Katholische Kirche in Dülmen
Seit mehr als 1.000 Jahren prägt das Leben und Wirken der Kirche das öffentliche und private Leben der Menschen in Dülmen und Umgebung.
Die Stadt steht buchstäblich im Zeichen des Kreuzes: das Stadtwappen zeigt – blau auf gelbem Grund – das „Kleeblattkreuz“ aus dem Wappenschild des hl. Viktor.
Das kirchliche Leben hat viele Umwandlungen erfahren. Doch zu allen Zeiten haben Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaften, Gruppen und Verbände das Miteinander gestaltet und geprägt. Kirchen und Klöster, Kapellen und Wegkreuze, Bräuche und Traditionen in Zeiten der Not und der Freude – vieles erinnert bis in die Gegenwart an die Vielfalt katholischen Lebens in Dülmen. Die Feier der Sakramente oder das gelebte Brauchtum, gemeinsame Gottesdienste oder die persönliche Spiritualität, Religionsunterricht oder Büchereien, Beratungsangebote oder Kindergärten, Dienstleistungen im karitativen oder pflegerischen Bereich – nur in Schlaglichtern kann das bunte und reiche Mosaik kirchlichen Lebens der katholischen Christen umrissen werden.
Gegenwärtig leben rd. 32.000 Katholiken in Dülmen bzw. den umliegenden Ortsteilen, das entspricht rd. 67 % der Bevölkerung.
Ein reiches Gottesdienstangebot in verschiedenen Gotteshäusern begleitet die Gläubigen durch das Kirchenjahr bzw. an den Knotenpunkten des Lebens.
Zahlreiche Verbände und Gruppen, Initiativen und Angebote beteiligen sich an der Mitgestaltung des kirchlichen und öffentlichen Lebens. Spirituelle, soziale und materielle Angebote geben Hilfestellung bei der Bewältigung der verschiedensten Lebenslagen des Einzelnen.
Pfarrmitteilungen, Aushänge und verschiedene Websites informieren über konkrete Termine und Veranstaltungen, Gottesdienstzeiten und Kontaktstellen. Die Berichterstattungen bzw. Ankündigungen in den örtlichen Tages- und Wochenpresse sowie in der Bistumszeitung „Kirche und Leben“ bieten weitere Infos.
Bild: Sammlung Erik Potthoff
Markus Trautmann, leitender Pfarrer von St. Viktor, richtet in einem Anschreiben das Wort an alle Gläubigen der Kirchengemeinde St. Viktor bzgl. der neuen Gottesdienstordnung ab Oktober 2014.
Info der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
„Ihr habt mich elf Jahre ausgehalten, da müssen Sie mich jetzt noch ein paar Minuten länger aushalten“, kündigte Pfarrer Davis Puthussery der Gemeinde zum Ende des Gottesdienstes schmunzelnd an. Denn der scheidende Seelsorger wollte nicht ohne zahlreiche Dankesworte gehen. Ob Jugendgruppen und Pfarrsekretärinnen, Seelsorgeteam, Schützen oder Sportverein - überall sei er freudig aufgenommen worden, erinnerte sich Puthussery. „Ich bin dankbar, hier gewesen zu sein. Und ich habe Ihnen zu danken.“ Doch jetzt, das betonte er ebenso, sei die Zeit zum Gehen gekommen.
„Wenn wir Sie jetzt verabschieden müssen, dann nicht, ohne Danke zu sagen.“ so Christian Marx
Mit einem feierlichen Gottesdienst, mitgestaltet von den Chören der Gemeinde, verabschiedete sich Davis Puthussery am Sonntag offiziell von St. Joseph und St. Antonius. Voll besetzt war die Kirche, was den Seelsorger sichtbar rührte. Seine letzte Predigt in St. Joseph hielt er frei, wie sonst nur an besonderen Festtagen. Seiner alten Gemeinde wünschte er einerseits, dass dort der Gedanke von Warm- und Barmherzigkeit lebendig sei, andererseits, dass die Kirche als Zuhause wahrgenommen würde. Langen Applaus gab es für seine Ausführungen.
