. Die Pfarrei St. Viktor möchte diese Reste als würdige Erinnerung an die Familie Pins nach einem Plan des Landschaftsarchitektur-Planungsbüros Lohaus · Carl · Köhlmos erhalten und gestalten. Dazu soll vom verbliebenen Kellerareal ein Teilbereich entlang eines früheren Kellerfensters freigelegt und mit einem Gitter überdeckt werden. Durch eine Lichtinstallation wird das archäologische Fenster in Szene gesetzt.
Diese Projektidee soll durch finanzielle Zuwendungen zur Wirklichkeit werden.
Kontoverbindung:
Zentralrendantur Dülmen · Darlehenskasse Münster e.G.
IBAN: DE84 4006 0265 0003 8877 00 · BIC: GENODEM1DKM
Stichwort: Keller Pins (gerne stellen wir eine Spendenquittung aus)
Dazu wurde bereits auch über Radio Kiepenkerl (www.radio-kiepenkerl.de) aufgerufen
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Foto: Dr. Gerhard Jentgens
einsA-Vision ist Wirklichkeit geworden.
Groß waren Freude und Erleichterung am Montag, 18. Mai, im Intergenerativen Zentrum einsA: Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit konnte das „Haus für Alle“ am Bült 1A erstmals seine Türen für Besucherinnen und Besucher öffnen. Die Vision, die die Stadt Dülmen und die katholischen Kirchengemeinde St. Viktor vor rund neun Jahren gemeinsam entwickelt haben, ist Realität geworden.
Das Strahlen in den Gesichtern war daher – trotz Mundschutz – allen Beteiligten anzusehen. Bürgermeisterin Lisa Stremlau, Pfarrdechant Markus Trautmann, Cäcilia Scholten von der einsA-Geschäftsleitung und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Akteure im Haus freuten sich gemeinsam über den offiziellen Start – auch, wenn dieser aufgrund der Corona-Pandemie eher leise ausfallen musste.
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„Ein ganz besonderer Tag“
„Heute ist ein ganz besonderer Tag für unsere Stadt. Endlich ist es soweit, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Haus besuchen und in Anspruch nehmen können“, sagt Bürgermeisterin Lisa Stremlau und dankt allen, die daran mitgewirkt haben. „Zwar können wir das im Moment noch nicht mit einer großen Party feiern, aber das werden wir ganz sicher nachholen.“ „Nach vielen Jahren des gemeinsamen Planens und Ringens nimmt unser Projekt jetzt richtig Fahrt auf“, ist sich auch Pfarrdechant Markus Trautmann sicher. „Ich freue mich darauf, dass hier das Leben pulsieren wird.“
Haus hat schon jetzt viel zu bieten
Neugierige Besucherinnen und Besucher habe das „Haus für Alle“ bereits am ersten Öffnungstag schon angelockt, sagt Cäcilia Scholten von der Geschäftsleitung. „Ich kann nur jeden und jede einladen, vorbeizukommen, sich das Haus anzuschauen, einen Kaffee zu trinken und sich über unsere Angebote zu informieren.“ Zwar könne der Betrieb coronabedingt zunächst nur eingeschränkt und unter Hygieneauflagen stattfinden, das einsA habe dennoch schon viel zu bieten.
So nimmt derzeit die Familienbildungsstätte ihre Arbeit wieder auf. Die Kinder des Familienzentrums St. Anna haben ihre neuen Räumlichkeiten schon vor einigen Monaten erobert. Das Pfarrbüro von St. Viktor ist nun im „Haus für Alle“ untergebracht und im Juni werden dort auch die Beratungsangebote der Stadt Dülmen starten. Vielfältig bestückt sind die Bücherregale der Katholischen öffentlichen Bücherei in den Fluren im ganzen Haus, gemütliche Leseecken laden zum Schmökern ein. Und demnächst wird auch das Bistro der Kolping-Bildungsstätte für Gäste öffnen können. Das Team des Infopoints freut sich über Besucherinnen und Besucher und steht für Fragen und Informationen zur Verfügung.
Außenarbeiten gehen weiter
Um das Haus herum laufen die Arbeiten an der Außengestaltung weiter. Mitte Juni wird mit der Installation des Glasdachs auf dem Markt der Möglichkeiten zwischen Rathaus und einsA begonnen werden. Derzeit ist das „Haus für Alle“ über den Eingang am Bült 1A zu erreichen. Das Betreten ist nur mit Mundschutz gestattet, Infotafeln beschreiben die Sicherheits- und Hygieneregeln im Haus.
Kontaktdaten
Telefonisch ist das einsA unter 02594 97995-100 (Infopoint) zu erreichen. Nähere Informationen gibt es außerdem unter www.einsa-duelmen.de.