Im Namen von St. Joseph und St. Antonius sprach nach dem Gottesdienst Christian Marx: Als Davis Puthussery vor elf Jahren nach Dülmen gekommen sei, direkt nach seiner Zeit als Kaplan, habe er vor einer der schwierigsten Aufgaben überhaupt gestanden, erinnerte Marx sich zurück. Der neue Pfarrer habe damals eine Land- und eine Stadtgemeinde zusammenführen müssen. Dies sei nicht immer einfach gewesen. Aber: „Ihre Beharrlichkeit hat dazu geführt, dass wir doch zusammengewachsen sind“, sagte Marx in Richtung Puthussery. Von den vielen Erfahrungen, die er in Dülmen gesammelt habe, könnte er nun sicherlich auch an seiner neuen Wirkungsstätte in Hamm profitieren. Marx: „Wenn wir Sie jetzt verabschieden müssen, dann nicht, ohne Danke zu sagen“, - unter anderem für ein ansteckendes Lachen. Als Abschiedsgeschenk überreichte er ein Relief der Künstlerin Hildegard Schürk-Frisch, deren Arbeiten mehrfach in der Pfarrkirche zu sehen sind. Das Relief zeige in verkleinerter Form das Motiv des Deckels des Taufbrunnens von St. Joseph, erläuterte Marx.
Geschenke warteten auch im Anschluss an den Gottesdienst auf Davis Puthussery. So hatten sich die Kinder des Ida-Kindergartens für ein Blumenspalier aufgestellt und führten ein Regenbogen-Lied auf. Ob Schützen, Sportkameraden oder Pfadfinder, sie allen hatten kleine Überraschungen für ihren scheidenden Pfarrer vorbereitet - und viele Worte des Dankes parat.
Die Verabschiedung von Davis Puthussery in Merfeld findet am kommenden Sonntag, 5. Oktober, statt. Ein Dankgottesdienst beginnt um 9.30 Uhr in der St.-Antonius-Kirche.
Der letzte Dechant
Davis Puthussery wurde 1967 in Indien geboren und am 31. Mai 1998 in Münster zum Priester geweiht. Nach Aushilfstätigkeiten im Raum Wangerland und einer Kaplansstelle in Kleve kam er im September 2003 nach Dülmen, in die Seelsorgeeinheit St. Joseph und St. Antonius. 2006 wurde er Nachfolger von St. Hans Döink als Dechant des Dekanates Dülmen. Puthussery wird am 18. Oktober in der Gemeinde Clemens August Graf von Galen in Hamm-Norden eingeführt.
Aus dem Jahresrückblick der Dülmener Zeitung
Altes bewahren - Neues wagen. Dies ist der Grundgedanke für das neue Logo der Katholischen Kirchengemeinde St. Viktor. Und so finden sich alte und neue Elemente in dem neuen Logo, das in Zukunft das Briefpapier der Gemeinde zieren wird. Im Mittelpunkt steht das Kreuz, und zwar das Kleeblatt-Kreuz aus dem Stadtwappen. Zudem trägt der heilige Viktor ein solches Kreuz in seinem Schild. Das Neue findet sich in der Mitte. Sechs Quadrate stehen für die sechs Gemeinden, die fusionieren. St. Viktor, St. Joseph, St. Jakobus, St. Mauritius, St. Antonius und St. Agatha. Allerdings steht die Sechs in der Bibel für Unvollkommenheit. Daher gruppieren sich die sechs Quadrate um einen roten Punkt. Dieser symbolisiert, dass Jesus die Mitte des Glaubens ist. Vollzogen wird die Fusion mit dem Abendgottesdienst am 11. Januar 2014.
Gefeiert hat die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz mit 14-tägigen Festwochen ihr 75-jähriges Bestehen im September. Im Rahmen der Festwoche besucht beim Patronatsfest auch Bischof Dr. Felix Genn zum ersten Mal offiziell die Gemeinde Heilig Kreuz.
Einen Dankgottesdienst für die vielen Sponsoren und Helfer gibt es in St. Mauritius: Im September sind die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der St.-Mauritius-Kirche in Hausdülmen abgeschlossen. Die Gemeinde muss selbst einen Teil der Sanierungskosten in Höhe von 80.000 Euro beitragen.