Foto: Freuten sich gemeinsam über den offiziellen Startschuss fürs einsA: Geschäftsleitung Cäcilia Scholten, Bürgermeisterin Lisa Stremlau und Pfarrdechant Markus Trautmann (vorne, v. li.) sowie Silke Althoff vom städtischen Kulturteam, Rendel Werthmöller von der FBS, Christian Rensing von der Pfarrei, Steffi Gehlmann vom Familienzentrum St. Anna und Anja Ruffer vom Team des einsA-Infopoints (oben, v. li.). Schutzmasken sind derzeit Pflicht im „Haus für Alle“.
Text, Foto & Video: Pressestelle Dülmen
Ungefähr zu den Sommerferien, hofft Rendant Günther Fehmer, könnten die ersten Bestattungen in der neuen Urnenwand auf dem Dülmener Waldfriedhof erfolgen. Am Mittwoch traf sich die Rendantur mit Pfarrer Markus Trautmann und dem Initiativkreis, der sich für diese einzigartige Bestattungsform eingesetzt hatte, zum ersten Spatenstich für das Projekt.
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- in dieser besonderen Zeit sind öffentliche Gottesdienste ab dem 1. Mai wieder möglich. Ab sofort sollen die Sonntagsgottesdienste wieder an allen Kirchorten von St. Viktor zur gewohnten Zeit stattfinden – allerdings immer unter klaren Hygienevorschriften und der Maßgabe der Teilnehmerbeschränkung.
- Dazu gehören vor allem ein festgelegter Mindestabstand der Gottesdienstbesucher von 1,50 Meter sowie bestimmte Regelungen beim Betreten und Verlassen der Kirchen. Familienangehörige eines Haushaltes dürfen beieinander sitzen. Weitere Verhaltensregeln werden jeweils vor Ort kommuniziert.
- Wir bitten Sie - zum gegenseitigen Schutz - den Mundschutz beim Eingang bis auf den Platz, sowie beim Ausgang zu tragen. Nach dem Ende des Gottesdienstes bitte von hinten beginnend (die letzten Reihen zuerst) die Kirche verlassen. Achten Sie bitte auch auf dem Kirchplatz auf den Abstand zu anderen Personen.
- Da die Anzahl von Gottesdienstteilnehmern stark eingeschränkt ist, wird für die Sonntagsmessen und Vorabendmessen bis auf weiteres eine kurze telefonische Anmeldung nötig sein, und zwar zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr; Montag, Dienstag und Donnerstag von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr; unter Tel. Nr. 97995200 oder 97995201 oder unter online unter folgendem Link >>>
- Datenschutzhinweis: Ihre personenbezogenen Daten oder die Ihres/r Kindes/r werden nach dem Gottesdienst für drei Wochen ausschließlich zur Nachverfolgung möglicher Infektionen gespeichert. Ihre Daten werden im Bedarfsfall der Kontaktrückverfolgung an die staatlichen Behörden weitergegeben werden. Die Offenlegung gegenüber öffentlichen Stellen ist nach § 9 Abs. 1 KDG rechtmäßig. Eine sonstige Weitergabe Ihrer Daten oder die Ihres/r Kindes/r erfolgt nicht.
- Von den Werktagsmessen finden seit dem 1. Mai wieder an sämtlichen sechs Kirchorten die Gottesdienste um 8.30 Uhr und um 19.00 Uhr statt – vorerst jedoch noch NICHT jene um 9.00 Uhr bzw. 15.00 Uhr. Auch hier sind die Hygiene- und Abstandsvorschriften zu beachten; eine vorherige Anmeldung (wie bei den Vorabend- und Sonntagsmessen) ist nicht nötig.
- Im Maria-Ludwig-Stift und im Franz-Hospital sind bis auf weiteres keine öffentlichen Messen.
Gemäß seinem eigenen Wunsch wurden heute in einem kleinen Kreis die sterblichen Überreste von Pfarrer Peter Michler beigesetzt. Hierzu trafen sich einige Kollegen und Freunde unter dem großen Friedhofskreuz auf dem Dülmener Waldfriedhof, um von dort aus nach einem Wortgottesdienst die Urne zum Feld der Priestergräber zu geleiten. (Eine Eucharistiefeier als Dankgottesdienst für die breitere Öffentlichkeit hatte am 14. März in St. Joseph stattgefunden.)