Mit einem Mitarbeiter-Abend, einem Orgelkonzert sowie einem Festgottesdienst samt Empfang feiert die evangelische Kirchengemeinde das 60-jährige Bestehen der Christuskirche. „Gerade in den letzten zehn Jahren hat sich viel verändert“, fasst Pfarrer Peter Zarmann zusammen. „Durch die Finanzkrise müssen auch die Gemeinden sparen. So musste unser Gemeindehaus in Buldern schließen.“ Doch der stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, Ulf Schlien, bescheinigt der Dülmener Gemeinde gute Aussichten.Bericht aus der Dülmener Zeitung von Patrick Hülsheger
Bericht aus der Münsterland Zeitung von Astrid Beckmann
Der Schnee, die Lieder – alles neu
Priester Binish Arackal kam aus Indien nach Dülmen
Dülmen. Fern der Heimat klingen die Weihnachtsglocken anders. Das weiß der indische Priester Binish Arackal sehr genau. Seit einigen Monaten arbeitet er als Seelsorger in der Dülmener St.-Viktor-Gemeinde. Letztes Jahr um diese Zeit büffelte er gerade Deutsch in der Bildungsstätte "Klausenhof" des Bistums Münster in Harnminkeln (Kreis Wesel).
Dort erlebte er zum ersten Mal in seinem Leben Schnee. "Ich bin rausgerannt und habe im Schnee gespielt wie ein Kind", erzählt der 35-Jährige. Er lacht. "Das werde ich in diesem Jahr nicht mehr machen, aber damals war das alles so neu für mich."
Binish Arackal kommt gebürtig aus dem Bundesstaat Kerala in Südindien. "Dort beträgt der Anteil der Christen "25 Prozent", erzählt der Sohn eines Bauern. Die "St.-Thomas-Christen" glauben, dass sie vom Apostel Thomas getauft wurden, es gibt sie seit dem Jahr 52 nach Christus. "In Kerala ist die Kirche sehr aktiv und dynamisch", sagt der Pfarrer. Über leere Kirchenbänke muss er sich dort keine Gedanken machen. "Die Kirche meiner Heimatpfarrei ist jeden Tag vollbesetzt. Und jeden Sonntag finden vier Heilige Messen statt." In der Schule wurde Binish Arackal, wie auch seine vier Geschwister von Priestern und Schwestem erzogen – sein Wunsch, selbst Priester zu werden, kam also nicht von ungefähr. Mit 15 Jahren ging er ins Priester-Seminar. Eine seiner Schwestern wurde Ordensschwester.
Wie verschlägt es nun einen indischen Pfarrer nach Dülmen? "Das war Zufall", sagt Pater Binish. Er gehört der Missionsgesellschaft des Apostel Thomas an. Der Orden wurde 1968 in Kerala gegründet und hat 320 Mitglieder. Ihre Aufgabe: "Missionieren, das Evangelium überall auf der Welt predigen". Mitglieder des Ordens arbeiten in Indien, Afrika, Brasilien, Kanada, den USA und Europa. "Mein Orden fragte mich, ob ich für fünf Jahre nach Europa gehen würde", erzählt Pater Binish. Es wurde Deutschland, es wurde Dülmen. Im Bistum Münster arbeiten vier Ordensbrüder von ihm – in Rheine, Bocholt, Südlohn und Alpen (Kreis Wesel). Die Männer treffen sich oft.
Indische Traditionen
Pater Binish erzählt, wie seine Familie Weihnachten feierte, als er ein Kind war. "Wir hatten immer einen Plastikbaum", sagt er, "der mit Sternen geschmückt wurde." Die deutsche Tanne findet er indes viel schöner. "Viele indische Christen hängen bunte Lichterketten an die Bäume, die sie zur Verfügung haben: Palmen. Bananenstauden, Mangobäume. Hauptsache, farbenfroh. Am Heiligabend besuchten die Sternsinger von nachmittags bis kurz vor Mittemacht alle Häuser der Gemeinde. Sie sangen die Botschaft der Engel, die diese dem Evangelium nach den Schäfern und Hirten verkündeten. Um Mittemacht versammelten sich alle Gläubigen, auch Familie Arackal, in der Kirche. Zuerst gab es ein Krippenspiel, dann feierten die Gläubigen die Heilige Messe. So ist es bis heute.
Pater Binish verbringt Weihnachten schon seit 20 Jahren fern der Familie und fern der Heimat. Seit er mit 15 Jahren ins Priester-Seminar aufgenommen wurde. Zunächst lebte er einige Jahre als Priester-Assistent seiner Missionskirche im Bundesstaat Kamataka. "Schon einige Stunden von zu Hause weg", sagt Binish Arackal. Und da ein Priester keinen geregelten Urlaub hat und an Weihnachten wohl immer arbeitet, fuhr er nur selten nach Hause. 2006 wurde er Direktor an einer Schule für geistig behinderte Kinder in Mandya, Kamataka. Da feierte er mit ihnen Weihnachten.
Und in diesem Jahr? "Um 17 Uhr halte ich die Christmette im Anna-Katharinen-Stift für behinderte Menschen. Danach gehe ich nach Hause", sagt Pater Binish. Er wird die Kerzen an seinem Adventskranz anzünden und dann mit Gott und der Welt und seinen Eltern skypen. "Ich bin also nicht allein", sagt er mit einem Augenzwinkern.
Anreise ganz ohne Wintersachen – Die Dülmener haben Binish Arackal sehr freundlich aufgenommen
Am 19. Oktober 2012 kam Binish Arackal nach Deutschland – mit nur einem Koffer. Darin – "sicher keine Wintersachen, die gibt es bei uns im Süden Indiens gar nicht", sagt er und lacht. Also musste er hier als erstes warme Kleidung kaufen. Eine Wohnungseinrichtung, die konnte sich der Priester indes nicht leisten – schließlich schicken er und seine Ordensbrüder ihr Gehalt zum Großteil ihrem Orden.
Pfarrer Markus Trautmann von der St.-Viktor-Gemeinde organisierte daher kurzerhand eine Spendenaktion. ,,Als ich erstmals zu Besuch nach Dülmen kam, da war die Wohnung leer", erinnert sich Pater Binish. "Einige Wochen später, als ich einzog, war alles eingerichtet."
Darüber, dass die Menschen so viel für ihn gegeben haben, freut er sich sehr. Seine Einrichtung ist nun ur-deutsch und rustikal.
Aber Binish Arackal fühlt sich sehr wohl. In seiner Wohnung, in Dülmen, in Deutschland. Die Dülmener haben ihn akzeptiert, kommen in seine Gottesdienste, sprechen ihn auf der Straße an. Eines ist Pater Binish in seinem Jahr Deutschland aber doch aufgefallen. "Obwohl sie wenig Geld und Wohlstand haben, scheinen die Menschen in Indien glücklicher zu sein als hier."
Drittgrößte Religion
Indien ist flächenmäßig das siebtgrößte Land der Erde und mit etwa 1,2 Milliarden Menschen das zweitbevölkerungsreichste. Bei der letzten Volkszählung 2001 lebten etwa 24 Millionen Christen, die meisten von ihnen Katholiken, in Indien. Nach dem Hinduismus und dem Islam ist das Christentum damit die drittgrößte Religion in dem Land. Die christliche Bevölkerung ist ungleichmäßig über ganz Indien verteilt.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Sigrid Muddemann
Während der heiligen Messe wurde die neue Fahne feierlich von Pfarrer Alois Rohlmann geweiht. „Sie soll uns immer in der Zukunft als Schutzfahne begleiten“, sagte Rohlmann. Gleichzeitig soll sie auch als Prozessionsfahne und als Fusionsfahne in der Zukunft dienen.
Den Vorschlag, eine neue Fahne erstellen zu lassen, kam vom Kirchenvorstand und vom Pfarrgemeinderat. Die Fahne wurde in Nordkirchen in den Caritaswerkstätten von behinderten Menschen erstellt.
In akribischer Feinarbeit und mit ganz viel Liebe zum Detail entstand so eine sehr schöne Fahne. Auf der Vorderseite ist die Pfarrkirche zu sehen, die Rückseite schmückt die Pfarrpatronin, die Agatha.
Die heilige Messe, bei der die neue Fahne geweiht wurde, war sehr gut besucht. Gleichzeitig mit der Fahnenweihe wurden auch die neuen Kommunionkinder vorgestellt und begrüßt.
Pfarrer Alois Rohlmann fand sehr passende Worte zum Thema Schatzsuche, in einer Schatztruhe befand sich eine große halbe, goldene Perle, die von einem Kommunionkind entdeckt wurde.