Am Freitag, dem 5. März 2020, verstarb Pfarrer Peter Michler, der mehr als 20 Jahre in Dülmen als Seelsorger wirkte. Geboren 1940 in Breslau, kam er mit seinen Angehörigen nach dem Krieg ins Münsterland. 1967 wurde Michler zum Priester geweiht und wirkte jahrzehntelang an verschiedenen Orten des Bistums Münster in der Jugendseelsorge. In Dülmen fand er ab 1997 in St. Joseph und insbesondere im Maria-Ludwig-Stift sein seelsorgliches Betätigungsfeld. Dass jeder Mensch aus der Perspektive Gottes ein Original sei, das habe Pfarrer Michler nicht nur verkündigt, sondern selbst uns vorgelegt, meinte Pfarrer Markus Trautmann in der Ansprache >>>
Vor einem halben Jahr hatte Chorleiter Carlos Reigadas den Kinder- und Jugendchor der Kantorei St. Joseph neu strukturiert. Seither gibt es die Chorsingschule, rund 70 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 17 Jahren sind, eingeteilt in vier Gruppen, hier dabei.
Pfarrer Markus Trautmann hieß nun, zum Abschluss des Gottesdienstes, neun Mädchen und Jungen willkommen in der Chorsingschule und sprach für sie ein Segensgebet. Celine Brand und Lena Höbing, Chorsprecherinnen der Gruppe vier, überreichten den Neulingen Mitgliederausweise.
Daneben gab es Urkunden für etliche langjährige Mitglieder. So halten Celine Brand und Lotta Oevermann dem Chor bereits seit zehn Jahren die Treue. Beide übernehmen - neben ihrem Gesang - dort auch noch weitere Ehrenämter. Besonders hervorgehoben wurden die Vorbereitung und Durchführung diverser Mottoabende, die Celine Brand und Lotta Oevermann im Rahmen zurückliegender Chorfahrten eigenständig übernommen haben.
Ein Einstieg bei der Chorsingschule St. Viktor ist jederzeit möglich, betonen die Verantwortlichen. Die Proben finden donnerstags im Pfarrheim St. Joseph (Vorschule und erstes Schuljahr 16 bis 16.30 Uhr; zweites und drittes Schuljahr 16.45 bis 17.30 Uhr, viertes und fünftes Schuljahr 17.30 bis 18.30 Uhr, ab sechstes Schuljahr 18.30 bis 19.45 Uhr) statt. Ansprechpartnerin ist Ruth Bünder, Tel. 02594/ 789274.
Eine Würdigung von Ordensfrauen und Laien.
Wohl nur selten begegnet uns eine Person des öffentlichen Lebens, die innerlich so frei und furchtlos aus dem Glauben lebt und zugleich derart zugewandt und herzlich auf die Welt und die Menschen zugeht – wie Papst Franziskus. Die Gläubigen ermahnt er unermüdlich, nicht „die Heiterkeit, den Wagemut und die hoffnungsvolle Hingabe zu verlieren“1 und stattdessen „die Angst zu überwinden, die uns in uns selbst und in unseren Besonderheiten isoliert, damit wir demjenigen in die Augen schauen und zuhören oder damit wir auf Bedürfnisse verzichten können und so denjenigen zu begleiten vermögen, der am Straßenrand liegen geblieben ist.“2 Das meint der Papst natürlich nicht nur mit Blick auf Deutschland, sondern global, mit dem „Glaubenssinn der Gesamtkirche“ ...
Ein Beitrag von der Website www.bischof-friedrich-kaiser.de >>>
Bild: http://mjvv.org/2018/03/
Gestern drehte sich alles um das Thema Spielen! Gestartet haben wir mit einem Fotosuchspiel durch ganz Merfeld, bei dem die Kinder Bilder von Gegenständen oder Inschriften verschiedener Orte erhalten haben. Diese mussten sie dann finden und vor Ort noch eine Frage beantworten, die zu einem Lösungswort führte. Danach ging es im Pfarrheim mit weiteren Gruppenspielen wie "Wer wird Millionär" etc. weiter. Zum krönenden Abschluss gab es für alle noch eine leckere Portion Pommes!
Text und Fotos: Lena Wennemar
Ganz besonderer Besuch fand sich am Montagvormittag (27.1.) an der Dülmener Viktor-Kirche ein: Anlässlich des jährlichen Holocaust-Gedenktages und am 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz legten drei Schüler der Klasse 8 b der Hermann-Leeser-Schule unweit der Sakristei weiße Rosen ab. Der exakte Ort der Ehrung sollte der „Stolperstein“ am Grundstück Bült 1 sein, wo bis 1938 die Eheleute Louis und Jenny Pins mit Tochter Johanna lebten. Da aber diese Gedenkmarke momentan abgebaut ist, legten die jungen Leute ihre Blumen direkt auf das gerade freigelegte Fundament des Hauses Pins.
Die Dülmener Viktorkirche war bis 1945 im östlichen und südlichen Bereich von einer relativ kleinteiligen Wohnbebauung umgeben. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurden die verbliebenen Ruinen eingeebnet, die Fundament- und Mauerreste der Kellergeschosse blieben teilweise in der Erde. Die Parzelle des Hauses Pins (vor 1945: Kirchplatz 8) wurde später Teil der Außenfläche des St.-Anna-Kindergartens. Im Herbst 2007 wurden auf dem hier entlanglaufenden Fußweg drei „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Familie Pins verlegt.