„Die müsst ihr selber jetzt in der Vorbereitungszeit jeder selbst vervollständigen, ihr alle seid selbst auch ein großer Schatz,“ so Rohlmann.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan/Foto: Kirchengemeinde St. Viktor
Rorup. Es war Hochsommer, als die Roruper auf Krippensuche gingen. Und das keineswegs zu früh. Denn seit der Bestellung vor rund sechs Monaten arbeitet die Holzbildhauerei Potthoff an dem Ensemble. „Seither habe ich keine anderen Aufträge mehr angenommen, nur noch Kleinigkeiten“, berichtet Willi Potthoff.
Zuvor hatte die St.-Agatha-Gemeinde entschieden, eine neue Krippe für die Kirche anzuschaffen. Möglich geworden sei dies durch eine großzügige Spende, erläutert Hermann Richter, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Ein siebenköpfiges Team um die beiden Hauptinitiatoren Ludger Bünker und Thomas Kock war gebildet worden.
„Die dezenten Farben der Figuren haben uns besonders gut gefallen.“ Hermann Richter
Gemeinsam mit Elisabeth te Uhle, Irene Angelkotte, Maria Wensing, Jutta Wortmann und Schwester Agatha fuhren die beiden nach Herzebrock, zur Bildhauerei Potthoff, auf die sie über Kontakte und Recherchen gestoßen waren. „Das Team hatte beschlossen, dass es eine von Hand gefertigte Krippe sein soll“, so Richter. Bei Potthoff wurden die Roruper fündig, nahmen mehrere Modelle mit, um deren Wirkung in der St.-Agatha-Kirche zu testen. Am Ende entschieden sich die Mitglieder von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat für eine Münsterländer Hauskrippe, gefertigt aus Lindenholz und mit dezenter Bemalung.
Ganz anders die bisherige Krippe von St. Agatha, die aus schlichten Holzfiguren bestand. Die seien zwar künstlerisch wertvoll gewesen, erläutert Richter. Aber: „Die Kinder konnten mit den Figuren nichts anfangen.“ Dies soll bei der neuen Krippe anders sein. Bestellt wurde auch ein Stall aus altem Eichenholz. Die meisten der 16 bestellten Figuren, die bis zu 85 Zentimeter groß sind, lagern bereits bei Ludger Bünker. An den übrigen arbeitet Willi Potthoff derzeit auf Hochtouren. Gerade sitze er am Sattel für das Kamel der Heiligen drei Könige, berichtet er im Gespräch mit der DZ. Eine kombinierte Figur, die ein Mädchen und Jungen zeigt, müsse nur noch angemalt werden.
Die Münsterländer Hauskrippe fertige die Bildhauerei bereits seit etwa 30 Jahren, auch wenn sich die Figuren immer wieder etwas ändern würden. „Jedes Modell fällt immer etwas anders aus, die Figuren sind immer individuell“, verdeutlicht Potthoff. So hätten die Roruper sich zum Beispiel eine Maria mit offenen Händen gewünscht.
Bemalt werden die Figuren aus Lindenholz übrigens mit Wasserfarbe, verrät der Holzbildhauer. Aber natürlich sei die nicht abwaschbar. Nach der ersten Bemalung werden die Figuren ausgewaschen und gebleicht, dann kommt eine Grundierung, später wird nachgemalt oder patiniert. Und ganz am Ende verwendet er einen matten Schutzlack.
Potthoff freut sich schon, die Krippe aufgebaut in Rorup zu sehen. „Dann komme ich auf jeden Fall mal vorbei“, berichtet er. Zeit dafür hat er bis zum 2. Februar. Traditionell an Mariä Lichtmess bauen die Roruper ihre Krippe in der Kirche ab. Bis dahin, so habe der Architekt zugesagt, soll auch das neue Gemeindehaus fertig sein, berichtet Hermann Richter. Denn dort soll die neue Krippe das Jahr über eingelagert werden - der bisherige Raum auf dem Orgelboden reicht dafür nicht mehr aus.
Neuer Standort
Ihre alte Kirchen-Krippe hat die St.-Agatha-Gemeinde an das Seniorenwohnheim Haus am Kirchplatz in Rorup ausgeliehen, wo das Ensemble, das die Heilige Familie, Hirte, Schaf und König umfasst, im Eingangsbereich aufgestellt worden ist. „Die Bewohner sind ganz begeistert davon“, berichtet Hermann Richter vom Pfarrgemeinderat. Die massiven Holzfiguren seien rund 30 Jahre alt. Den dazugehörigen Stall, der zu groß ist, um ihn im Seniorenwohnheim aufzubauen, verschenkt die Roruper Pfarrgemeinde an eine Familie.
Bericht aus der Dülmener Zeitung
Bericht aus den Streiflichtern von Florian Kübber
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Zuvor hatte sich Kindergartenleiterin Linda Höltken bei den Sponsoren für die Einrichtung des Bewegungsraumes bedankt. Neben der RWE, der Sparkasse Westmünsterland sowie der Volksbank Lette-Darup-Rorup und rorup.net hob sie vor allem die Unterstützung durch den Elternbeirat des vergangenen Kindergartenjahres hervor. Immer wieder hätte dieser Veranstaltungen durchgeführt. Einerseits sei Geld zusammengekommen, andererseits seien so Möglichkeiten zur Begegnung geschaffen worden. „Das hat nicht nur das Projekt, sondern die ganze Dorfgemeinschaft bereichert“, sagte Höltken. Daneben gab die Kirchengemeinde St. Agatha einen Zuschuss, ebenso floss der Erlös aus dem Gemeindefest der künftigen Großgemeinde St. Viktor an den Kindergarten.
„Der Bewegungsraum ist für alle Gruppen jederzeit zugänglich“, betonte Linda Höltken. Zwar fehlen noch eine Leiter für die Sprossenwand und Bausteine, aber die insgesamt 65 Kinder der Einrichtung würden die neuen Geräte bereits begeistert annehmen. Am beliebtesten, so berichtet die Leiterin, sei momentan das Springen auf die Matten.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Christoph Falley
75-jähriger Seelsorger wird Sonntag in St. Joseph verabschiedet
DÜLMEN. Im Advent öffnen wir Türen, Türen auf dem Weg zum Weihnachtsfest. Für Otto Büschleb schließt sich an diesem Wochenende die Tür seiner Dülmener Wirkungsstätten, zuletzt in St. Joseph und im Maria-Ludwig-Stift. Der Priester verlässt Dülmen, um in seiner alten Heimat noch einmal neue Türen zu öffnen, in Duderstadt im Eichsfeld Gottes Wort zu verkünden.
Das war und ist die Haupt-Triebfeder des 75-jährigen Seelsorgers: Den Menschen von heute das ewige Gotteswort in ihrer eigenen Sprache nahe zu bringen, es quasi in das normale menschliche Leben zu tragen. So waren seine intensiven Studien, eben Theologie auch Psychologie und Philosophie, nie dem akademischen Selbstzweck, der reinen Lehre im Elfenbeinturm, gewidmet; sondern sie dienten dem gleichen Ziel wie die möglichst breit gefächerte Beschäftigung mit aktuellen Themen, von Wissenschaften bis hin zu Fußball, Schützenvereinen und Popmusik: mit den Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ins Gespräch zu kommen.
Zwei Konvente musste er unfreiwillig in seiner Zeit als Augustiner-Pater schließen, nach dem Bielefelder Ordenshaus in 1982 auch das Kloster in Dülmen, das er von 1983 bis 1996 leitete.