Louis Pins, geb. 1874, war der Vorsteher der jüdischen Gemeinde Dülmens. In der Pogromnacht am 9./10. November 1938 wurde auch die Familie Pins bedrängt und die Wohnung demoliert; Louis Pins war zeitweise inhaftiert. Noch Ende 1938 verkaufte Louis Pins sein Haus für 25.000,- RM an die Kirchengemeinde St. Viktor, die allerdings die Immobilie 1939 der Stadt für die Einrichtung eines Heimathauses überlassen musste. Im Frühjahr 1939 begab sich Louis Pins nach Hamburg, um dort die Ausreise seiner Familie vorzubereiten. Dort wurde er unter dem Vorwurf des „Devisenschmuggels“ verhaftet und verstarb, vermutlich nach Misshandlungen, am 12. Juni 1939 in Gestapo-Haft. Seiner Frau Jenny und Stieftochter Johanna gelang dann am 24. Dezember 1940 doch noch die Ausreise nach Uruguay.
„75 Jahre nach der Befreiung der NS-Vernichtungslager und in Zeiten neuer antisemitischer Umtriebe ist es nur wünschenswert, dass der bescheidene Rest des einstigen Privateigentums eines Repräsentanten jüdischen Lebens in Dülmen nicht nur materiell im Erdboden erhalten, sondern auch als begehbarer Erinnerungsort ins öffentliche Bewusstsein gebracht wird“, findet Pfarrer Markus Trautmann, der die Jugendlichen begrüßte.
Waldfriedhof erhält Kolumbarium
Schon vor Jahren hatte sich Brigitte Albrink die Frage gestellt: Wo könnte sich in Dülmen eine würdige letzte Ruhestätte für Urnen finden? Wer eine solche Bestattungsform für seine Angehörigen sucht, musste bislang in die Nachbarstädte ausweichen.
Brigitte Albrink fand inzwischen zahlreiche Mitstreiter, die sich engagiert für ein Kolumbarium auf dem Waldfriedhof einsetzten. Sie alle haben einen Initiativkreis gegründet. „Wir wollen, dass die Angehörigen kurze Wege haben und so das Grab ihrer Verstorbenen jederzeit aufsuchen können“, erklärt Rolf Braun vom Initiativkreis, dass es wichtig ist, ein Kolumbarium ganz in der Nähe zu errichten. Auch mit dem Rollator oder mit der Gehhilfe sollte das Kolumbarium bei jedem Wetter gut erreichbar sein.
Zum Jahreswechsel durfte sich die Initiative über gute Nachrichten aus der Zentralrendantur freuen: „Ich gehe davon aus, dass wir 2020 die geplanten Maßnahmen umsetzten und damit eine weitere Steigerung der Attraktivität unseres Waldfriedhofes erreichen werden“, schrieb Rendant Günther Fehmer an Wolfgang Schreiber von der Initiative. Auch Pfarrdechant Markus Trautmann ist zuversichtlich, der Öffentlichkeit noch in diesem Jahr ein Kolumbarium präsentieren zu können.
Auf DZ-Anfrage konkretisiert Fehmer: „Links von unserem Haupteingang haben wir ja noch einige Freiflächen zur Verfügung. Dort wollen wir das Kolumbarium gern errichten.“ Wie das Kolumbarium genau aussehen soll, das zeigt der Entwurf von Landschaftsarchitekt Rolf Teschner. Demnach handelt es sich um einen zurückgenommenen Bereich, in welchem Angehörige auf Bänken die Möglichkeit haben werden, ihrer Verstorbenen zu gedenken.
Die Urnengräber selbst wären nach diesem Entwurf versenkt in einer Mauer untergebracht. „Wir haben uns gegen Nischen oder Tabletts direkt vor den Gräbern entschieden“, erläutert Fehmer. Allerdings haben die Angehörigen die Möglichkeit, Blumen oder Lichter direkt vor der Mauer, auf einem freien Streifen zu platzieren.
Die neue Möglichkeit der Urnenbestattung ergänzt die bereits vorhandenen Rasengräber auf dem Waldfriedhof, die vielfach als nicht optimal empfunden werden.
„Wir haben bereits sehr positive Rückmeldungen und auch Reservierungswünsche für das Kolumbarium erhalten“, erklärt der Rendant.
Gestartet wird auf dem Waldfriedhof zunächst mit rund 60 Urnengräbern, bei entsprechendem Bedarf kann die Anzahl aber noch deutlich erweitert werden. Nach erfolgter Ausschreibung sollen die Bauarbeiten bereits im März/April dieses Jahres starten.
Bericht der Dülmener Zeitung, Markus Michalak - Grafik: Landschaftsarchitekt Rolf Teschner