Nach diesen schmerzvollen Erfahrungen wechselte er in die Gemeindepastoral als Weltpriester, nach Stationen in Alstätte und Marl ging er 2004 in die Gemeinde St. Georg Hiddingsel zurück. 2011 folgte der Umzug in die Gemeinde St. Joseph, doch war sein Wunsch groß, wenn es die Umstände der Gemeindefusion erlauben, ins Biensfeld gehen zu können. "Gottes Wort in unsere Zeit holen", so umschreibt er seine klare Vorstellung, dass auch im Gottesdienst das bloße Wiederholen 2000 Jahre alter Formulierungen nicht alles ist, dass es notwendig ist, mit der eigenen natürlichen Sprache eines Menschen des 21. Jahrhunderts zu beten, um so gleichzeitig näher bei Gott und bei den Menschen zu sein. Und so kann man Otto Büsehieb getrost als einen wahren "Zeitgenossen der Menschen" wie auch einen "Zeitgenossen Gottes" bezeichnen, einen Seelsorger, der bei den Menschen ist, um ihnen Gott näher zu bringen. Auf einen solchen engagierten Zeitgenossen darf sich die Gemeinde in Duderstadt nun freuen.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Patrick Hülsheger
Bruder Leo Wittenbecher ist ab dem ersten Advent neuer Pastor in St. Viktor
DÜLMEN. Am ersten Advent, also passend zum Beginn des neuen Kirchenjahres bekommt die Gemeinde St. Viktor Zuwachs. Dann wird Dr. Leo Wittenbecher sein Amt als Pastor in der Gemeinde annehmen. Eine Woche später, am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember, wird Bruder Leo seinen ersten
Gottesdienst in Hausdülmen feiern. Wittenbecher wohnt künftig im Pfarrhaus in Hausdülmen. Allerdings soll der Neuzugang nicht nur in St. Mauritius, sondern in der gesamten künftigen Großgemeinde St. Viktor (die Fusion steht zum Jahreswechsel an) zum Einsatz kommen. Daher gibt es für ihn im Jugendheim St. Viktor einen Raum für Gespräche.
Derzeit wohnt Wittenbecher noch in Münster. Dort ist er Referent am Institut für Diakonat und pastorale Dienste und wird diese Aufgaben weiterhin wahrnehmen. "Mir ist es aber sehr wichtig, in der Seelsorge tätig zu sein", sagt der Benediktinermönch, der in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier beheimatet ist. Dort wird Bruder Leo auch zukünftig einige Zeit verbringen. "Es wird so sein, dass Bruder Leo an drei Wochenenden im Monat vor Ort ist, in der Regel von Donnerstag bis Sonntag, wobei die Tage variieren können", erklärt Pfarrdechant Markus Trautmann.
Leo Wittenbecher, geboren 1970, studierte Theologie in Trier und Freiburg. Nach seiner Promotion arbeitete er als Krankenhauspfarrer in Trier. Im Anschluss war er in der Gemeinde St. Matthias in Trier tätig.
Der Kontakt zu Dülmen wurde über das Bistum hergestellt. In seiner neuen Gemeinde soll sich Bruder Leo unter anderem um die Dinge kümmern, "die über den normalen Dienst hinaus gehen", wie Trautmann erklärt. Dazu können Wallfahrten oder Exerzitien gehören. "Wir wollen für die Menschen neue Erfahrungsräume öffnen", sagt Wittenbecher. Dies könne gerade in Zeiten einer Gemeindefusion sehr hilfreich sein.
Eine solche Fusion hat Bruder Leo in der Gemeinde in Trier ebenfalls mitgemacht. "Dort hat man im Fusionsprozess das Gemeinsame in den Vordergrund gestellt, und das hat viel gebracht", berichtet er von seinen Erfahrungen.
Neben seinem ersten Gottesdienst hat Bruder Leo am zweiten Advent gleich im Anschluss seine erste Taufe, ein Schwerpunkt seiner Arbeit in Trier. "Ich finde es gut, wenn die Kinder in die Gemeinde aufgenommen werden, wenn die Gemeinde auch versammelt ist. So wird gleich eine ganz andere Nähe geschaffen", sagt Bruder Leo. Trautmann geht nun davon aus, dass das Pfarrer-Team der neuen Großgemeinde komplett ist. "Der Personalschlüssel dürfte nun fertig sein", so der Pfarrdechant.
Bericht aus den Streiflichtern von Reimund Menninghaus
Auch neue Pfarr- und Kirchenvorstandssiegel
Die neue Fusionsgemeinde St. Viktor hat ein Logo. Christiane Daldrup hat es entwickelt.
Es zeigt ein dynamisch gebogenes Kreuz, das mit seinen Kleeblatt-Enden an das Kleeblatt-Kreuz auf dem Schild des heiligen Viktor erinnert – und an das Dülmener Stadtwappen.
Die sechs Quadrate in dem Logo stehen für die sechs Gemeinden, die zum Ende dieses Jahres fusionieren werden. „Die Zahl sechs gilt in der Bibel als unvollkommen. Erst durch das Bekenntnis, dass die zukünftige Pfarrgemeinde sich als großes Ganzes verstehen möchte, kommt die Zahl sieben (runder Kreis) zustande, wobei die rote Mitte zudem symbolisiert, dass Jesus die Mitte des Glaubens ist und somit die Gemeinsamkeit aller Gemeinden“, erläutert Designerin Christiane Daldrup. Mit Blick auf das inhaltliche Leitmotiv des Fusionsprozesses stammt das farbliche Konzept des Logos aus dem Pfingstereignis, der Geburt der Kirche: Das Farbspektrum Gelb, Orange und Rot greift die Farben der Feuerzungen auf.
Das Logo ist künftig auf dem Briefpapier der Fusionsgemeinde zu sehen, das Kreuz zudem auch auf den neuen Pfarrsiegeln, die etwa bei Beglaubigungen in den Pfarrbüros und Eintragungen ins Kirchenbuch genutzt werden. Jedes der Pfarrbüros wird einen solchen Siegelstempel erhalten, wobei jedes Pfarrbüro eine kleine individuelle Ziffer im Siegel hat. Das eigenständige Kirchenvorstandssiegel, das die Zentralrendantur vorhält, gibt es nur einmal und wird nur bei Verträgen genutzt.
Die neuen Siegel werden am 16. Januar 2014 vom Verwaltungsausschuss der Fusionsgemeinde beschlossen und dem Bistum zur Genehmigung vorgelegt. Zuvor bereits, am 10. Dezember, stellt der stellvertretende Dechant (Definitor) Norbert Caßens aus Nottuln im Auftrag des münsterischen Bischofs St.-Viktor-Pfarrdechant Markus Trautmann als Kandidaten für die Stelle des Leitenden Pfarrers der Fusionsgemeinde St. Viktor dem Gremium vor, erläutert Pastoralreferent Christian Rensing.
Bericht aus der Dülmener Zeitung von Ulla Bönig
Dülmen. Schon von Weitem sieht man die weihnachtlich geschmückte Scheune der Gastgeber Thomas und Mareike Friedag, die ihren Pferdestall für die Gäste der Karthäuser Winterwanderung zur Verfügung gestellt haben.
Zum zweiten Mal organisierte Pastor Markus Trautmann mit jungen Familien auf der Karthaus am Samstag einen gemütlichen Nachmittag mit weihnachtlichen Texten und Liedern.
70 Männer, Frauen und Kinder genossen nach dem 3,5 km langen Spaziergang, die warme Atmosphäre im Stall. Der mit Strohballen, Lichterketten, und Kerzen geschmückte Raum, versetzte die Gäste in eine weihnachtliche Stimmung. Und das ist auch kein Fehler: „Die Weihnachtszeit geht bis zum 6. Januar“, erklärt Pastor Trautmann. Nachdem alle mit Glühwein und Kakao versorgt waren, griff Stefan König zum Akkordeon, Hannelore Schulze Weddern zum Jagdhorn, und spielten weihnachtliche Lieder. Alle wurden aufgefordert, aus den vorher verteilten Liedheftchen zu singen. Besonders besinnlich wurde es, als Annalisa und Theresa auf ihren Gitarren Stille Nacht, Heilige Nacht, spielten.
Das Organisationsteam um Edith Strotmann, Mariele Pelz und Hannelore Schulze Weddern hatte das Fest gut vorbereitet.
Der Kakao, gesponsert von den Familien Eistrup und Wilstake fand reißenden Absatz. Der Glühwein, von der Gemeinde gestiftet, lockte durch seinen Duft.
Gemütlich saßen die Erwachsenen zusammen, sangen, plauderten und ließen sich die Plätzchen schmecken. Die Kinder tobten draußen vor dem Stall und drinnen auf den Strohballen. So wurde den Familien die Gelegenheit gegeben, eine besondere Art der Weihnachtsandacht zu erleben.
Der Gang nach Betlehem, an dem 71 Interessierte teilnahmen, führte am Sonntag von Dülmen und Hausdülmen zum Hof Dilkaute, und war von Trautmann, Christoph David, Karina Breuckmann und Günter Breuckmann vorbereitet. Andreas Hülsmann sorgte mit seinem Keybord für den musikalischen Hintergrund, begleitet von dem Brummen der Bullen im Stall. Anneliese Langener erzählte von einem Adventskranz, an dem jede Kerze eine Aufgabe hat. Diese sind Glaube, Liebe, Hoffnung und Frieden.